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Stimmung pur : Konzert in Wittdün: Ein Hauch von Stallgeruch

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Gruppe „Landrock“ begeisterte auf Amrum: Alltägliche Ereignisse auf dem Bauernhof stehen im Mittelpunkt ihrer plattdeutschen Lieder.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 20:00 Uhr

Die Band „Landrock“ trat in der „Blauen Maus“ auf und kam mit ihrem auf Plattdüütsch gesungenen Ausschnitt aus dem Leben eines waschechten Bauern beim Publikum bestens an. Bereits zum dritten Mal hatte Janni Maus die Jungs aus Dithmarschen auf die Insel geholt und Stimmungsbarometer und Beifall bestätigten die Wahl.

„Amrum ist ein Bernstein … die schönste aller Inseln vergisst man nicht mehr …“ sicherten sich die Musiker gleich zu Beginn die Sympathie und die volle Aufmerksamkeit im Raum. Bassist Ralf Sasse, aus dessen Feder viele Texte der Band stammen, hatte die Idee, der Insel ein Dankeschön zu komponieren. „Das Amrum-Lied war eine schöne und taktisch kluge Entscheidung“, schmunzelte Frontmann Bernd Grawrisch, „wir würden das vielleicht nicht unbedingt auf Föhr spielen“. Grawrisch ist der authentische, singende Bauer in der Gruppe. Als Vollerwerbslandwirt hat er 49 und eine Milchkuh. Letztere heißt Jutta, ist lieb und genießt als Maskottchen der Band eine Sonderstellung.

„Für mich ist mein Beruf eng mit den Liedern von ‚Landrock‘ verbunden – ich weiß, wovon ich singe“, erklärt der Frontmann. Und wer bisher noch nicht alle Weisheiten des Lebens kannte, ist nach diesem Abend ein ganzes Stück weiter. So bot das Lied „Dor is nix to moken” mit einer Ansammlung plattdeutscher Sprüche ausreichend Nachhilfe. Der Annäherungsversuch an eine schööne Deern allerdings, der mit einem klassischen „Moin“ beginnt und mit „Cola-Koorn, un noch’n Cola-Koorn, un noch’n Cola Koorn auf einen besonderen Verlauf schließen ließ, könnte auch böse ausgehen.

In der aktuellen Formation Bernd Gawrisch, Ralf Sasse, Theo Rehfisch und Jörg Schmidtke steht „Landrock“ seit 2012 auf der Bühne. Mit Erfolg, dann die begeisterten Gäste hatten nach eigenem Bekunden das Gefühl, mitten drin zu sein. „Ich stelle mir gerade vor, wenn die zickende Welle vom Miststreuer plötzlich wieder freikommt und den Mist ins Gesicht schleudert“, schüttelte sich eine Frau und brach bei der nächsten Anekdote bereits wieder in Gelächter aus. „Sehr schön“, kommentierte ein anderer und freut sich schon auf den nächsten Auftritt der singenden Landwirte.

Die durften erst nach einigen Zugaben Schluss machen, zu denen natürlich noch einmal das Amrum-Lied gehörte.

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