In den Amrumer Dünen: : Kleinod erstrahlt in neuem Glanz

Nach dem langen Winter hatten alle Beteiligten nicht mit der rechtzeitigen Übergabe gerechnet.
Nach dem langen Winter hatten alle Beteiligten nicht mit der rechtzeitigen Übergabe gerechnet.

Trotz des langen Winters rechtzeitig fertig: Neues Wirtschaftsgebäude des FKK-Zeltplatzes füllt sich mit Leben.

shz.de von
15. Mai 2018, 14:30 Uhr

Wer noch zu Ostern einen Blick auf die Baustelle des Wirtschaftsgebäudes des mitten in den Amrumer Dünen gelegenen Zeltplatzes geworfen hatte, glaubte kaum an eine rechtzeitige Fertigstellung. Zu sehr hatte der für Amrumer Verhältnisse lange Winter mit bis zu 10 Grad unter dem Gefrierpunkt die Baustelle im Griff gehabt. „Zu Ostern hatten wir noch Schnee“, merkte Architekt Nils Gereke bei der Übergabe des Gebäudes an den Betreiber an. Seit dem 1. Januar 2016 zeichnet der Amrumer Sport- und Naturistenverein (ASN) für den Betrieb auf dem unterhalb des Leuchtturms gelegenen Platz verantwortlich.

Gereke zeigte sich sichtlich froh, dass die am Bau beteiligten Handwerker ein Höchstmaß an Engagement gezeigt hatten, um trotz aller Widrigkeiten inmitten der Amrumer Dünen den Übergabetermin halten zu können. „Ohne die Kooperation aller Mitwerkenden wären wir bis heute nicht so weit gekommen“ dankte Gereke in seinen Grußworten. Dass noch Restarbeiten übriggeblieben sind, beunruhigte die Verantwortlichen am Platz nicht. „Die Anlage ist weitestgehend fertiggestellt und nutzbar. Dass hier und da noch für die Restarbeiten Hand angelegt werden muss, ist überhaupt kein Problem“, sagte die Leiterin des Platzes, Ulrike Mrotzek. Nach der Übergabe an Pit Katzer, den Geschäftsführer des ASN, nahmen die angereisten Mitglieder das neue Haus genauestens unter die Lupe und zeigten sich zufrieden mit dem umgesetzten Standard.

Am Nachmittag schleppten die Mitglieder bereits eifrig die eingewinterten Einrichtungsgegenstände ins Gebäude und bereiteten den Platz für die Saison 2018 vor. „Was hier mitten in den Dünen für Verhältnisse herrschen und welche Anstrengungen nötig sind, um sein Zelt aufzubauen, können sich Außenstehende oft nicht vorstellen“, merkt die stellvertretende Vorsitzende des ASN, Eva von Zobeltitz, an. Das Waschhaus habe als zentrale Anlaufstelle auf dem weitläufigen Platz eine besondere Bedeutung.

Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus freute sich, dass Architekt Nils Gereke bei dem Entwurf des Gebäudes dem sensiblen Standort Rechnung getragen hat und es ihm trotz der engen Vorgaben gelungen sei, ein gelungenes Zentrum für den beliebten Zeltplatz zu schaffen. Ein positiver Aspekt sei sicher, dass Gereke auf Amrum aufgewachsen ist, mit der Schönheit der Amrumer Natur verbunden ist und diese mit einer besonderen Wertschätzung wahrzunehmen weiß.

Die Mitglieder des ASN freuten sich, dass die Gemeinde mit dem Neubau den Standort und die Einmaligkeit des Zeltplatzes hervorhebt und für viele Jahre und weitere Generationen dieses Kleinod mitten in der Amrumer Natur Bestand haben wird. „Unsere Kinder sind hier groß geworden und haben heute noch eine enge Bindung zum Platz und eine lebendige Verbindung zu den hier gewonnenen Freunden und Bekannten“, beschreibt eine naturverbundene Zelterin.

Die Gemeinde Wittdün hatte bereits zu Beginn des Jahrzehnts das Wirtschaftsgebäude des Zeltplatzes I umfassend saniert und investierte nun auch in den unterhalb des Leuchtturms gelegenen Zeltplatz II. Ein komplett neues Wirtschaftsgebäude nach neustem Standard entstand nach dem Abriss des alten Gebäudes an gleicher Stelle. Nachdem die Saison auf dem textilfreien Platz am 15. September beendet worden war, war mit dem Abbruch des aus den 1980-er Jahren stammenden Gebäudes begonnen worden. Beim Abriss zeigte sich dann, dass die Anlage mit den sanitären Einrichtungen nicht mehr uneingeschränkt der Witterung inmitten der Amrumer Dünen standgehalten hatte.

Wie Bürgermeister Jürgen Jungclaus erklärte, entsprach der Bestand nicht mehr den zeitgemäßen Ansprüchen, zudem war die Substanz des Holzbaus abgängig. „Die beiden Zeltplätze inmitten des Amrumer Naturschutzgebietes waren schon immer etwas ganz Besonderes und erfreuen sich stets großer Beliebtheit“, so Jungclaus. „Daher ist es der Gemeinde auch wichtig, dass für beide Plätze eine vernünftige Infrastruktur vorgehalten wird, die für die Zukunft genügt.“ Der Neubau bietet für die Sanitäranlagen, Verwaltung, Werkstatt, Lager und einen Gemeinschaftsraum Platz.

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