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Konzert in Nieblum : Liebeserklärung an den Mopp

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gekonnt in Szene gesetzt: Das charmante Quartett „Ladies Room“ weckt mit Jazz und Swing Sympathien für die öffentliche Toilette.

„Sie können sich ja gar nicht vorstellen, wie schön es in so einem Toilettenhäuschen ist und wie romantisch“, flöten die vier Damen von „Ladies Room“.

O doch, spätestens nach einem Konzert mit diesem charmanten Quartett weckt eine öffentliche Toilette ganz andere Assoziationen: Wenn Klobürste, Lappen und Reiniger so liebevoll mit Jazz, Pop und Swing in Szene gesetzt werden, gewinnen sie eine ganz andere Bedeutung und begeistern nicht nur WC- Besucher.

„Ladies Room“, alias Antonia Obelgönner-Wiefelspütz, Birke Buchhorn-Licht, Heike Manzek und Eva Lach, schaffte es, das „Haus des Gastes“ in Nieblum bis auf den letzten Platz zu füllen, so dass Sauerstoff zu einem wertvollen Gut zu werden drohte, musste er immerhin auch für viele herzhafte Lacher mit der dazugehörigen Lachmuskulatur reichen.

Mit Temperament, Comedy und Witz trällerten die aufgestylten Raumpflegerinnen „My funny Valentine“ (Richard Rogers), „Sweet dreams“ (Eurythmics) oder „Somewhere over the rainbow“ (Harold Arlen). Und selbst die mit ihrem Lohn offensichtlich zufriedenen Klofrauen („Wir reinigen ehrenamtlich in einer 24- Stunden-Schicht die öffentlichen Toiletten am Wyker Rathausplatz“) können schon einmal schwach werden, wenn Juwelen achtlos auf den Ablagen liegenbleiben: Kurzerhand werden Klunker an- und Kittelschürzen abgelegt und das Liedchen „Diamonds are the girls best friend (Jule Styne) angestimmt, spontanen Beifall steuert das Publikum bei. Dabei ist der wahre „best friend“ einer Reinigungsfachfrau ganz sicher der neue Wischmopp, und der Blues-Hit „Stand by me“ (Ben E. King) ist die schönste und überzeugendste Liebeserklärung an ihn mit dem Wunsch, man möge immer einander beistehen. Aaach, seufzte das Publikum und applaudierte entzückt.

Wer „Ladies Room“ selbst noch einmal live erleben und wissen möchte, warum „Don’t sit under the appletree“ zu „Don’t shit under the appletree“ wird und was ein „vocal coach“ macht, hat dazu am Dienstag, 15. September, noch einmal Gelegenheit. „Ladies Room“ verwandelt dann ab 20 Uhr das „Haus des Gastes“ in Nieblum erneut in ein bezauberndes, wenn auch nicht „stilles“ Örtchen.

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erstellt am 02.Sep.2015 | 15:00 Uhr

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