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Umstrittenes Vorhaben : Knappe Mehrheit für die Kartbahn

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nach lebhafter Diskussion stimmte die Wyker Stadtvertretung für das Projekt. Zahlreiche Jugendliche beiteiligten sich zuvor an der regen Debatte.

von
erstellt am 18.Nov.2014 | 09:00 Uhr

Erleichterung auf der einen, Enttäuschung auf der anderen Seite: Denkbar knapp haben die Stadtvertreter für den Bau der Kartbahn auf dem Gelände neben dem Flugplatz gestimmt. In einer bemerkenswerten Veranstaltung, denn der Sitzungssaal der Amtsverwaltung platzte aus allen Nähten. Bemerkenswert auch, da Jugendliche gut die Hälfte der zahlreichen Besucher ausmachten.

Mit sieben Ja- und fünf Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen wurde ein Projekt durchgewunken, das die Ausschüsse seit gut drei Jahren beschäftigt und Petra und Dierk Clausen als künftigen Betreibern eine Menge Geduld abverlangte. Vorausgegangen war der Abstimmung eine eher an eine Einwohnerversammlung erinnernde Einwohnerfragestunde, in der die schon oft gehörten Argumente noch einmal ausgetauscht wurden. Die Gegner brachten ihre Sorge um den Naturschutz und die befürchtete Lärmbelastung vor, wiesen auf die riskante Nähe zum Flugplatz hin und äußerten ihre Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Projektes. Auf der anderen Seite die Befürworter, die einmal mehr auf das mangelhafte Freizeitangebot für Jugendliche hinwiesen und die Kartbahn vor diesem Hintergrund für unverzichtbar hielten.

Deutlich wurde an diesem Abend vor allem eines: Die Kritik der Gegner richtet sich nicht gegen die Kartbahn, sondern den geplanten Standort am Fehrstieg. Eine Horrorvision für viele angesichts der nahen Wohn- und Ferienhäuser sowie der Kur- und Jugendeinrichtungen. Die aber kaum mit dem geplanten Freizeitvergnügen in Berührung kommen werden, wie Heinz Lorenzen (KG) betonte: „Die Pläne machen deutlich, dass die Kartbahn zur Straße und zur nördlichen Wohnbebauung in einiger Entfernung und jeweils durch einen Waldstreifen getrennt entstehen soll.“

„Es geht uns darum, für die Jugendlichen etwas zu schaffen“, meldete sich auch Dierk Clausen zu Wort. So soll das Angebot in den kartfreien Wintermonaten um zahlreiche Workshops erweitert werden und ein Fahrradverleih sowie ein Kiosk zur Wirtschaftlichkeit des Unternehmens beitragen. Alkoholausschank an Jugendliche, auch das eine Sorge der Gegner, regle das Jugendschutzgesetz. Und auch eine Lärmbelästigung sei nicht zu befürchten, denn es handle sich um Elektro-Karts – ohne quietschende Reifen und laute Motorengeräusche, wie eine Vorführung am Hafen und ein Gutachter bestätigten.

Die Opposition konnte dies alles nicht überzeugen. Die sich vorwerfen lassen musste, ihre Bedenken nicht bei der öffentlichen Anhörung im Februar dieses Jahres vorgebracht zu haben. Lediglich Hans-Werner Jakobsen hatte seinerzeit als Beauftragter der Luftaufsicht des Landes Schleswig-Holstein seine Sorge wegen des nahen Flugplatzes und der damit verbundenen Unfallgefahr zum Ausdruck gebracht. Erst kurz vor der Sitzung hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, um die Kartbahn zu verhindern. Die habe mit falschen Zahlen operiert, machte Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen deutlich. Nicht, wie behauptet, zirka 7000 Quadratmeter sollen am Südstrand versiegelt werden, sondern knapp die Hälfte der rund 6300 Quadratmeter großen Fläche. Die Initiative prüft derzeit die Möglichkeiten eines Bürgerbegehrens, um das Projekt doch noch zu verhindern.

Den Gedanken daran schiebt Dierk Clausen noch weit von sich. Denn die nunmehr dreijährige Wartezeit ist noch nicht beendet. Das Bauamt wird nun die eingegangenen Stellungnahmen beantworten und einen Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans beim Innenministerium stellen. Zwar können die Betreiber bereits einen Bauantrag stellen. Der aber wird vom Kreisbauamt erst nach Eingang der Genehmigung aus Kiel abschließend bearbeitet – und das kann bis zu drei Monate dauern.

 

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