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Schutz der Fledermäuse auf Föhr : Lautlosen Jägern auf der Spur

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bereits 1991 forschten die Schüler der Eilun-Feer-Skuul zwei Jahre lang über die heimischen Fledermausarten. Nun soll der Schutz der nachtaktiven Tiere auf der Insel neu belebt werden.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2015 | 09:00 Uhr

Bereits 1991 forschten die Schüler der Eilun-Feer-Skuul unter Leitung des Biologielehrers Hark Steinert zwei Jahre lang über die heimischen Fledermausarten. Ziel war es, mehr über den hiesigen Bestand zu erfahren. Es wurde untersucht und dokumentiert, welche Arten auf Föhr vorkommen und wie deren Lebensgewohnheiten aussehen. Auch die Bevölkerung wurde damals gebeten, entsprechende Funde und Beobachtungen mitzuteilen, um festzustellen, wo die Tiere auf der Insel leben.

Mögliche Reviere wurden in der Folge aufgesucht und auf Vorkommen und Anzahl überprüft. Mindestens 150 Tiere konnten so nachgewiesen werden, die meisten (40) von ihnen in Nieblum.

Nun soll der Fledermausschutz auf der Insel neu belebt werden. Unter dem Träger Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Inselgruppe Föhr-Amrum soll die nachtaktive Säugetiergruppe mehr Schutz erfahren.

Die Hauptbedrohung für Fledermäuse ist der Verlust des Lebensraums. Sie kommen als Kulturfolger auch im Siedlungsbereich vor und nutzen Kirchen und sonstige Gebäude als Quartiere. Somit kann jeder Hausbesitzer einen kleinen Beitrag zum Schutz leisten. Aber auch die abnehmende Vielfalt der Landschaft bringt zusätzliche Probleme: Ohne ein dichtes Netz von blütenreichen Wiesen, Hecken und naturnahen Wäldern gibt es weniger Beute für die Insektenjäger.

Zum Schutz der oft gefährdeten Tiere sollen nun zunächst wieder die hiesigen Fledermausarten und ihre Habitate auf Föhr erfasst werden. Dafür werden die Schüler der Eilun-Feer-Skuul in Abendveranstaltungen die bereits aus der Vergangenheit bekannten Reviere aufsuchen und neu kartieren. Zum Einsatz soll hierbei ein sogenannter Bat-Detektor kommen, der die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbaren Ultraschalllaute der nächtlichen Jäger hörbar macht. Die Beobachtungen werden notiert und in der Folge ausgewertet.

Auch in der Neuauflage hoffen die Organisatoren auf Hinweise wie Totfunde, Lebendsichtungen und Standorte von Fledermauskästen. Wobei der BUND davor warnt, lebende Tiere zu stören oder anzufassen, da diese in ungewohnten Situationen dazu neigen, zu beißen.

Informationen nehmen Hark Steinert (✆ 04683/1023) oder der BUND
(✆04681/7461720) sowie Bea Möller (b.moeller@gmx.org) und Timm Emser (timm.emser@gmail.com) entgegen.

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