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hoher besuch : Küstenschützer legen Zeitplan vor

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Regelmäßig verschaffen sich die Küstenschützer des Landes einen Überblick über den Zustand der Schutzeinrichtungen. Beim jüngsten Besuch hatten sie nicht nur gute Nachrichten im Gepäck.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Alljährlich verschaffen sich die Küstenschützer des Landes neben den regelmäßigen Deichschauen eine Übersicht über den Zustand der Deiche, Uferschutzeinrichtungen und des biotechnischen Küstenschutzes auf Amrum und Föhr. Der Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, Meeres- und Küstenschutz, Ministerialdirigent Dietmar Wienholdt vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR), und Dr. Johannes Oelerich, Direktor des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), führten die Fachleute an. „Es stehen verschiedene Bauprojekte auf den Inseln an und wir nutzen die Gelegenheit, die Politiker vor Ort zu informieren und über neue Entwicklungen im zeitlichen Ablaufplan zu berichten“, umschrieb Wienholdt den Besuch.

An der derzeit aktuellsten Amrumer Baustelle, dem rund 350 Meter langen Küstenabschnitt vor dem Schullandheim Ban Horn, hatte sich der Baubeginn um eine Woche verschoben. Allerdings, so Frank Barten, „wir haben die Zusage, dass die Maßnahme bis Pfingsten abgeschlossen ist“. Barten ist seit diesem Frühjahr für den Neubau und die Instandhaltung von Deichen und anderen Küstenschutzbauwerken sowie den Betrieb der landeseigenen Häfen als Geschäftsbereichsleiter beim LKN verantwortlich.

Weniger gute Aussichten konnte Dietmar Wienholdt dem Utersumer Bürgermeister Joachim Lorenzen überbringen. Die geplante Sandvorspülung, bei der 120 000 Kubikmeter an den Küstenabschnitt vor Utersum vorgespült werden sollen, wird nicht mehr in diesem Jahr realisiert werden. „Wir mussten die Ausschreibung aufheben“, berichtete Wienholdt, angesichts überzogener Angebotspreise der Submissionsteilnehmer. Deren Auftragsbücher sind gut gefüllt und „eine aufwändige Maßnahme mit einer relativ kleinen Sandentnahmemenge, mit Vorgaben in Sachen Umweltschutz und Bauzeiten, übt auf die Unternehmen keine große Anziehungskraft aus“, erklärt der erfahrene Küstenschützer seine Einschätzung.

Geplant ist nun die Verknüpfung zweier Maßnahmen, bei der im Winter 2016 rund 600 000 Kubikmeter Sand vor die Küste Föhrs gespült werden sollen. Mit diesem Sand, der aus der Entnahmestelle für Westerland gesaugt werden soll, soll dann sowohl der Deich zwischen Utersum und Dunsum überbaut, als auch das Sanddefizit vor Utersum ausgeglichen werden. „Die Stürme im Herbst haben gezeigt, dass auf diesen Küstenabschnitt eine starke Strömung und ein starker Wellenschlag einwirken“, hat die Maßnahme für Wienholdt Priorität auf Föhr. Eine Übergangslösung für eine rund 350 Meter lange Problemstelle, bei der zirka 15 000 Kubikmeter Material aus dem Nahbereich gewonnen werden sollen, wird nach Möglichkeit kurzfristig umgesetzt.

Wie Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier bei einem Abstecher an das Ende des Waaswai am östlichen Dorfrand erklärte, seien die Anwohner hier bei der Sturmflut im Dezember sehr um ihr Hab und Gut besorgt gewesen. Auf eine weiter nördlich umgesetzte Schutzmaßnahme mit einer Stöpe verweisend, warb Dell-Missier auch in diesem Bereich um eine adäquate Lösung zum Hochwasserschutz. Wienholdt versicherte, eine Ermittlung der Höhen für die einzelnen Häuser zu veranlassen. Allerdings waren sich die Küstenschützer einig, dass Wasserstände, die mit Gummistiefeln noch zu regeln sind, in den Bereich des eigenverantwortlichen Objektschutzes fallen. Sollten die Untersuchungen ergeben, dass die möglichen anstehenden Wasserstände einer geschlossenen Lösung bedürfen, werde man ein Konzept erarbeiten, so das Versprechen.


Informationen nach den Ferien


 

Mit einer Veranstaltung wollen die Küstenschützer nach den Sommerferien über die Planung für den Deichbereich zwischen Wittdün und Steenodde informieren. Aufgrund der schwierigen Geländesituation hinter dem steilen Überlaufdeich und Berechnungsmodellen, wie sich eine mögliche Überflutung auf das Hinterland auswirken würde, wird eine durchgehende Erhöhung nicht in Betracht gezogen. „Wir müssen in diesem Bereich Wohnhäuser und die Landesstraße, die Verkehrsader für Wittdün und die ganze Insel, schützen. Wiesen gehören nicht zu den Schutzobjekten“, hatte Wienholdt bereits bei einer früheren Deichschau deutlich gemacht.

Daher soll der Überlaufdeich nur in Teilbereichen erhöht und durch zwei Flügeldeiche, die ins Landesinnere verlaufen, ergänzt werden. Da der Baubeginn für 2016 vorgesehen ist, könne man bereits Deichbaumaterial ansammeln, das etwa bei Tiefbauarbeiten anfalle, warben Dr. Johannes Oelerich und Dietmar Wienholdt.

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