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Wasserpreis auf Föhr : Kosten bleiben für die Insulaner stabil

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

In den zurückliegenden Monaten wurden ein neuer Speicher und neue Rohrleitungen gebaut. Trotz der hohen Investitionen und geringerem Verbrauch will der Beschaffungsverband am Tarif nichts ändern.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Auch beim Wasserbeschaffungsverband (WBV) Föhr hat sich die Kommunalwahl dieses Jahres ausgewirkt: Da die insularen Gemeinden, die allesamt dem WBV angehören, ihre Vertreter in der Verbandsversammlung teilweise neu bestimmt haben, galt es nun auch, einen neuen Vorstand zu wählen. Christfried Rolufs aus Oldsum bleibt Verbandsvorsteher, sein Stellvertreter ist in den kommenden fünf Jahren Otto-Eberhard Schaefer aus Wyk.

Der WBV, der für die Wasserversorgung auf ganz Föhr zuständig ist, hat auch in den vergangenen Monaten wieder einiges investiert. Der größte „Brocken“, der rund 840 000 Euro kostete, war der neue Speicherbehälter in Hedehusum, der im Frühjahr in Betrieb ging. Dort wurden zwei jeweils 400 Kubikmeter Wasser fassende Edelstahlbehälter an Ort und Stelle aus 75 Zentimeter breiten Stahlbändern fortlaufend zusammengeschweißt. Ersetzt haben sie den 320 Kubikmeter fassenden Behälter, der bei größerem Wasserverbrauch rasch an seine Kapazitätsgrenzen stieß. „Mit diesem neuen Speicher“, so Dr. Hark Ketelsen, der Geschäftsführer des WBV, „können wir im Bereich von Föhr-West ausreichend Reserve vorhalten. Davon profitiert natürlich auch die Löschwasserversorgung“.

Ständig im Auge behalten muss der WBV sein Leitungsnetz. Es ist insgesamt 115 Kilometer lang, wobei die ältesten Rohre vor über 50 Jahren verlegt worden sind. Eine neue, fast vier Kilometer lange Leitung wurde in diesem Jahr von Süderende über Dunsum nach Utersum gebaut. Angewandt wurde das horizontal verlaufende Spülbohrverfahren, was die Erdarbeiten auf das Notwendigste reduziert. 60 bis 70 Kilometer Leitung muss langfristig noch saniert werden, wobei vor allem die alten Rohre durch Kunststoffleitungen ersetzt werden. Zwar waren in der vergangenen Zeit zwei Rohrbrüche zu verzeichnen. Aber insgesamt kann Ketelsen zufrieden konstatieren: „Dank geringer Rohrschäden haben wir auch wenig Netzverluste“.

Der WBV-Geschäftsführer muss auf einen Rückgang der Wasserabgabe verweisen. Bereits 2012 war die Menge des gelieferten Trinkwassers um 4,1 Prozent auf rund 891 000 Kubikmeter zurückgegangen, und in der ersten Hälfte des Jahres 2013 war noch einmal eine deutlichere Verschlechterung um 6,9 Prozent hinzunehmen. Diese Entwicklung führt Ketelsen hauptsächlich auf Rückgänge im Fremdenverkehr zurück. Außerdem vermutet er, dass der verstärkte Einbau von Wasser sparenden Armaturen spürbar wird. Dennoch plant der WBV nach Auskunft seines Geschäftsführers keine Erhöhung der Gebühren. „Für das Jahr 2014 ist ein unverändertes Preisniveau vorgesehen.“ Unwägbarkeiten bedeuten für den Verband allerdings Überlegungen zur Erhöhung der Grundwasserentnahmeabgabe des Landes Schleswig-Holstein, die zielgerichtet für den Grundwasserschutz verwandt wird.

 

 

 

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