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St.-Nicolai-Kirche : Kurze Messe und langer Applaus

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Palestrina und die Renaissance standen im Mittelpunkt eines Konzertes in der St.-Nicolai-Kirche.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 08:20 Uhr

Wyk | Mit der "Missa Brevis" des Renaissance-Komponisten Giovanni da Palestrina stand beim traditionellen Pfingstkonzert in der St.-Nicolai-Kirche ein besonders schwieriges Acapella-Werk im Mittelpunkt des Programms. Das Birgit Wildeman mit dem Einleitungssatz der sogenannten Orgel-Messe von Johann Sebastian Bach eröffnete. In der folgen dem "Präludium in Es-Dur" gottesdienstliche Stücke, die sämtlich auf Pfingsten bezogen sind. "Zu Beginn und am Ende muss Bach stehen", lautet ein Motto Martin Bruchwitz’, Kantor in St. Nicolai und Leiter des Konzertes. Dem konnte er an diesem Abend treu bleiben, denn mit der "Fuge in Es-Dur" sollte der Schlusssatz der Orgel-Messe den Abend abrunden.

Das Bläserquartett mit Hendrik und Andreas Veith (erste und zweite Trompete), Hans-Jürgen Gaetsch (Posaune) und Joschka Veith (Euphonium) leitete dann mit "Ricerar del primo tuono" zu Palestrina über. Dessen "Missa Brevis", intoniert von der Kantorei und acht Mitgliedern des Rungholt-Ensembles, die mit einem Doppel-Quartett aus Hamburg angereist waren, als zentrales Werk folgte. Frei von solistischen Teilen, besteht die 25-minütige "kurze Messe" ausschließlich aus Chorsätzen. Diese reichen von der Kyrie über Gloria, Credo uns Sanctus bis zum Agnus Dei und sind abwechslungsreich vertont.

Der Messe folgte die "Suite Nummer 1" für Trompete und Orgel von Philipp Telemann. Abwechselnd traten beide Trompeten als Solisten auf, von Birgit Wildeman auf der Orgel begleitet. Die im Anschluss äußerst gefühlvoll eine Einleitung und ein Largo aus Antonio Vivaldis "Violinkonzert D-Moll" präsentierte, das Bach auf die Orgel übertragen hatte.

Mit der "Partita für vier Stimmen" von Johann Staden zeigten die Bläser noch einmal ihr Können, bevor der Chor drei Sätze anstimmte: "Also hat Gott die Welt geliebt" von Heinrich Schütz und "Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser" von Hugo Distler sowie das Pater noster, gregorianisch aus dem sechsten Jahrhundert und nur mit Männerstimmen gesungen. Möglich geworden durch die Verstäkung aus der Hansestadt, denn gerade die Unterbesetzung bei den Männern stellt das Problem der Kantorei dar. Anknüpfend an den gregorianischen Gesang folgte Igor Strawinskis "Pater noster"; ein moderneres, in der Art eines gregorianischen Chorals geschriebenes Werk.

Die musikalische Klammer schloss sich mit der "Fuge in Es-Dur" und der Bach-Motette "Sei Lob in Preis und Ehren". Eindrucksvoll präsentiert durch den Chor und begleitet von Birgit Wildeman an der kleinen Orgel und Andreas Veith, der die erste Stimme auf der Trompete blies.

Das Publikum war begeistert und bedankte sich mit viel Applaus für einen gelungenen Konzertabend. Für den der Kantor auf eine Zugabe verzichtet hatte. "Bach ist so toll und so groß, dass man danach eigentlich nichts mehr machen kann."

Zufrieden zeigte sich Martin Bruchwitz mit seiner Kantorei, angesichts der schweren Messe, die die Sänger an ihre Grenzen geführt habe. "Der Chor hat das im entscheidenden Moment hervorragend gemacht." Die Kantorei und das Rungholt-Ensemble hätten sich gegenseitig getragen und somit sehr gute Leistungen ermöglicht.

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