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premiere : Konzert in Wyk: Heimspiel vor ausverkauftem Haus

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Marcus Prinzen feierte sein musikalisches Insel-Debüt und begeisterte mit Liedern von Rio Reiser, Jacques Brel und Georg Kreisler.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 09:00 Uhr

Im bis auf den letzten Platz gefüllten Boldixumer „Erdbeerparadies“ stellte der gebürtige Föhrer Marcus Prinzen sein erstes Chanson-Programm vor und begeisterte vor allem mit seinen Interpretationen ausgesuchter Georg-Kreisler-Lieder.

Ein Programm, das Prinzen im Frühjahr ausgearbeitet hatte. „Horizonte: Lieder von Liebe, Leben,Traum und anderen Wirklichkeiten“, so der Titel, erlebte im September – am Piano begleitet von Felix Zirngibl – seine Premiere im Rahmen der Ulmer Kulturnacht zugunsten der dortigen Aids-Hilfe.

„Das Programm kam schon da gut an“, so der Sänger, „lediglich einige Kleinigkeiten mussten geändert werden“. Einen Erfolg auf der ganzen Linie konnte Prinzen nun auch bei seiner Insel-Premiere feiern. Seine frühere Gesangslehrerin Birke Buchhorn-Licht begleitete ihn am Piano und mit Gesang und Marko Laabs, der ebenfalls auf Föhr lebt, am Bass. Lieder von Rio Reiser, Jacques Brel, Georg Kreisler, Tim Fischer sowie Hans-Eckhard Wenzel, einem weniger bekannten ostdeutschen Liedermacher, der zu Prinzens Favoriten zählt, erklangen an diesem Abend.

Die Liebe zur Musik sowie das Talent und die Leidenschaft für die Schauspielerei hatten Marcus Prinzen nach Ulm geführt, wo er an der dortigen Akademie für darstellende Kunst erfolgreich ein Schauspielstudium absolvierte. Erfahrungen, die ihm jetzt in Boldixum zugute kamen. Fast spielerisch gestaltete er die Übergänge zwischen den einzelnen Darbietungen und präsentierte Monologe aus eigener Feder oder interpretierte Wiglaf Droste („Ich eifersüchtig? Ich?“).

Keine Frage, die intensive Probenzeit hatte sich für den jungen Künstler gelohnt. Der sich von der Spannung angetan zeigte, die im Saal zu spüren gewesen sei. Bei einem gemischten Publikum vom Rio-Reiser-Fan bis zum Anhänger der sehnsüchtig-traurigen Chansons eines Jacques Brel. Und dem „EP“, normalerweise ein Ort für eher laute und rockige Töne, standen die „leisen“, aber nicht weniger kraftvollen und inhaltsstarken Melodien und Texte gut zu Gesicht.

Die Musik und weniger die Schauspielerei wird für Marcus Prinzen („ Gesang ist für mich die schönste Weltsprache“) vorerst den Schwerpunkt bilden. So sind – voraussichtlich im Winter – auch Auftritte auf dem Festland geplant. Und auch ein neues Programm werde es geben, so der Sänger, denn weitermachen will der junge Künstler auf jeden Fall. Und nachdem im Rahmen seiner Föhr-Premiere mit „Sehnsucht“ auch ein eigenes Lied zur Aufführung und gut beim Publikum ankam, vielleicht auch eines mit eigenen Liedern und Texten. Denn von denen hat Marcus Prinzen, der die Bühne an diesem Abend erst nach einigen Zugaben unter großem Beifall verlassen konnte, bereits einige in der Schublade.

 

 

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