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Insel-Bote

25. November 2017 | 07:03 Uhr

Kulinarische Entdeckungsreise auf Sylt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Für die TV-Kochshow „So isst der Norden“ drehte ein Fernsehteam mit NDR-Koch Rainer Sass eine Woche lang auf der Insel

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2017 | 17:27 Uhr

Hier zischt es in der Pfanne, es blubbert im Topf und da knistert es in der Rührschüssel. Dreharbeiten hinter dem Altfriesischen Haus – Fernsehkoch Rainer Sass hat für seine Serie „So isst der Norden“ in Keitum Station gemacht. Eine Dunstabzugshaube braucht das TV-Team nicht – die mobile Küche steht unter freiem Himmel, vor einem fantastischen Wattenmeer-Panorama. Ein idealer Drehort für den NDR-Fernsehkoch und seine Sylter Gastköche.

Die Spaziergänger auf dem Weg am Watt erkennen Rainer Sass sofort – der 63-jährige Versicherungskaufmann aus Stade ist schon seit 1985 nebenberuflich als Fernsehkoch tätig. Viele bleiben stehen, schauen sich das Spektakel im Licht der Scheinwerfer an. Wer ein Foto mit Rainer Sass haben möchte, wird sofort in den Arm genommen, der Regisseur drückt auf den Auslöser. Die NDR-Homepage nennt ihn „Showtalent und Quasselstrippe“, neben Johann Lafer und Alfons Schuhbeck gehört er zu den dienstältesten aktiven Vorkochern auf dem Fernsehschirm. Seine TV-Serie „So isst der Norden“ läuft seit vier Jahren Sonntag nachmittags um 16.30 Uhr im NDR-Fernsehen. Auf Sylt haben Sass und das siebenköpfige Team der Produktionsfirma DM-Film aus Hamburg für zwei Folgen gedreht. In einer Folge kocht Rainer Sass gemeinsam mit Birgit Damer (Goldschmiedin aus Keitum) und Jens Lund (Café Lund, Hörnum) in Keitum, in der anderen mit dem sh:z-Medienhaus-Chefredakteur Michael Stitz im Restaurant Beachhouse in Westerland. Interessante Rezepte und Kochtipps stehen im Mittelpunkt der kulinarischen Entdeckungsreise, doch nebenbei erfährt der Zuschauer auch viel über seine Sylter Gastköche und die Insel, auf der sie zuhause sind.

„Wir sind die einzige Kochshow, die rausgeht“, erläutert Rainer Sass das Konzept seiner Sendung. Die Zuschauer mögen seine lockere Art und seine norddeutsche Schnauze – mittlerweile läuft die vierte Staffel von „Sass: So isst der Norden“. Ein Erfolg, hinter dem auch ein eingespieltes Team steht. Autor und Regisseur Florian Kruck arbeitet seit 23 Jahren mit dem Hamburger Fernsehkoch zusammen, die Kameraleute gehören seit 20 Jahren zur Stammbesetzung. Ton, Licht, Maske, die Helfer mit den Küchenrequisiten – hier arbeiten alle Hand in Hand.

„Kotelett vom Bentheimer Landschwein mit Spitzkohl“ hat der Hörnumer Jens Lund (30) für sein Fernsehmenü ausgesucht. Das Schweinefleisch stammt aus Nordfriesland – vom Ravenshof in Lexgaard bei Süderlügum. Birgit Damer, von Beruf Goldschmiedin und nebenbei Organisatorin von Kulturveranstaltungen im Friesensaal, sorgt für friesische Nachspeisen. Es gibt Käsekugeln aus frischem Keitumer Ziegenkäse auf Paprika-Chutney, umhüllt von den gelben Blüten einer Butterblume und von schwarzem Sesam. Wie man das Löwenzahn-Gewächs sauber auf den Essteller bekommt, weiß Rainer Sass von seiner Frau Antje: Vorher mit dem Fön abstauben. Birgit Damer bedankt sich mit einem Tipp, wie man rohe Paprika schnell bekömmlich macht – einfach mit dem Bunsenbrenner einmal rundum abfackeln, so wie die Zuckerschicht einer Crème Brûlée. Doch bei der Probe wäre das fast schief gelaufen – die Gasflamme war zu groß eingestellt, fast hätte Birgit Damer Rainer Sass abgefackelt.

Für den süßen Abschluss des Sylter Menüs steuert Birgit Damer „Kladderadatsch“ bei – ein Himbeer-Dessert, das auf Sylt auch als „Tante Inge“, „Tote Inge“ oder „Rote Inge“ bekannt sei. Dazu kommen Himbeeren, zerbröseltes Baiser und etwas Himbeergeist in eine große Schüssel, doch statt süßer Sahne greift Birgit Damer zu frischem Ziegenkäse aus Keitumer Produktion. Eine ideale Kombination mit den süßen Himbeeren.

Am 28. Mai werden die Fernsehzuschauer das Sylter Menü auf der Mattscheibe erleben können. Nach einer Woche Dreharbeiten vor Ort für die beiden Episoden folgt für den Autoren und Regisseur der Sendung, Florian Kruck, nun der Schnitt. Die Szenen aus der Küche werden mit dreiminütigen Porträts der Sylter Gastköche ergänzt und auf insgesamt 30 Sendeminuten gekürzt. Für die Episode mit dem sh:z-Chefredakteur Michael Stitz bleibt Florian Kruck und seinem Team noch mehr Zeit für die Nachbearbeitung – hier ist ein Sendetermin erst im August geplant.

Schulterklopfend und mit einem kräftigen Händedruck verabschiedet sich Sass herzlich von seinen Gastköchen. Birgit Damer nimmt er nochmal in den Arm. Den versehentlichen Angriff mit dem Bunsenbrenner hat er ihr längst verziehen.

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