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Insel-Bote

17. Dezember 2017 | 15:06 Uhr

Wyk : Kopf und Körper wieder stabilisieren

vom

In der Krebs-Nachsorgegruppe des WTB erlangen die Teilnehmer Kraft und Zutrauen zum eigenen Körper zurück

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 07:18 Uhr

Wyk/ | Rita Vollrath wurde wie so viele Patienten ganz plötzlich und ziemlich knallhart erwischt: Diagnose Krebs - und was nun? Die notwendigen medizinisch-therapeutischen Maßnahmen haben der gebürtigen Westfälin zwar geholfen, die Nebenwirkungen von Chemo- und/oder Strahlentherapie sind von vielen Patienten allerdings physisch wie auch psychisch nicht eben leicht wegzustecken. "Erstmal war es nach der ganzen Malesche wichtig, sich selbst mental aufzurappeln, Kopf und Körper wieder zu stabilisieren und entsprechend anzuschieben."

Rita Vollrath ist seit Anfang des Jahres das "jüngste" Mitglied der WTB- Krebsnachsorgegruppe. Bereits Anfang 2009 hingegen verwirklichte Übungsleiterin Rita Littwinski ihre ursprüngliche Idee eines Angebots hinsichtlich "Sport in der Krebsnachsorge". Der Mix aus Kraft, Ausdauer, Entspannung und Beweglichkeit steht für die mittlerweile 15 Teilnehmer gemeinsam mit Koordination, Entspannung und vor allem Spaß an zwei Tagen in der Woche auf dem Reha-Sportplan.

Die gebürtige Dortmunderin Littwinski profitierte als Betroffene bereits vor Jahren von einer sportgestützten Nachsorge, nach Erwerb entprechender Trainerlizenzen und dem Umzug auf die Insel Föhr entwickelte sie auch in der neuen Heimat die entsprechende Initiative. "Neben dem WTB habe ich auch in der Klinik Sonneneck einen guten Partner und demzufolge auch entsprechende Voraussetzungen für den onkologischen Reha-Sport gefunden."

Ähnlich dachte auch Arwin Nahmens - quasi als teilnehmender "Mann der ersten Stunde". Der Wyker las nach Strahlen- und Chemotherapie im Wartezimmer seines Hausarztes vom damals neuen, übrigens verschreibungsfähigen, Angebot des WTB. "Das klang gut, warum nicht mal ausprobieren", ist Nahmens bis heute eifrig dabei.

Nicht nur auf dem Trockenen gilt es, individuell etwas für Kraft, Konzentration oder Koordination zu tun. Rita Litwinski betätigt sich inzwischen auch als "Aquarianerin" während der wöchentlichen und bei fast allen Teilnehmern durchaus begehrten Wassertrainingseinheiten im Pool der Wyker Fachklinik. "Man tut eben das, was man sich zutraut, kommt einfach mal raus und außerdem ist das hier ein wirklich nettes Clübchen", ist sich "Küken" Rita Vollrath bereits nach den ersten Wochen sicher.

Wichtig ist vielen der Teilnehmer auch der nicht zu unterschätzende Spaßfaktor und ein gewisses "Nicht-Reden-Müssen", es geht primär um körperliche Vitalität und davon profitieren in der Regel auch die positiven Gedanken bei der Bewältigung einer Krebserkrankung.

Apropos, Arwin Nahmens kennt als "alter Hase" der Truppe inzwischen die Vorliebe der Trainerin für das "Multi-Tasking" innerhalb spezieller Trainingssequenzen: "Wir müssen gerade bei Koordinationsspielen durchaus sehr spezifisch im Kopf reagieren und das manchmal auch ziemlich flott, darauf legt Rita großen Wert".

Anti-Stress, Pro-Spaß und Fitness sind das Motto, aber auch außerordentliche Aktivitäten haben sich als durchaus wichtige Bestandteile der Reha-Sportgruppe erwiesen. So unternimmt man hin und wieder Wattwanderungen, düst einen Tag auf die Halligen oder trifft sich nach einer Walking-Stunde auf einen "Coffee to Klön". Wieder "alltagstauglich" zu werden und Kraft und Zutrauen zum eigenen Körper zu erlangen, das ist die oberste Maxime der Krebsnachsorge-Gruppe des Wyker Turnerbundes und ihrer Leiterin Rita Littwinski ( 04681/7412855).

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