in Wyk : Lese-Tempel und Ort der Begegnung

Bücherei-Leiter Ludger Bült-Albers ist zufrieden: Rund 19  000 Medien hält die kleine Einrichtung nahe des Glockenturms vor.
Bücherei-Leiter Ludger Bült-Albers ist zufrieden: Rund 19 000 Medien hält die kleine Einrichtung nahe des Glockenturms vor.

Gut 70 000 Ausleihen wurden im vergangenen Jahr registriert. Bücherei in der Mittelstraße für Neu-Insulaner oft erste Anlaufstelle.

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12. März 2018, 17:45 Uhr

Rund 73 000 Mal wechselten im vergangenen Jahr in der Wyker Stadtbücherei Medien vorübergehend ihren Besitzer. Bücher sind nach wie vor am meisten gefragt. Rund 44 000 Printmedien, darunter rund 12 000 Kinderbücher, standen 2017 etwa 23 000 sogenannten Non-Book-Medien wie DVDs, Hörbüchern oder Musik-CDs gegenüber.

Ein Ergebnis, mit dem Ludger Bült-Albers, Leiter der Einrichtung in der Mittelstraße, zufrieden ist. Beeindruckend seien auch die Zahlen der Monate Januar und Februar gewesen. 770 aktive Benutzer aus Wyk weise die Statistik aus, dazu kämen 500 Besucher von Föhr-Land. „Wir haben 1270 Benutzer gehabt, allein in diesen schwierigen Monaten, die Jahreszahl liegt bei 2561 aktiven Lesern.“ Zahlen, die auch den leichten Rückgang bei den Ausleihen um rund sechs Prozent erträglich machen, zumal es sich um Schwankungen handle, die im Bundestrend lägen, sagt er: „Wir kämpfen mit den gleichen Problemen wie die meisten Büchereien.“

Bemerkenswert sei zudem, dass die Zahl der Besucher, die in früheren Jahren stets niedriger war als die der Ausleihen, mit rund 73 500 annähernd deckungsgleich sei. Für Bült-Albers keine Überraschung, der den Stellenwert der Einrichtung als sozialer Ort kennt. „Es kommen mehr Leute, die hier verweilen, und für viele, die neu auf die Insel kommen, sind wir der erste Anlaufpunkt.“

Das Angebot ist vielfältig, reicht von Büchern, DVDs und CDs über Computerspiele für verschieden Plattformen bis zu Gesellschaftsspielen, die im Sommer eine große Rolle spielen, und Zeitschriften. Nach wie vor ist Belletristik jeder Art, vom einfachen Küsten-Krimi bis zu Büchern, die es auf die Bestseller-Listen geschafft haben, in der Gunst der Leser ganz oben. Auch Klassiker sind gefragt, im Gegensatz zu Sachbüchern. Hier ist die Konkurrenz durch das Internet einfach zu groß.

Rund 19 000 Medien halte man vor. Das sei mehr, als es die Größe des Ortes hergebe, sagt der Bücherei-Chef. Im Schnitt würden in Deutschland zwei pro Einwohner gerechnet. „Nach diesem Schlüssel wären wir eine Bücherei mit rund 9000 Medien, wir haben aber mehr als das Doppelte.“ Zu denen noch mehr als 70 000 aus der Onleihe zwischen den Meeren kommen, einem gemeinsamen Projekt von mehr als 100 öffentlichen Bibliotheken in Schleswig-Holstein und den Deutschen Büchereien Nordschleswig. Medien wie Audio- oder Video-Dateien sowie elektronische Ausgaben von Zeitschriften und Zeitungen sind zentral auf einem Server gelagert und können für einen begrenzten Zeitraum auf mobile Endgeräte geladen werden.

Was früher getrennte Welten waren, fließt nun ineinander, und die neue Software, die im vergangenen Jahr implementiert wurde, kam gerade recht. „Mit dem neuen Katalog haben wir das jetzt integriert“, sagt Ludger Bült-Albers. So könne im Bestand der Bücherei recherchiert werden, und gleichzeitig würden die elektronischen Treffer angezeigt. „Alle beteiligten öffentlichen Bibliotheken im Land profitieren davon.“ Auch viele Feriengäste würden nicht die Monats-, sondern die Jahresgebühr zahlen und den E-Book-Bestand nutzen.

Auch sonst werde das neue Programm gut angenommen. Die Akzeptanz der Nutzer sei das Wichtigste und die Rückmeldungen sind bisher durchweg positiv. Das beträfe den visuellen Aufbau, dass Neuerscheinungen auf einen Blick erkannt werden und dass jeder sein Konto selbst verwalten kann, so Bült-Albers. „Die Leute können sich Leselisten anlegen und eine Historie des Gelesenen seit Einführung der Software ansehen.“ Angezeigt werde zudem, wenn ein gewünschtes Buch verliehen ist.

Nun wartet Ludger Bült-Albers auf die aus seiner Sicht dringend nötige Modernisierung der Bücherei. Und er ist guter Dinge: „10 000 Euro für die Planung stehen im Haushalt und ich habe die Zusage des Bürgermeisters.“

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