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Insel-Bote

22. November 2017 | 23:29 Uhr

In Wyk : Leben, wo andere arbeiten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Gewerbegebiet wird erweitert. Politiker wollen dort auch weiter ausnahmsweise Wohnungen zulassen.

von
erstellt am 08.Mai.2017 | 12:15 Uhr

Gleich mehrfach beschäftigte das neue Gewerbegebiet die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung. Abzustimmen galt es über eine Änderung des Flächennutzungsplanes (F-Plan). Im Rahmen der geplanten Erweiterung des Gewerbegebietes sollen zusätzliche Flächen für zwei bestehende Betriebe geschaffen werden, für die eine Sondergebietsausweisung im Bebauungsplan (B-Plan) erforderlich ist.

Betroffen sind der Baumarkt, der an seinem jetzigen Standort verbleiben und erweitert werden, und der Betrieb „Baustoffhandlung/Abfallverwertung“, der weiter westlich einen neuen Standort erhalten soll. Beabsichtigt ist, die beiden Sondergebietsflächen zu tauschen. Die Änderung des F-Plans werde nötig, erläuterte Bauamtsmitarbeiter Ulrich Schmidt, da es sich hier um ein neues Plangebiet handle und Bebauungsgebiete in den Außenbereich verschoben werden. „Aus Sicht des Innenministeriums reicht hier ein Innenbereichs-B-Planverfahren nicht aus“, so Schmidt.

Einstimmig sprach sich das Gremium für die Änderung des F-Plans sowie die Regelung der Ausgleichsfragen sowie Eingrünung der Sonderbauflächen entlang der Landesstraße aus. Mit der Ausarbeitung der Planunterlagen soll die Planungsabteilung des Kreises Nordfriesland beauftragt werden.

Zum wiederholten Mal beschäftigte den Ausschuss zudem das Wohnen im Gewerbegebiet. Derzeit gilt die Regel, dass es bei begründeten Ausnahmen zwei Wohnungen pro Betrieb geben darf. Für das neue Gewerbegebiet ist vorgesehen, dass ausnahmsweise eine Dauerwohnung entstehen kann. Dass andere Nutzungen mittlerweile an der Tagesordnung sind, ist ein offenes Geheimnis. Nutzungen, die auch zu Konflikten führen, wie Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen (CDU) berichtete. So liege aktuell ein Streitfall vor, in dem ein Anwohner sich vom Lärm der Maschinen belästigt fühle. „Das kann nicht sein, dass der Charakter eines Gewerbegebietes auf diese Weise beeinträchtigt wird.“

Für Till Müller (Grüne) ein hausgemachtes Problem. Die Anträge seien in schöner Regelmäßigkeit eingegangen und nie ernsthaft geprüft, sondern stets bewilligt worden. Die Ausnahme aber sei ein wichtiger Bestandteil und setze eine betriebliche Begründung voraus. So müssten wertvolle Maschinen vorrätig sein, das Betriebsgelände überwacht oder auch nachts gearbeitet werden. Für andere Nutzungen, etwa Personalwohnungen, sei das Gewerbegebiet nicht gemacht, warnte der Grünen-Fraktionssprecher vor einer Aufweichung der Regelung. Stattdessen müsse die Stadt Möglichkeiten in Wohngebieten schaffen. Ein Anfang sei mit dem Neubaugebiet am Kortdeelsweg gemacht. Hier sollen zeitnah Mehrfamilienhäuser gebaut und Mietwohnungen zur Verfügung gestellt werden. Auch die Möglichkeit für Gewerbetreibende, hier Personalwohnungen zu bauen, sei bereits erörtert worden und sollte intensiver in die Öffentlichkeit getragen werden, so Müller.

Für eine rigorose Gangart warb auch Lars Schmidt. Sonderregelungen brächten die Politiker nur in Erklärungsnot, warb der CDU-Politiker dafür, auch Ausnahmen künftig nicht mehr zuzulassen. Womit man sich auch im Einklang mit der Landesplanung befände, aus deren Sicht auf die Ausweisung von Wohnungen verzichtet werden sollte – im Interesse der Gewerbebetreibenden und zur Wahrung des Gewerbegebietes für gewerbliche Zwecke. Am Ende folgte das Gremium dem Vorsitzenden des Finanzausschusses nicht. Mit sieben Ja- und vier Nein-Stimmen fiel das Votum dafür aus, auch weiterhin ausnahmsweise eine Wohneinheit zuzulassen, sofern dies betrieblich begründet und nachgewiesen ist.

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