Föhr : Läufer rennen richtig schnell

Von vielen Zuschauern angefeuert gehen die Sportler auf die Strecke.
1 von 2
Von vielen Zuschauern angefeuert gehen die Sportler auf die Strecke.

Der Wyker Stadtlauf hat 537 Teilnehmer. Doch der 20. Lauf könnte der letzte gewesen sein.

shz.de von
06. August 2018, 14:30 Uhr

Am Ende wird Volker Stoffel ein bisschen melancholisch: „Nach zehn Jahren hört man doch mit Wehmut auf. Es war eine tolle Zeit und es hat viel Spaß gemacht.“ Stoffel gibt die Organisation des Wyker Stadtlaufes ab, mitten in der Saison ist die Zeit dafür für ihn zu knapp. Seit 2009 hat er gemeinsam mit seiner Frau Ulrike und dem Wyker Turnerbund die Veranstaltung organisiert, nachdem zuvor Marianne Clausen zehn Jahre lang die Federführung hatte. Und Stoffel zeigt sich mit der Entwicklung des Laufes zufrieden: „Generell sind in dieser Zeit die Teilnehmerzahlen kontinuierlich gestiegen.“

Und auch wenn in diesem Jahr kein neuer Rekord aufgestellt wurde: Mit 576 angemeldeten Läufern, von denen 537 gestartet sind, kann sich die Zahl der Sportler durchaus sehen lassen. „Viele haben im Vorfeld wahrscheinlich mit der Anmeldung gezögert wegen der Hitze“, vermutet Stoffel. Das Gros der Teilnehmer lief – wie üblich – beim Fünf-Kilometer-Jedermannlauf mit. Hier erreichten 342 Läufer das Ziel, davon 152 Frauen. Beim Zehn-Kilometer-Hauptlauf gingen 195 Sportler an den Start, davon 51 Frauen. Zum Jubiläum bekamen sie neben der Medaille auch ein Erinnerungs-Halstuch.

Und beim 20. Wyker Stadtlauf wurden alle Läufer von perfekten Laufbedingungen begrüßt: Temperaturen knapp über 20 Grad, leichter Wind aus Nordwest, selten verirrte sich ein Regentropfen auf den Boden. Außerdem warteten am Streckenrand in der Innenstadt und an der Promenade hunderte Zuschauer, die die Läufer kräftig anfeuerten. Das schlug sich in den Zeiten nieder. Beim Lauf über fünf Kilometer siegte der Föhrer Krystian Kozlowski in einer Zeit von 18,26 Minuten. Fünf Sekunden später erreichte Johannes Holm aus Dithmarschen das Ziel, dritter wurde Jan Eggers (19,01 Minuten). Bei den Frauen siegte Sarah Dohse (Kiel, 19,48 Minuten) vor Heike Belhustede (21,17 Minuten) und Karina Wies (Moskau, 22,38 Minuten).

Auch der Hauptlauf war richtig schnell. Mit 34,40 Minuten siegte Nils Holocher, auf den Plätzen landeten Thomas Runge (35,16 Minuten) und Carsten Mund (36,31 Minuten). „Zeiten unter 35 Minuten hatten wir schon lange nicht mehr“, freute sich Volker Stoffel über das Ergebnis. Und auch bei den Frauen hatte er allen Grund zum Jubeln: Denn mit Frederike Petersen auf Platz eins (42,00 Minuten) und Frauke Stahl als Dritte (44,52 Minuten) landeten hier gleich zwei Lokalmatadorinnen auf dem Podium. Dieses komplettierte Friederike Hohl, die mit 44,07 Minuten zweite wurde. „Mit drei Föhrern, die auf einem Podium stehen, ist das Ergebnis wirklich super“, zeigte sich Stoffel von den Laufleistungen der Insulaner beeindruckt.

Neben den Läufern stand aber auch das Organisationsteam bei der 20. Ausgabe des Stadtlaufes im Mittelpunkt. „Ohne euch hätten wir diesen Lauf niemals organisiert bekommen“, sagte Dirk Petersen vom Wyker Turnerbund, als vor der Siegerehrung die Helfer auf der Bühne mit Blumen und stehenden Ovationen belohnt wurden. Marianne Clausen, die vor 20 Jahren zum ersten Mal den Stadtlauf organisierte und auch nach der Übernahme Stoffel noch fleißig mithalf, findet es schade, dass das Ereignis jetzt vielleicht vor dem Aus steht: „Ich wünsche mir sehr, dass Volker einen Nachfolger findet. Es wäre traurig, wenn es zu Ende geht.“

Bisher war Stoffels Suche jedoch erfolglos: „Aber wir wollen uns nach der Saison mal mit der Wyker und der Föhrer Tourismus GmbH zusammensetzen, sodass der Lauf vielleicht doch weitergeht.“ Die Idee, den beiden Organisationen den Lauf zu übergeben, habe er auch dem Bürgermeister schon unterbreitet. So muss die 20. Ausgabe des Stadtlaufes vielleicht doch noch nicht die letzte gewesen sein.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen