Gute Bilanz : Kunden vertrauen der Insel-Bank

Friesen-Idylle: Das ehemalige Raiba-Gebäude in Nebel ist seit fast 18 Jahren eine Filiale der Föhr-Amrumer Bank.
Friesen-Idylle: Das ehemalige Raiba-Gebäude in Nebel ist seit fast 18 Jahren eine Filiale der Föhr-Amrumer Bank.

Kreditnachfrage und Einlagen sind kräftig gestiegen. Mitglieder erhalten sechs Prozent Dividende.

shz.de von
21. Juni 2018, 11:30 Uhr

In der Veranstaltungshalle „54° Nord“ in Nebel fand die Generalversammlung der Föhr-Amrumer Bank für das Geschäftsjahr 2017 statt, und damit an dem Ort, an dem vor fast genau 18 Jahren die Fusion der Amrumer Raiffeisenbank mit der Föhrer Bank beschlossen worden war. „Das war eine gute Entscheidung damals“, befand Vorstandsmitglied Marko Reese, „die Bilanzsumme hat sich in den vergangenen 18 Jahren – ohne weitere Fusion – mehr als verdoppelt.“

Reese und sein Kollege Dirk Müller präsentierten den rund 100 anwesenden Mitgliedern ein gut aufgestelltes und grundsolides Bankhaus mit einem kräftigen Wachstum sowohl im Kredit- als auch im Anlagegeschäft. Die Mitglieder konnten daher auch erneut eine Dividendenausschüttung in Höhe von sechs Prozent beschließen.

Das zusammengefasste, positive Prüfungsergebnis wurde der Versammlung durch den Verbandspräsidenten Peter Behrens vorgetragen. Behrens merkte an, dass die aus der Ferne aufgezwungenen und weiter ausufernden Vorschriften die Vorstände sehr beschäftigen würden. So fordere die Datenschutz-Grundverordnung dem Geldinstitut einen großen logistischen Aufwand ab.

Marko Reese berichtete über eine gute Geschäftsentwicklung, die insbesondere durch eine anhaltend hohe Nachfrage nach Krediten durch private und gewerbliche Kunden geprägt sei. Aber auch die Anlage von Vermögen sei wieder kräftig gestiegen, was Reese als großen Vertrauensbeweis der Kundschaft wertete.

Die europäischen Notenbanken hatten auch im vergangenen Jahr die Leitzinsen für den Euroraum auf historisch niedrigem Niveau belassen, erfuhren die Mitglieder des Insel-Geldinstituts. Und die Europäische Zentralbank (EZB) verlange für kurzfristige Einlagen bei ihr unverändert einen Strafzins von 0,4 Prozent, statt einen positiven Guthabenzinssatz zu bezahlen. Das habe zur Folge, dass sich auch die Banken untereinander durch Negativzinsen belasten würden. Ein Versammlungsteilnehmer versicherte sich dann auch, ob seine Spareinlagen vielleicht doch noch mit Strafzinsen belegt werden. Das verneinte der Vorstand.

Dass die Föhr-Amrumer Bank ihr Dienstleistungsangebot rund um die Immobilie um das Thema Hausverwaltung erweitert, nahmen die Mitglieder mit Interesse auf. Man reagiere damit auf die Wünsche der Kunden, die solch ein Engagement von der Bank eingeworben hätten.

Die Ergebnisentwicklung und die solide Vermögenssituation der Bank wurden im weiteren Verlauf der Veranstaltung durch das Vorstandsmitglied Dirk Müller erläutert. Er berichtete von stabilen Erträgen trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase, was bei Banken derzeit nicht selbstverständlich sei. Aktuell gebe es erste Signale, dass der Niedrigzinssatz schon bald nach oben korrigiert wird. Die positive Entwicklung der Insel-Bank führt Müller unter anderem auf die gute Kreditnachfrage in Kombination mit einer verlässlichen Zahlungsmoral der Bankkunden auf Amrum und Föhr zurück. Bei den Mitarbeitern bedankte sich der Vorstand für das Engagement im abgelaufenen Jahr, wodurch nicht nur eine große technische Umstellung und eine intensive Prüfung durch die Bankenaufsicht gut gemeistert werden konnten, sondern auch die Jubiläumsfeier zum 125-jährigen Bestehen bei den zahlreichen Gästen in guter Erinnerung geblieben sei. Schließlich machte Dirk Müller auf die Angebote der Bank bezüglich Ausbildungs- und Studienplätzen für junge Insulaner aufmerksam und lud Schulabgänger zu Gesprächen ein. Der Vorstand unterstrich, dass die Filialen auf Föhr und Amrum mit jeweils einer Geschäftsstelle bestehen bleiben werden.

Zum Bilanzstichtag verzeichnete die Bank eine Ausweitung der Bilanzsumme um gut 18 Millionen auf mehr als 161 Millionen Euro. Dies entspricht einem Zuwachs um mehr als zwölf Prozent. Ermöglicht wurde dies dadurch, dass die Kunden der Föhr-Amrumer Bank zusätzliche sechs Millionen Euro auf laufenden und befristeten Konten sowie Spareinlagen anvertrauten und zusätzlich die Bankenrefinanzierungen zur Steuerung des Liquiditätsbedarfs erhöht wurden. So konnte die Bank einen satten Jahresüberschuss von 652 000 Euro erwirtschaften. Hiervon fließen 600 000 Euro in die Rücklagen.

Vorstand und Aufsichtsrat wurden von der Versammlung entlastet. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Oluf Dethlefs moderierte dann die Wahlen zu diesem Gremium. Die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder Kirsten Tadsen und Christian Peters, beide aus Nebel, wurden erneut in das Kontrollgremium der Bank gewählt. Für den im vergangenen Jahr verstorbenen Ulrich Herr aus Wyk wählten die Mitglieder den Wyker Rechtsanwalt und Notar Till Müller. Entsprechend der Satzung war dieser Posten wieder durch ein auf Föhr lebendes Mitglied zu besetzen. Damit ist der Aufsichtsrat zusammen mit Arno Hansen und Oluf Dethlefs von Föhr und Birte Winkler von Amrum wieder vollzählig.

Den unterhaltsamen Abschluss der Versammlung bildete dann ein Vortrag des Amrumer Künstlers Kai Quedens, der den Bank-Mitgliedern „Inselgeschichten“ erzählte.

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