zur Navigation springen

Amrums neue Attraktion : Knochenjob bei beißendem Gestank

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Leiter des Norddorfer Naturzentrums war bei der Zerteilung des Pottwals dabei. Für die Präparation des Tieres sammelt der Öömrang Ferian Spenden.

Das Skelett eines der Pottwale, die in der vergangenen Woche in der Nordsee vor Schleswig-Holstein verendet sind, kommt nach Amrum und soll im Norddorfer Naturzentrum des Öömrang Ferian ausgestellt werden (wir berichten). Der Leiter des Naturzentrums, Dr. Thomas Chrobock, nahm daher an der Zerlegung des Wals auf Nordstrand teil, um das Skelett für den Öömrang Ferian zu sichern. Von dieser Arbeit berichtet er unserer Zeitung.

„Die Zerlegung eines Pottwals ist keine einfache Angelegenheit“, so Chrobok, „und das nicht nur wegen der nötigen Arbeit, sondern auch wegen des unbeschreiblichen Geruchs, der in der Luft hing“. Das Tier, so erzählt der Leiter des Naturzentrums, war etwa zwölf Meter lang und zirka 15 bis 18 Tonnen schwer. Daher sei bei der Zerlegung auch schweres Gerät gefragt gewesen. Zwei Bagger hätten mit „anpacken“ müssen, um den Wal anzuheben und die Einzelteile, sortiert nach Knochen und Nicht-Knochen, in große Container zu verfrachten. An der Zerlegung waren zudem Mitarbeiter des Schleswig-Holsteinischen Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN), Tierärzte der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums Stralsund beteiligt. Bei den Arbeiten sei voller Körpereinsatz gefragt gewesen, denn die Haut eines Pottwals sei äußerst stabil und lasse sich nur sehr schwer zerteilen. Auch die Herauslösung der Knochen sei Schwerstarbeit gewesen: „Die Knochen müssen sorgfältig aus dem Fleisch herausgelöst und mittels Bagger herausgehoben werden“, schildert Chrobock. Die Tierärzte hätten zudem einen Teil der Eingeweide (zum Beispiel Magen und Darm) und das Gehör herauspräpariert, in der Hoffnung, Aufschluss über die Lebensumstände und die Todesursache der Tiere zu bekommen.

Das Skelett, welches nach Amrum kommt und die naturkundliche Ausstellung des Norddorfer Naturzentrums bereichern soll, wird vom äußerst erfahrenen Präparatorenteam Reenhard Kluge und Heidrun Strunk bearbeitet. Diese haben bereits Walskelette für das Multimar Wattforum in Tönning und das Schweinswalskelett präpariert, das seit dem vergangenen Jahr im Naturzentrum gezeigt wird (wir berichteten). Die Präparation des riesigen Pottwals wird, so schätzt Chrobock, einige Monate in Anspruch nehmen.

Für den Öömrang Ferian bedeutet der Erwerb, die Präparation und Ausstellung des Skeletts eine große finanzielle Herausforderung, denn es geht, geschätzt, um eine Summe von etwa 130  000 Euro. Die Beantragung von Fördermitteln hat bereits begonnen, doch ein großer Eigenanteil des Vereins an den Kosten ist trotzdem nötig. Daher bittet der Verein um Spenden. Die Spenden können, unter dem Stichwort „Wal-Spende“ auf das Konto des Vereins erfolgen (Föhr-Amrumer Bank, IBAN: DE64 2179 1906 0020 1053 25, BIC: GENODEF1WYK, Kontoinhaber: Öömrang Ferian). Der Naturschutzverein bittet Spender darum, unbedingt ihren Namen anzugeben, da geplant sei, beim ausgestellten Skelett eine Spendertafel anzubringen und so den Geldgebern zu danken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen