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Positive Entwicklung in der Insel-Klinik : Konferenzen mittels Video-Technik

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Krankenhaus-Förderverein zieht bei seiner Versammlung positive Bilanz und kündigt weitere Unterstützung bei Neuanschaffungen an.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2017 | 12:30 Uhr

Ganz im Zeichen der anhaltenden Diskussionen über die Zukunft des Klinikums Nordfriesland stand die Mitgliederversammlung des Fördervereins des Föhr-Amrumer Krankenhauses. „Nutzen Sie uns, wir haben mehr Potenzial, als viele uns zutrauen“, appellierte der kaufmännische Direktor des Klinikums Christian Volquardsen. Auch der ärztliche Direktor Dr. Clemens von Reusner betonte die Qualität des Wyker Hauses. „Wir haben hier eine sehr gute Facharztdichte.“ Von Reusner, Internist und Kardiologe, der sich beim Förderverein für die stete Hilfe in Sachen Ausstattung bedankte, redete in Sachen Personal Tacheles. Es sei unglaublich schwierig, Fachpersonal auf die Insel zu bekommen. Und mit befristeten Verträgen sei sowieso nichts zu erreichen. Mittlerweile sei man aber gut aufgestellt.

Gut aufgestellt ist auch der Förderverein. Es bestünden Rücklagen von 203  000 Euro, sagte Kassenwart Christian Christiansen. Wie die Vorsitzende Sibylle Franz betonte, sei man weiterhin bereit, den Zuschuss von 70  000 Euro für ein bereits vor Jahren gewünschtes CT-Gerät auch 2017 aufrechtzuerhalten. Nach ziemlich großen Investitionen in 2016 von rund 90  000 Euro wurden für dieses Jahr 35  000 Euro genehmigt. „Wenn die Wünsche des Krankenhauses nicht größer sind, werden wir das Geld aufbewahren für andere Zeiten“, sagte Christiansen.

Die Zuschüsse in 2017 sind gedacht für ein H2-Atemtestgerät (3000 Euro), durch das zum Beispiel Fructose-Intoleranzen diagnostiziert werden können, zwei Langzeit-EKG (6000 Euro), ein Video-Laryngoskop (10  000 Euro) zur Beatmungskontrolle während Operationen, einige Schränke, Bänke und einen Getränkeautomat (6000 Euro) sowie einen Zuschuss von 10  000 Euro zur Videokonferenztechnik, mittels derer das Klinikfachpersonal an wichtigen Festlandskonferenzen teilnehmen kann.

Im vergangenen Jahr hatte der Förderverein knapp ein Drittel seiner zugesagten 90  000 Euro für ein neues Ultraschallgerät beigesteuert. Mit weiteren 36  000 Euro wurde ein neuer Endoskopieturm bezuschusst. Weiterhin Hand- und Fußsiebe für Operationen und ein Gerät zur Früherkennung von Neugeborenen-Gelbsucht.

Viel besser sei die Reaktion des Krankenhauses auf Fördervereinhilfen geworden: „Die Anschaffungen werden jetzt deutlich schneller als noch vor zwei bis drei Jahren getätigt. Und damit werden die veranschlagten Gelder eben auch abgerufen“, freute sich Franz.

Die Auslastung stationär sei leicht gesunken, gab von Reusner bekannt. Mit 1203 Patienten läge man 2016 leicht unter Plan. Der Vergleich zum Vorjahr mit 1341 stationären Belegungen falle auch deshalb geringer aus, weil ja die Geburtshilfe nicht mehr geführt wird, was auch Auswirkungen habe. „Viele trennen das nicht“, sagte der ärztliche Direktor mit Bedauern. „Die Unzufriedenheit über die Schließung der Geburtshilfe führt auch zu allgemeiner Unzufriedenheit mit anderen Abteilungen.“ Mit rund 1400 ambulanten Behandlungen pro Quartal (350 internistisch und knapp über 1000 chirurgisch) sei man wiederum sehr gut dabei. „So wie die Bevölkerung für das Haus kämpft, müssen wir davon ausgehen, dass wir gewollt sind“, sagte Dr. Jörn Harder. Im Haus konnten endlich lange bereitgehaltene Vollzeit-Planstellen im medizinisch-technischen und OP-Bereich besetzt werden. „Die Personalsituation hat sich durch Impulse der Klinikleitung sehr gebessert“, so der Chirurg. Das gelte auch für Arztpraktikanten und Zivildienstler. Auch die Arztsituation sei mittlerweile sehr gut, die Probleme der Vergangenheit beigelegt. Nicht jedem läge die interdisziplinäre Tätigkeit zwischen innerer, chirurgischer und gynäkologischer Abteilung, so Harder – das Gleiche gelte für die Insellage. Mittlerweile habe man aber einen Pool von fünf bis sechs gut eingearbeiteten Ärzten, die eine permanente Facharzt-Bereitschaft garantierten. „Das hat viel Ruhe reingebracht.“

Von sehr turbulenten Zeiten sprach auch Verwaltungsleiter Volquardsen. Seine Hoffnung, nach einem positiven Ausgang des Bürgerentscheids zur Weiterentwicklung des Klinikums Nordfriesland wieder zur Ruhe zu kommen und einen roten Faden verfolgen zu können, dürfte sich nach dem klaren Votum erfüllen. Schließlich hingen daran beantragte Mittel aus dem Strukturfond des Landes in hoffentlich bewilligter Größe von rund sieben bis neun Millionen Euro. „Das ist ein ganz wichtiger Baustein fürs Krankenhaus“, sagte Volquardsen, der immer wieder betonte, dass der Sicherungszuschlag für das Wyker Haus nirgendwo zur Disposition stünde. „Weder im Kreis, noch auf Landesebene oder bei den Krankenkassen.“

Trotz 17 im vergangenen Jahr verstorbener Mitglieder, denen in einer Schweigeminute gedacht wurde, blieb die Zahl der Förderverein-Unterstützer nahezu konstant bei 1043. „Sehr viele übernehmen auch die Mitgliedschaft ihres verstorbenen Partners“, sagte Franz dankbar.

Wie wichtig die Unterstützung des Krankenhauses durch den Förderverein ist, verdeutlichte Christian Volquardsen am Ende der sehr gut besuchten Veranstaltung: „Bleiben Sie uns treu, Sie halten uns echt über Wasser!“

Gewählt wurde auch; und zwar wiedergewählt: Erk Roeloffs nahm die Wiederwahl zum stellvertretenden Vorsitzenden an, Dr. Reinhard Raabe die zum Beiratsmitglied.

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