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Start in Alkersum : Liebermann, Leere und Lampedusa

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Saison im Museum Kunst der Westküste beginnt am 28. Februar. Im Jahr 2016 sind acht Ausstellungen geplant.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Noch ist das Museum Kunst der Westküste (MKDW) im Winterschlaf – in dem die Mitarbeiter allerdings nicht ausruhen, sondern renovieren, putzen und das Haus auf die neue Saison vorbereiten. Die beginnt am Sonntag, 28. Februar. Acht Ausstellungen sind in diesem Jahr geplant und gleich zu Beginn wird eine Schau präsentiert, die sich zum Publikumsmagneten entwickeln könnte: „Max Liebermann und Zeitgenossen“ hat Museumsdirektorin Ulrike Wolff-Thomsen die Ausstellung überschrieben, in der neben Werken des Berliners unter anderem auch Arbeiten von Malern der Skagener Künstlerkolonie sowie von Käthe Kollwitz, Emil Nolde, Hans Peter Feddersen oder Jozef Israëls gezeigt werden. In dieser Ausstellung – nach „Max Liebermann am Meer“ im Jahr 2011 die zweite im MKDW, die sich dem großen deutschen Impressionisten widmet – werden mehr als 85 Bilder gezeigt, darunter 36 von Liebermann. Allein 44 Neuerwerbungen des Alkersumer Museums sind erstmals zu sehen.

Bis zum 11. September dauert diese Ausstellung, bis zum 19. Juni werden außerdem Arbeiten von Künstlern der Gegenwart präsentiert. Da ist einmal der Italiener Calogero Cammalleri mit der Fotoserie „Lipadusa“. Er hat von November 2013 bis Juli 2014 auf der Insel Lampedusa gelebt, die als „Flüchtlingsinsel“ traurige Berühmheit erlangt hat. Cammalleri hat mit seiner Kamera den Alltag der Einheimischen dort dokumentiert.

Mit „Empty Rooms“ – leeren Räumen – setzen sich elf Künstler auseinander, darunter Trine Søndergaard, Thomas Wrede und Bill Viola, die schon mit anderen Ausstellungen im MKDW vertreten waren. Gezeigt werden Fotos, Videoarbeiten, Objekte und Malerei.

Außerdem kommt zum Auftakt des Ausstellungsjahres auch Thomas Judisch zurück. Der war bereits 2014 für einige Wochen als „Artist in Residence“ in Alkersum, hat so originelle Objekte wie Bernstein-Lollys geschaffen, akribisch Schmeißfliegen gezeichnet und schon damals vorgehabt, Bronze-Abgüsse von Föhrer Pferdäpfeln zu schaffen. Die werden nun – neben anderen Arbeiten Judischs – das ganze Jahr im MKDW zu sehen sein, außerdem zeigt er im Mai in einem Wyker Modegeschäft „Textil“-Arbeiten.

Thomas Judisch ist nicht der einzige Künstler, der, nachdem er die Gelegenheit hatte, in Alkersum zu arbeiten, in diesem Jahr mit dort entstandenen Werken zurückkehrt. Auch Mila Teshaieva, die bereits 2014 im MKDW ausgestellt hat, hat eine Zeit im Alkersumer Atelier verbracht. Bilder, die auf der Insel Föhr und von Föhrern entstanden sind, zeigt die ukrainische Fotografin vom 26. Juni bis 8. Januar. Abgeschlossen wird das Ausstellungsjahr durch zwei Präsentationen des in Husum geborenen Malers Jochen Hein. Er zeigt vom 26. Juni bis 8. Januar Bilder „Über die Tiefe“ und vom 18. September bis 8. Januar unter dem Titel „Jenseits der Zeit“ Arbeiten, in denen er sich – als „Artist in Residence“ – intensiv mit der Sammlung des Alkersumer Museums auseinandergesetzt hat.

Ulrike Wolff-Thomsen und Museumssprecherin Christiane Morsbach hoffen, dass das Programm des Jahres 2016 genauso den Geschmack des Publikums trifft wie das des vergangenen Ausstellungsjahres. „Da hatten wir knapp unter 40  000 Besucher“, berichtet Morsbach. Denen habe besonders „Papermania“ gefallen, eine Ausstellung mit Papier-Objekten, in deren Rahmen es dann auch, in Zusammenarbeit mit der Tourismus GmbH, eine große Papierboot-Faltaktion am Wyker Strand gab. Doch auch die Hans-Peter-Feddersen-Schau habe sich als Publikumsmagnet erwiesen. Und dass man die „Licht-Bilder“ der amerikanischen Videokünstlerin Nan Hoover auf Föhr zeigen konnte und sie bei den Museumsbesuchern ankamen, „das man hier sowas zeigen kann, finde ich einfach toll“, sagt Morsbach.


Die Ausstellungs-Saison in Alkersum beginnt am Sonntag, 28. Februar, um 11.30 Uhr mit einer öffentlichen Vernissage. Das MKDW ist dann wieder täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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