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Insel-Bote

17. Dezember 2017 | 11:22 Uhr

Föhr und Amrum : Kurtaxe und viele Rabatte

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Diskussion um die Einführung einer Insel-Card geht in die nächste Runde. Büsums Tourismus-Chef berichtet von positiven Erfahrungen.

von
erstellt am 20.Mai.2017 | 11:00 Uhr

„Wir haben uns das auf Norderney vor 20 Jahren angeschaut und fanden das System schon damals sehr attraktiv“. Klaus Herpich, seinerzeit Leiter des Gästeservice der Wyker Kurverwaltung und heute Kommunalpolitiker der Kommunalen Gemeinschaft, erinnert sich noch gut an die Zeiten, als erstmals die Einführung einer elektronischen Kurkarte diskutiert wurde, einer „Eintrittskarte“ zu den Inseln Föhr und Amrum, die das Schummeln bei der Kurabgabe unmöglich machen soll. Seither kam das Thema mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder auf – und jedes Mal endete die Diskussion wie das Hornberger Schießen.

Nun gehen die Überlegungen zur Einführung einer Föhr- oder sogar Föhr-Amrum-Card in die nächste Runde und waren zentrales Thema in der jüngsten Sitzung des Tourismus-Zweckverbandes. Klaus Schön, Mitarbeiter der Bayreuther Firma, mit der die Föhr Tourismus GmbH (FTG) seit sieben Jahren und die Amrum-Touristik seit einem Jahr bei den elektronischen Meldescheinen zusammenarbeitet, gab dem Gremium einen Überblick über die Möglichkeiten, wie diese Meldescheine um ein (Rabatt)-Kartensystem erweitert werden könnten. Nicht nur interne Abläufe könnten so modernisiert werden. Die Karte biete außerdem den Marketingabteilungen die Möglichkeit, genauer zu erfahren, welche Freizeitaktivitäten Urlauber bevorzugt nutzen. Denn dem Gast, der seine Kurtaxe entrichtet, sollen über diese Karte zahlreiche Vergünstigungen angeboten werden – ermäßigter oder sogar freier Eintritt bei einem Museums- oder Schwimmbadbesuch, kostenlose Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs und vieles mehr. Vergünstigungen, so meinte Schön, von denen nicht nur die Gäste, sondern auch die Anbieter etwas hätten. Denn: „Wenn die Leute umsonst irgendwo reinkommen, sitzt ihnen da das Geld lockerer“.

Doch nicht nur Firmenvertreter Schön lobte das Kartensystem in den höchsten Tönen. Einen begeisterten Erfahrungsbericht gab den Föhrer Politikern – und dem Amrumer Tourismus-Chef Frank Timpe, der als Gast zur Sitzung gekommen war – der Tourismus-Chef des Dithmarscher Nordsee-Heilbades Büsum, Olaf Raffel. Seine Gemeinde profitiert zwar auch von den großen Investitionen in die Infrastruktur, mit denen Büsum sich in den letzten Jahren zu einem modernen Urlaubsort gewandelt hat. Aber auch die elektronische Kurkarte spüle enorme Zugewinne in die Kassen. „Wir wollten die Kontrolle insbesondere der Tagesgäste optimieren und unsere Attraktivität steigern“, umschrieb Raffel die Zielsetzung, in der ein ganz wichtiger Punkt der Servicegedanke gewesen sei, „denn die Gäste sollen sich wohlfühlen“.

So wurden die Kassenhäuschen, die früher jeder passieren musste, um die eingezäunten Strände zu erreichen, abgebaut, ebenso die Zäune. Büsums Strand ist jetzt frei zugänglich, aber an jedem Übergang stehen Kurkarten-Automaten. Und die werden, so berichtete Raffel, auch von Tagesgästen eifrig gelöst, locken doch bei Vorlage dieser Karten an vielen Stellen in der Gemeinde und der weiteren Region Vergünstigungen und für den Gast interessante Angebote. So können mit der Karte auch Tagesgäste am Strand kostenloses W-Lan nutzen oder eine Freifahrt mit der Büsumer Bimmelbahn unternehmen. Und natürlichen bekommen Gästekartenbesitzer auch Vergünstigungen bei Veranstaltungen im Ort, sowie freien Eintritt zu öffentlichen Toiletten, für deren Nutzung bezahlen müsse, wer keine Kurkarte besitzt.

„Die Meldemoral hat sich seit Einführung der Karte verdoppelt“, berichtete Raffel, dessen boomendes Seebad außerdem seit 2011 seine Kurtax-Umsätze um 65 Prozent gesteigerte habe.

„Wir werden von immer mehr Vermietern angesprochen, wann endlich die Amrum-Card kommt“, sah Frank Timpe in der anschließenden Diskussion die Zeit für die Einführung der elektronischen Kurkarte reif.

„Mir gefällt es, dass der Gast über die Karte dazu gebracht wird, sich zu den Angeboten zu bewegen“, meinte Bernd Wigger, der Sprecher der Projektgruppe. Der Wyker SPD-Stadtvetreter Holger Frädrich befand, dass, wenn solch eine Karte eingeführt werden sollte, gewährleistet sein müsse, dass alle Tagesgäste Kurtaxe zahlen.

„Durch die Insellage hätten wir bei der Karte die Chance, eine hunderprozentige Kurtax-Ehrlichkeit herzustellen. Deshalb sollten wir keinen halbem Kram machen“, meinte Lars Schmidt von der Wyker CDU.

„Wir haben das alles immer wieder beraten, jetzt ist es an der Zeit, zu beschließen“, unterstützte schließlich Peter Schaper von der Wyker SPD den Vorschlag von Verbandsvorsteher Till Müller, bis zur nächsten Sitzung durch FTG-Chef Jochen Gemeinhardt eine Beschlussvorlage erstellen zu lassen.

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