Föhr : Kunsttempel auf dem platten Land

Modepuppen  in der Kunstausstellung.
Modepuppen in der Kunstausstellung.

41 500 Menschen besuchten 2017 das Alkersumer Museum . Die neue Saison startet Anfang März.

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10. Januar 2018, 11:00 Uhr

Im Museum Kunst der Westküste ist seit Montag Winterpause. Doch nach der Saison ist bekanntlich vor der Saison, und so wird das Haus in dieser Zeit fit gemacht für das kommende Ausstellungsjahr, in dem Kunst aus Norwegen einen Schwerpunkt bilden soll.

Derweil blicken Museumsdirektorin Ulrike Wolff-Thomsen und ihre für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mitarbeiterin Christiane Morsbach zufrieden auf das vergangene Jahr zurück, in dem das MKDW mit 41 500 Gästen die Besucherzahlen vom Vorjahr in etwa halten konnte. „Das macht mich stolz“, so Wolff-Thomsen, „wenn man bedenkt, das unser Haus in einem Dorf mit nur 430 Einwohnern steht“. Doch es habe sich längst herumgesprochen, dass in diesem kleinen Dorf große Kunst gezeigt werde. Und das „in einer perfekten Präsentation auf Weltniveau“, zitiert die Museums-Chefin einen Gästebucheintrag.

Die Gästebücher geben dem Museumsteam einen guten Überblick darüber, wie ihre Arbeit beim Publikum ankommt. „Positiv überrascht“ hat Wolff-Thomsen dabei die Resonanz auf die „Hommage an das einfache Leben“ überschriebene Ausstellung mit Arbeiten des Niederländers Jopie Huismann. „Man erlebt im Gästebuch, dass die Besucher sich unheimlich emotional angesprochen fühlten, das war für mich unerwartet“, bekennt Wolff-Thomsen.

Doch auch die anderen Ausstellungen des Jahres 2017 hätten den Geschmack des Publikums getroffen. Da waren zum Auftakt die auf Sylt und Föhr entstandenen Arbeiten des Worpsweder Künstlerpaares Fritz Overbeck und Hermine Overbeck-Rohte, Bilder aus dem Nachkriegs-Hamburg des Fotografen Herbert Dombrowski und die Ausstellung, in der Werke, die Ende des 19. Jahrhunderts in der Künstlerkolonie Skagen entstanden sind, zeitgenössischen Skagen-Ansichten gegenübergestellt wurden. „Skagen war bezaubernd“, meint Wolff-Thomsen und berichtet, dass aus dieser Ausstellung heraus nun eine Kooperation mit dem Skagener Museum entstanden sei.

Im Juni folgte dann neben Jopie Huismann die beeindruckende Schau „Pure Nature Art“, seit September wurde außerdem in der Ausstellung „Reload“ das Verhältnis traditioneller Trachten zu Kunst und Mode beleuchtet. „Dadurch bekam man einen ganz neuen Blick auf die Trachtenbilder der Sammlung“, so Wolff-Thomsen.

Mit 450 Veranstaltungen wurden die Ausstellungen im vergangenen Jahr begleitet, berichtet Christiane Morsbach. In Führungen und Vorträgen wurden die ausgestellten Kunstwerke dem Publikum nähergebracht, in Workshops konnten sich große und kleine Museumsbesucher selbst künstlerisch betätigen. Außerdem gab es Projekte zusammen mit den Inselschulen. Denn junge Menschen an Kunst heranzuführen, war seit der Gründung im Jahr 2009 ein Anliegen des MKDW. Ab dem neuen Museumsjahr, das am 4. März beginnt, wird für Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren deshalb kein Eintrittsgeld mehr erhoben, kündigt Ulrike Wolff-Thomsen an.

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