Auf Amrum : Kultour bleibt auch bei Regen Kult

Der Eiderstedter Liedermacher Rainer Martens (r.) präsentierte mit seiner Band Platt-Entertainment.
Foto:
Der Eiderstedter Liedermacher Rainer Martens (r.) präsentierte mit seiner Band Platt-Entertainment.

Auch die 17. Auflage des Amrumer Musikspektakels ein voller Erfolg. Trotz Schietwetter beste Stimmung in sechs Insel-Lokalen.

shz.de von
20. September 2017, 12:30 Uhr

Wenn auf Amrum einen Tag lang von Wittdün bis Norddorf Rock- und Folkmusik erklingt, kann es sich nur um die „Amrum Kultour“ handeln. Die 2009 ins Leben gerufene Veranstaltung fand in diesem Jahr bereits zum 17. Mal statt und hat nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

Neben den Lokalmatadoren „Crazy Horst“ ließen Gerd Lehmkuhl, Rainer Martens mit seiner Band, Judith Tellado sowie die Band „Friedrich Jr.“ im „Strand 33“ in Norddorf, den „Dörnsk & Köögem“ und „Strandpirat“ in Nebel, dem „Likedeeler“ in Steenodde sowie dem Café „Pustekuchen“ in Wittdün einen Nachmittag lang zu jeder vollen Stunde mit jeweils 30-minütigen Auftritten die Insel klingen. Dabei mussten die Darbietungen – zum dritten Mal in der Kultour-Geschichte – wetterbedingt nach drinnen verlegt werden, was der guten Stimmung keinen Abbruch tat.

Die Amrumer Band „Crazy Horst“, Lokalmatadoren und Kultour-Mitbegründer, präsentierten das, was man von ihnen kennt: Straßenmusik für drinnen. Ganz nebenbei nutzten die Musiker den Auftritt als Vorbereitung auf ihre neue Tournee.

Auch Judith Tellado verfügt über Amrum-Erfahrung. So war sie schon mit der Band „Windstärke Moin“ auf der Insel zu Gast. Inzwischen geht die Wahl-Hamburgerin karibischer Herkunft ganz neue musikalische Wege. Unter dem Motto „St.Pauli trifft Puerto Rico“ treffen rhythmische Latin-Jazz-Klänge auf Texte, die vom allabendlichen Bild St. Paulis inspiriert wurden. Sie erzählen von Hamburg und dem Hafen, von Prosituierten, Partygängern und Künstlern. Wenn Judith Tellado die Bühne betritt, wird es nostalgisch und humorvoll, und das in drei Sprachen. Ihre beeindruckende Stimme wird dabei von Saxofon und Gitarre begleitet.

Die anderen Musiker und Bands feierten dagegen ihre Kultour-Premiere. So Gerd Lehmkuhl, der einzige Solokünstler an diesem Tag. Der Mann mit der Gitarre präsentierte einen Mix aus eigenen Westcoast-Kompositionen und neu interpretierten Klassikern.

Ebenfalls erstmals dabei war die Formation „Rainer Martens & Band“ mit ihrem „Platt-Entertainment“. Martens, der singende Kröger von der Küste, weiß genau, wie dat geiht. Aber auch Eric Büttner (Bass) und Stefan Thomsen (Schlagzeug) sind in der Formation eindeutig mehr als nur Reisebegleiter. Während ihrer Konzerte nehmen die drei ihre Zuhörer mit auf eine Reise durch platt- und hochdeutsche sowie englische Lieder. Garniert mit einer fetten Briese nordfriesischen Humors.

Zum Publikumsliebling entwickelte sich die Band „Friedrich Jr.“. Wer ihrer Musik lauscht, denkt an das Wasser oder den Hafen und verspürt einen Hauch Melancholie. Die Jungs aus Flensburg, Neumünster und Hamburg vermitteln dieses Gefühl mit einer gelungenen Mischung aus rauchiger Stimme, Gitarre, Kontrabass, Akkordeon und Schlagzeug. Und die Musiker Jan Hamann (Gesang, Gitarre), Arne Gloe (Akkordeon), Finn Strothmann (Kontrabass) und Lars Hellberg (Schlagzeug) waren nach ihrer Insel-Premiere begeistert: „Was für eine coole Veranstaltung. Es war toll, dabei zu sein“.

Traditionell fand das große Finale in Amrums Kult-Kneipe „Blaue Maus“ in Wittdün statt. Auf zwei Bühnen trafen sich hier noch einmal alle Musiker, bevor die Veranstaltung kurz nach Mitternacht zu Ende ging. Die nächsten Auflagen der Amrumer Kultour sind für den Juni und September geplant. Mehr Infos unter www.kultour-amrum.de.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen