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Judo : Kurokage Jutsu: So kämpfen nur die Föhrer

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Judo-Sparte des WTB bietet eine deutschlandweit einmalige Variante dieser Sportart an. Trainer Dennis Tramm hat seine Version selbst entwickelt.

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erstellt am 03.Dez.2013 | 15:30 Uhr

Mehr als 20 Sportarten sind im Wyker Turnerbund (WTB) vereint, unter denen die Judo-Sparte eine besondere Stellung einnimmt. Denn die japanische Kampfsportart, die der Abteilung ihren Namen gab, hat im wöchentlichen Übungsangebot schon lange keinen Platz mehr. Trainiert wird stattdessen seit rund acht Jahren ein Kampfstil, den es deutschlandweit nur auf Föhr gibt. Kurokage Jutsu, so der Name, ist eine Erfindung des Spartenleiters Dennis Tramm. Eine zentrale Stellung nimmt dabei mit Ninijutsu die Kampfkunst der historischen Ninja-Krieger ein.

Martialisches sucht man in der Turnhalle in der Süderstraße allerdings vergeblich, denn, so Tramm, „es wird längst nicht mehr so hart und traditionell trainiert wie in früheren Zeiten, sonst laufen mir die Schüler weg“. Die Techniken der legendären Partisanen des vorindustriellen Japans wurden von Tramm um Elemente aus dem chinesischen Kung Fu sowie den japanischen Kampfkunstarten Aikido und Karate erweitert.

Knapp 40 Mitglieder zählt die Sparte aktuell, die Dennis Tramm 2005 von Peter Vollmer übernahm. Der hatte, in der Tradition seiner Vorgänger Mohammed Bozooband und Norbert Hansen, ausschließlich Judo gelehrt. Wobei das Training, erinnert Vollmer, eher pädagogisch und psychomotorisch ausgerichtet war, weniger wettkampforientiert. Mit etwa 60 Mitgliedern war die Sparte seinerzeit wesentlich größer, die eine lange Warteliste im Kinderbereich führte. Es gab eine Anfänger- und eine Fortgeschrittenen-Gruppe sowie eine für Erwachsene und eine für erwachsene Bewohner des Haus Schöneberg.

Anders als heute, nahmen die Judoka damals an Wettkämpfen teil. So brachten es die U-13-Mädchen unter der Leitung Norbert Hansens bis zur Vize-Landesmeisterschaft und auch mit Peter Vollmer reiste man zu Bezirksmeisterschaften im U 11- und U-13-Bereich. Zudem wurden Turniere mit befreundeten Vereinen ausgerichtet oder die Sportler reisten zur Teilnahme auf das Festland.

Aus der Judo- ist heute die rund 20 Köpfe zählende Anfänger-Gruppe geworden, in die Kinder ab dem sechsten Lebensjahr aufgenommen werden. Von Tramms Schüler Philipp Cropp wird der Nachwuchs in spielerischer Form mit dem Kurokage Jutsu vertraut gemacht. Der Spartenleiter trainiert die Gruppe der Älteren, hier sind die Anwärter in der Regel 13 bis 14 Jahre alt. Rund 15 Mitglieder zählt die Riege, in der auch einige Erwachsene vertreten sind. Trainiert wird montags von 16 bis 18 Uhr (Kinder) und von 19 bis 22 Uhr (Erwachsene) sowie mittwochs und freitags von 14 bis 19 Uhr (Jugendliche und Erwachsene).

Immer wieder stehen dann Fallübungen auf dem Programm, je nach Entwicklung kommen mit Hebeln und Würfen leichte Selbstverteidigungstechniken dazu. „Wenn ich sehe, dass der Betreffende gut mit seinem Körper umgehen und sich kontrollieren kann, wird das Training um traditionelle Waffen wie Stock und Schwert erweitert“, berichtet Tramm. Einen festen Ablauf gibt es nicht, vielmehr reagiert der Trainer auf die jeweiligen individuellen Kompetenzen. Priorität haben neben der körperlichen Fitness auch die mentalen Fähigkeiten. Die Psychologie, so der Coach, gehöre ebenso dazu wie Körperenergien und Hypnose. Letztere kann den Schüler selbst betreffen, damit dieser Ängste verliert und lernt, Krisen zu bewältigen. Zur Anwendung kommen kann sie aber auch im Kampf, erläutert Dennis Tramm, „damit der Gegner die Geisteshaltung einnimmt, die ich gerne hätte“.

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