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Internationaler Museumstag 2017 : Kunst-Tempel wird zum Frisier-Salon

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Zum 40. Internationalen Museumstag gibt es am Sonntag in Alkersum wieder Führungen, Musik und viele Aktionen.

„Spurensuche. Mut zur Verantwortung“ heißt das Motto des 40. Internationalen Museumstags, an dem am kommenden Sonntag, 21. Mai, von 10 bis 17 Uhr auch den Besuchern des Museums Kunst der Westküste in Alkersum wieder ein abwechslungsreiches Programm geboten werden soll. Um 10 Uhr wird die Youngster Big-Band der Wyker Kreismusikschule den Tag in „Grethjens Gasthof“ eröffnen. Von 10.30 bis 17 Uhr gibt es unter der Überschrift „#Freestyle am Meer“ eine Mal- und Experimentierwerkstatt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Auf sie warten Entdeckungstouren zu den drei aktuellen Ausstellungen und ein offenes Atelier der Kunstvermittlung. Treffpunkt ist die Werkstatt des Museums.

Seit 2009 gibt es das Museum Kunst der Westküste. Wie kam es dazu, dass ein auf internationale Strahlkraft ausgelegtes Museum in einem Inseldorf wie Alkersum gebaut wurde? Wer sind die Architekten? Was charakterisiert die Sammlung Kunst der Westküste? Bei zwei Rundgängen durch das Haus beantwortet diese und andere Fragen die wissenschaftliche Mitarbeiterin Katrin Petersen, die von Anfang an zum Team des MKDW gehörte. Treffpunkt ist um 10.45 Uhr je nach Wetterlage der Garten oder die Galerie und um 12.45 Uhr der Garten oder der erste Ausstellungssaal.

Einen Ausstellungs-Schwerpunkt bilden in diesem Jahr Anfang des 20. Jahrhunderts auf den nordfriesischen Inseln Sylt und Föhr entstandene Arbeiten des Worpsweder Künstlerpaares Fritz Overbeck und Hermine Overbeck-Rohte. Diese Ausstellung ist am Museumstag Thema von zwei Veranstaltungen. Um 10.45 Uhr gibt es eine Führung mit MKDW-Direktorin Ulrike Wolff-Thomsen durch die Schau, in der historische Fährfahrpläne und Speisekarten, der Briefwechsel der Overbecks, Malutensilien und fast 100 Ölskizzen, Zeichnungen und Gemälde genauere Vorstellungen darüber zulassen, wie das Künstlerpaar seine Aufenthalte wohl erlebt haben mag. Treffpunkt ist der Saal 1. Im Saal 3 wird außerdem ab 15.15 Uhr Sabine Schlenker, wissenschaftliche Mitarbeiterin am MKDW, anhand der Korrespondenz der Overbecks den Balanceakt beleuchten, den Hermine Overbeck-Rohte in ihren verschiedenen Rollen als Künstlerin, Ehefrau, Hausfrau und Mutter hinlegen musste.

Eine ganz besondere Führung gibt es um 11.30 Uhr durch die Foto-Ausstellung „Schicht und Striptease. Herbert Dombrowskis Hamburg“ auf der Galerie. Zehntklässler der Eilun-Feer-Skuul beschäftigen sich im Rahmen eines gemeinsamen Projektes von MKDW und Schule seit Wochen mit den Schwarzweiß-Fotografien des Hamburger Fotografen und geben zusammen mit der Projektleiterin Antonia Invidia vom MKdW ihre Seherfahrungen und ihr Hintergrundwissen weiter.

Rund um die Dombrowski-Ausstellung gibt es am Sonntag noch weitere Aktionen. So heißt es von 12 bis 16 Uhr „Fifties Frisurenstyling – Zurück zu Haartolle und Rockabilly“. Die Friseurmeisterin und 1950er-Jahre-Expertin Stella Pahl wird am Museumstag ihren Salon von Dagebüll nach Alkersum verlegen. Jeder Besucher kann sich dann auf der Galerie über dem Museumsgasthof auf den Frisierstuhl schwingen und frisieren lassen. Noch schnell einen Lidstrich und roten Lippenstift für die Frauen – und ab zur Fotostation und das Ergebnis teilen.

Von 12 bis 16.30 Uhr gibt es dazu Rock’n’Roll am Plattenteller. MKDW-Mitarbeiter Vincent Ellmers, 50er-Jahre-Fan und Musical-Student, hat zur Dombrowski-Ausstellung passende Songs zusammengestellt. Um 16.15 Uhr gibt es dann noch einmal eine Führung durch die Foto-Ausstellung. Ulrike Wolff-Thomsen erzählt dabei über das Leben auf den Werften, auf dem Fischmarkt, in den Tanzlokalen und während mondäner Derby-Veranstaltungen und berichtet, wie die Aufnahmen des Hamburger Fotografen zustande gekommen sind.

Der Künstlerkolonie Skagen an der Nordspitze Dänemarks ist die dritte Ausstellung gewidmet, die in diesem Frühjahr im MKDW gezeigt wird. Was faszinierte die Skagener Maler an dem kleinen Fischerdorf? Und welche Anziehungskraft übt der Ort, an
dem Nord- und Ostsee aufeinandertreffen, noch heute auf Künstler aus? Diese Fragen wird die Kuratorin Christiane Morsbach bei Führungen beantworten, in denen sie die Highlights dieser Schau zeigt, in der Werke der Sammlung drei zeitgenössischen Positionen gegenüberstellt sind. Treffpunkt ist um 12.10 Uhr und um 15.15 Uhr im Glasgang des Museums.

Kein Museumstag ohne den Männergesangverein Föhr-West. Die stimmgewaltigen Insulaner waren schon bei der Museumseröffnung am 31. Juli 2009 dabei, treten seither bei allen Festen im MKDW auf. Am Sonntag sind sie gleich zwei Mal zu hören, um 13.30 Uhr singt der Chor im Saal 1 Lieder zum Frühling, um 14.30 Uhr an gleicher Stelle maritime Lieder.

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erstellt am 17.Mai.2017 | 17:00 Uhr

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