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Wie in alten zeiten : Kunst und Handwerk der Vorväter

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Mittelalter-Markt auf dem Gelände des Friesenmuseums lud zum Staunen und Mitmachen ein. Nicht nur Kinder waren begeistert.

Ein Hauch von mittelalterlichem Hühnchen mit entsprechendem Kräuter-Odeur waberte über das Außengelände des Friesenmuseums: Bereits zum dritten Mal machte die kleine Kohorte mittelalterlich daherkommender Gewerker Station am Rebbelstieg. Natürlich war das Suppenhuhn frisch und vielleicht auch „Bio“. Doch die Gockeline köchelte standesgemäß über offenem Feuer und im Topf am alten Dreibein.

„So ernst nehmen wir die ganze Geschichte dann aber doch nicht“, Köchin Marianne Moll weiß um die Schwierigkeiten, das Leben nach authentisch- historischen Vorbildern exakt zu gestalten. „Das wollen wir so auch gar nicht“, die Filzerin, Bernsteinkünstlerin und Gewandschneiderin aus Bokel bei Rendsburg weiß, wovon sie spricht. Vor allem Spaß und das Mitmachen von großen und kleinen Interessenten sind den vier Handlungsreisenden in Sachen Mittelalter wichtig: „Barny“ Kurjuweit ist gelernter Tischler, hat sich inzwischen als Schmied einen Namen gemacht und ist der Bruder von Marianne Moll. Und selbst nach einem schweren Schicksalsschlag als mittelalterlicher Handwerker in Wyk dabei. Denn als der „Insel-Bote“ seinen „Kinder-Schmiedekurs“ besuchte, war Barny schwer getroffen: Sein Bauernhaus in der Nähe von Bordesholm war einige Stunden zuvor abgebrannt. „Ich kann jetzt eh nix machen“, sprachs und widmete sich bewundernswert gefasst dem zehnjährigen Lukas und dessen wunderschön gezwirbelter Gabel.

Der kleine Augsburger ist Wiederholungstäter und hat bereits vor zwei Jahren an gleicher Stelle sein eigenes Messer geschmiedet. Selbst die Pusteluft an der Esse konnte der junge Mann per Blasebalg jetzt selbst organisieren, als Schmied möchte Lukas allerdings nicht Karriere machen, vielleicht in den kommenden Jahren eher ein privates Besteck zusammen schmieden.

Wenige Meter weiter inspirierte der gelernte Schuhmachermeister Richard Schwarz aus Dithmarschen vor allem kleine Marktbesucher zum Selbermachen. Ob Haarspangen oder selbst punzierte Armbänder – die Kleinen konnten mit Hilfe des Meldorfer Fachmanns in Sachen Lederverzierung auch ihre Eltern vom Wert des Selbstgemachten überzeugen.

Von April bis hin zum Oktober treffen sich die vier „Mittelalterlichen“, da gibt es diverse Märkte in ganz Schleswig-Holstein. „Wir möchten eben gerade den Kindern, manchmal auch den Erwachsenen, einen Einblick in die frühen Gewerke geben, mit dem nötigen Spaß und vor allem auch dem gewissen Mitmach-Faktor“, so die beim Markt am Wyker Friesenmuseum vertretenen Künstler des Mittelalters.

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erstellt am 04.Sep.2013 | 19:28 Uhr

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