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Museum Kunst der Westküste : Kultursalon wie zu Hans Christian Andersens Zeiten

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Eine gelungene Mischung aus Kunst, Musik und Literatur zog auch viele Besucher aus dem Nachbarland an. Christian Brückner las drei Märchen des dänischen Dichters.

Die Schlosskirche im süddänischen Gråsten (Gravenstein), der Museumsberg in Flensburg sowie das Alkersumer Museum Kunst der Westküste (MKDW) waren Stationen von Kultursalons zu Ehren des dänischen Dichters Hans Christian Andersen.

Dieses Kooperationsprojekt „Hans-Christian Andersen im Herzogtum Schleswig“ der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig und dem University College (UC) Syddanmark war genau in den drei Orten angesiedelt, die der Dichter im Jahr 1844 passierte, als er auf Einladung des dänischen Königs Christian VIII nach Föhr reiste. Finanziell unterstützt wurde das Projekt auch durch die Region Syddanmark, die damit die Erinnerung an den dänischen Dichter unterstützen wollte. Wie groß das Interesse an Andersen auch heute noch ist, machte nicht zuletzt die Tatsache deutlich, dass die Eintrittskarten für den Abend in Alkersum komplett ausverkauft waren und zahllose „Festländer“ aus Dänemark und Deutschland eigens dafür nach Föhr gekommen waren.

Das MKDW als Ort für diese Veranstaltung dürfte den kulturellen Salons entsprechen, bei denen sich zu Lebzeiten des Dichters das Bürgertum versammelte. Dabei wurde vorgelesen, musiziert und getanzt und der Abend bekam eine besondere Bedeutung, wenn ein Künstler zu Besuch war. Schon vor einigen Jahren hat das Alkersumer Museum Hans Christian Andersen bei einer Ausstellung nicht nur als Dichter, sondern unter anderem auch als Meister des Scherenschnittes gewürdigt.

Als „Gastgeber“ des Kultursalons im MKDW fungierten Hans Christian Andersen, verkörpert durch den dänischen Märchenerzähler Hans Laurens, sowie Herzogin Louise Sophie, dargestellt von Susanne Schoppmeier, einer deutschen Märchenerzählerin. „Dagebüll war für Andersen ein ganz fürchterliches Erlebnis“, berichtete die Herzogin. Sie ließ die beschwerliche Reise nach Föhr Revue passieren und rief die Lebensumstände der damaligen Zeit ins Gedächtnis. Für den malenden Teil des Salons zeichnete dann die Direktorin des Museums, Professor Dr. Ulrike Wolff-Thomsen, verantwortlich. Angesichts des großen Andrangs verzichtete sie allerdings auf die eigentlich angekündigte Führung, sondern erläuterte lediglich die Ausstellung „Das Meer. Von der Romantik bis zur Gegenwart“, wobei sie besonders auf die Entwicklungen der Kunst in diesem Zeitraum einging.

Lesung und Konzert standen anschließend auf dem Programm. Die Ankündigung, dass der Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher Christian Brückner an diesem Abend drei Märchen von Andersen lesen werde, ließ das Publikum schon im Vorfeld sicher sein, eine eindrucksvolle Veranstaltung erleben zu können. In der Tat bewies Brückner wieder einmal, dass er es meisterhaft versteht, die kleinsten Nuancen einer Erzählung zu verdeutlichen und ließ die Geschichten von der Nachtigall, vom Tölpelhans und vom Wassertropfen lebendig werden.

Diese Lesung war nicht der einzige Teil des Kultursalons. Vielmehr begeisterte auch das Trio „Vester Land“ von der Insel Fanø mit der Musikgattung „Sønderhoningen“, die so ähnlich schon zur Zeit von Hans-Christian Andersen gespielt wurde. Dorte Haubro Uhrbandt (Geige), Henriette Løvdal (Cello) sowie Malene Bech (Klavier und Bass) umrahmten die Brückner-Lesung musikalisch mit ihren Volksweisen und Liedern, die eine lange Tradition aufweisen. So spielten sie auch die Melodie „Føhringer“. „Diese Musik ist bereits zu Zeiten von Hans Christian Andersen gespielt worden“, berichtete Dorte Haubro Uhrbandt. Mit ihrem temperamentvollen Konzert, bei dem es auch eine Kostprobe des speziellen Tanzes gab, eroberte sich das Trio im Flug die Herzen des Publikums. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass zum Abschluss des Kultursalons die Akteure mit tosendem Beifall überhäuft wurden.


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erstellt am 28.Okt.2015 | 13:15 Uhr

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