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Insel-Bote

22. August 2017 | 04:27 Uhr

dauerthema : Landunter im Amrumer Süden

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Wasser des Wriakhörnsees tritt weiter über die Ufer. Die Übergänge und am See entlangführende Bohlenwege werden regelmäßig überspült. Ein beliebter Wanderweg musste gesperrt werden.

Manche Dinge dauern ja von Natur aus etwas länger, doch bei der Bewältigung des Dauerthemas um die Wasserstandsregulierung des Wriakhörnsees im Süden Amrums scheinen andere Parameter zu gelten. Schon seit Jahren zeichnet sich ab, dass sich Zu- und Abfluss des Süßwassersees im Bereich des Wittdüner Kniepsandes nicht im Gleichgewicht befinden. Unübersehbar ist dabei die Ausdehnung der Wasserfläche über die eigentlichen Ufer hinaus. Dabei werden gewohnte Übergänge und am See entlangführende Bohlenwege regelmäßig vom Wasser um- und überspült.

Wer derzeit einen Abstecher von dem beliebten und stark frequentierten Bohlenweg entlang des Wriakhörnsees zum Kniepsand macht, kann die an den östlichen und westlichen Enden gelegenen Übergänge nicht trockenen Fußes nutzen. Der Weg, der in der Verlängerung des Bohlenweges vom Zeltplatz zum Kniepsand über den See führt, musste von den Mitarbeitern des Bauhofs der Amrum-Touristik Wittdün sogar gesperrt werden. Das Wasser stieg so hoch, dass es an zwei Stellen den Weg überflutete; durch die dauerhafte Einwirkung des Wassers gab der Unterbau an einer Stelle sogar nach.

Die Sperrung ist kurz vor der Ostersaison ein echtes Dilemma. Zumal es keine schnelle Lösung zu geben scheint, die gegen die stetige Überflutung wirkt. Bei einem Spaziergang durch die Dünen wird zudem offensichtlich, dass das Oberflächenwasser an allen Stellen höher aufstaut als je zuvor. Viele Bäume finden in dem aufgeweichten Boden keinen Halt mehr. Der Betreiber des Zeltplatzes beklagte schon in verschiedenen Treffen mit dem Gemeindegremium, dass sich unkontrolliert Pfützen bilden, die bis an die Dauerwohnwagen heranreichen und zudem die Aufstellfläche für Zelte stark einschränken.

Werkleiter und Bürgermeister Jürgen Jungclaus hatte sich bereits vor einem Jahr bei einem Ortstermin mit dem verantwortlichen Bereichsleiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN), Alfred Mordhorst, beraten. Hierbei wurde mit Nachdruck gefordert, die unbefriedigende Lage endlich abzuarbeiten. Fakt ist, dass in den 1970-er Jahren von der für den Küstenschutz zuständigen Behörde die Entscheidung getroffen wurde, das bis dahin zum Meer offene Feuchtgebiet hinter der ersten Dünenreihe mit einer Sandverwallung zu schließen. Ein direkt vor den weiter östlich gelegenen Dünen verlaufender Priel stellte eine Gefahr für die Substanz der Dünen dar und so wurde mit dem Eingriff der Wriakhörnsee geboren. So jedenfalls erinnerte sich Mordhorst aus Übermittlungen an die Vorgeschichte des jetzt beliebten Nehrungssees, an dem viele Vögel bei ihrer Rast beobachtet werden können.

Da der Sandeintrag auf dem Kniepsand in diesem Bereich gewaltig ist und sich das Niveau am Auslaufpunkt sukzessive erhöht hat, liegt die Öffnung des Auslaufrohres nun rund einen Meter unter der Sandoberfläche. Das Rohr ragt gut einen Meter von der Sohle des Sees in die Höhe und würde mit einem leichten Gefälle überschüssige Wasser abführen, wenn die ein Meter hohe Versandung nicht wäre.

Diese führte bereits im vergangenen Jahr zu einem Wasserhochstand von guten 80 Zentimetern im Wriakhörnsee und einem Dauereinsatz des Außendienstes, der das Ablaufrohr immer wieder freilegen muss. Im zurückliegenden Jahr haben sich Naturschutz- und Küstenschutzfachleute mit dem Thema beschäftigt, berichtet Jungclaus. Leider ohne zählbare Ergebnisse. Außer, dass der Wasserspiegel weiter stieg, weshalb Handlungsbedarf bestehe.

Auch drängt sich der Verdacht auf, dass der Überlauf im See durch Treibsel oder andere Einträge verstopft ist und das Wasser nur eingeschränkt abführen kann. „Unsere Bohlenwege, die ansonsten trocken standen, leiden im Unterbau durch die Überflutungen erheblich“, bedauert Jürgen Jungclaus, und berichtet von jüngst geführten Gesprächen mit den zuständigen Ämtern.

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erstellt am 28.Mär.2015 | 09:00 Uhr

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