Einschulung auf den Inseln : Kleine Leute jetzt ganz groß

Amrums Abc-Schützen wurden von ihren Mitschülern mit Applaus begrüßt..
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Amrums Abc-Schützen wurden von ihren Mitschülern mit Applaus begrüßt..

Mit Gottesdiensten und Theater: In Wyk, Midlum und Süddorf wurden die Abc-Schützen feierlich begrüßt.

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09. August 2019, 16:27 Uhr

Während die Kinder auf dem schleswig-holsteinischen Festland noch ihre letzte Sommerferienwoche genießen durften, hatte für die Schüler auf den Inseln bereits wieder der Ernst des Lebens begonnen. Weil in den Tourismushochburgen viele Eltern im Saisongeschäft eingespannt werden, sind die Ferien hier im Sommer eine Woche kürzer, die dafür an die Herbstferien angehängt wird. Ältere Schüler mögen die verkürzten Ferien bedauern, anders die Kinder, die ihre Einschulung schon seit Monaten kaum erwarten konnten.  In Wyk, Midlum und Süddorf hatten sie jetzt schon ihren großen Tag.

Wyk: Erste Lektion: Ferien sind ganz wichtig

„Wir freuen uns ganz dolle auf euch!“ Schulleiter Christoph Steier begrüßte 36 Erstklässler in der Wyker Rüm-Hart-Schule, die – jahrgangsübergreifend – mit ihren Kollegen aus der zweiten Klasse – die Bienen-, Schmetterlings- oder Hummelklasse besuchen werden.

Zuvor hatte Pastor Frank Menke zusammen mit seinem katholischen Amtskollegen Dieter Lankes und Überraschungsgast Pippi Langstrumpf alias Lehrerin Anja Segschneider-Berger in einem Gottesdienst die jungen Schüler auf das bevorstehende Ereignis eingestimmt und die erste Lektion gelehrt: Ferien sind ganz wichtig.

Ein Schüler-Spalier erwartete dann die Erstklässler in der zukünftigen Wirkstätte, wo die jüngsten Mitschüler anschließend mit Gesang und einem Theaterstück  willkommen geheißen wurden.

Die zweite Lektion erteilte dann der kleine Löwe im Theaterstück: Das Lesen und Schreiben zu beherrschen ist von großer Wichtigkeit, erst recht, wenn es darum geht, einen Liebesbrief zu formulieren. Das sollte man nicht anderen überlassen.

Genau wie auch in Midlum lud der hauseigene Förderverein abschließend zu Getränken und Stärkung ein, während sich die frisch gebackenen Schüler geduldig vor die Kameras begaben.

Midlum: Die Hymne ist schnell gelernt

„In dieser Schule bist du Künstler, Sportler, Musiker, Forscher oder auch Entdecker“, so Michael Oldigs, der  Schulleiter der Grundschule Föhr Land. „Aber hier ist auch ganz viel Zeit“,  fuhr er fort, „die man mit Freunden verbringt, die Mut machen und auch trösten.“

13 Erstklässler samt Familien hatten sich in der Midlumer Turnhalle versammelt, um den ersten Schultag zu begehen. Diesen besonderen Schritt ins Leben versüßten nicht nur die Eltern mit gut gefüllten Schultüten und „et orkester“ (Leitung Josef Antos) mit der musikalischen Umrahmung, sondern auch die Mitschüler mit Gedichten, Liedern und einem Theaterstück. Da die Einschulung bereits am zweiten Tag nach den Ferien geplant war, mussten die Rollen  noch vor diesen verteilt und erlernt werden. „Sie haben sich um die Rollen gerissen“, berichtet Lehrerin Karen Jacobs, und die Textsicherheit war der Beweis dafür, dass Lernen kein Privileg der Schulzeit ist.

Mit „Nur Mut, Willi Wiberg“ spiegelte der kleine Willi die Aufregung der jungen Zuhörer vor dem ersten Schultag wider, erfuhr aber von seiner Lehrerin, dass auch diese mit Herzklopfen vor der neuen Klasse stehe und sich auf neue Gesichter, Charaktere und Namen einstellen müsse.

Dieses Gefühl kann auch Svea Iwersen-Peters, Klassenlehrerin der Abc-Schützen, gut nachempfinden. Obwohl sie bereits mehrfach eingeschult habe, sei jeder Anfang eine Mischung aus Freude und positiver Aufregung, so die Pädagogin.

Traditionell wird die Einschulung mit einem Gottesdienst begonnen, den die  Pastoren Kirsten Hoffmann- Busch und Dirk Jeß leiteten,  und schließt mit einer ersten Schulstunde im liebevoll geschmückten Klassenzimmer ab. Und da  steht auch das Erlernen der Schulhymne „Unsere Schule hat keine Segel“ mit auf dem Stundenplan – eine Lektion, die rasend schnell erlernt wird.

Süddorf: Schulstart mit Paula

Aufgeregt kamen die 15 Erstklässler zur St.-Clemens-Kirche, wo Pastorin Martje Brandt und Georg Neisen als  Vertreter der katholischen Kirche sie  begrüßten und ihnen ein Geschenk überreichten. Mit ihren großen  Schultüten und  bunten Ranzen rutschen die Mädchen und Jungen nervös hin und her und konnten es kaum erwarten, dass es endlich los ging. Nach dem Segen gab es kein Halten mehr, es hieß los, auf in Richtung Schule. Durch ein  buntes Spalier der Kindergartenkinder  ging es zum Doppeldeckerbus Paula.

In Süddorf anghekommen, wurden die Neuen mit  Applaus willkommen geheißen. In der Aula warteten schon die Dritt- und Viertklässler,  die unter der Leitung von Miriam Traulsen und Laura Totzauer  das Theaterstück  „Tranquilla Trampeltreu”  einstudiert hatten, das vom  langen Weg einer Schildkröte zu einem großen Fest handelte. Schulleiter Jörn Tadsen begrüßte zuvor alle herzlich und fand neben den Willkommensworten auch ein paar ernste Sätze.  So wies er   darauf hin, wie schädlich das Smartphone für  Kinderaugen sei. „Wir freuen uns auf Euch. Hier lernt ihr jetzt Zahlen, Buchstaben und warum die Sonne im Osten aufgeht und im Westen untergeht und dies auch noch anders im Winter macht als im Sommer”, wandte er sich dann an die aufgeregten Kinder.

Mit ihren Paten aus der höheren Klasse ging es für die kleinen Abc-Schützen  dann  zur ersten Schulstunde bei Klassenlehrerin Kathi Isemann.

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