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Hilfe ist nötig : Kleine Igelkinder in großer Not

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Viele Stacheltiere wiegen in diesem Herbst nicht genug, um den Winter heil zu überstehen. In der Wyker Igelstation herrscht bereits Hochbetrieb.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2013 | 12:45 Uhr

„So kleine Igel habe ich um diese Jahreszeit noch nie gehabt“, berichtet Angela Bruchwitz. Die neue Hütte ihrer Igelnothilfe am Grünstreifen ist schon fast ausgebucht und viele der 15 Gäste sind ausgesprochene Leichtgewichte, die noch weit weniger als 200 Gramm wiegen.

Dieses Phänomen der „Zwergenigel“ führt Bruchwitz hauptsächlich auf das schlechte Wetter im Frühjahr und Frühsommer zurück. Der stachelige Nachwuchs kommt eigentlich im August zur Welt, zu einer Zeit, zu der sich die Mütter vom Winterschlaf erholt und genügend Speck angefressen haben. Doch in diesem Jahr konnten sich die Igeleltern erst recht spät mit der Familienplanung befassen, und so sind viele der Kleinen Mitte Oktober noch weit entfernt von einem Gewicht von 450 bis 500 Gramm, das Voraussetzung ist, um den Winter zu überstehen. „Kleine Igel, die jetzt diese Gewicht noch nicht erreichten, haben alleine keine Überlebenschance“, betont die Fachfrau.

Doch zum Glück gibt es Angela Bruchwitz, die sich hingebungsvoll um die winzigen Stacheltiere kümmert, sie medizinisch versorgen lässt und aufpäppelt, in der Hoffnung, sie so doch noch in diesem Herbst wieder auswildern zu können. Nicht nur Föhrer, sondern auch Amrumer und sogar festländische Tierchen werden zu ihr gebracht, und Angela Bruchwitz ist dankbar, dass die Wyker Dampfschiffs-Reederei ohne viel Aufhebens den Transport der Igel übernimmt.

„Wenn die jungen Tiere während des Tages unterwegs sind, ist dies ein eindeutiger Hinweis, dass sie Hilfe benötigen“, erklärt die Igelmutter. In diesem Fall rät sie dringend, die Kleinen nicht ein oder zwei Tage zu beobachten, sondern einzusammeln und ihr Gewicht zu kontrollieren. Besonders wichtig ist dann, die winzigen Stachelträger zu wärmen und möglichst rasch zur Igelnothilfe am Wyker Grünstreifen 25 B zu befördern. Sollte Angela Bruchwitz nicht zu Hause und auch nicht telefonisch zu erreichen sein
(✆ 04681/741571), können die Hilfebedürftigen in einer Notfallbox untergebracht werden, die vor ihrer Haustür steht.

Welch großer Beliebtheit sich die Stachelträger bei Kleinen und Großen erfreuen, kann Angela Bruchwitz immer wieder bei ihren Führungen erfahren, die bis Ende Dezember jeden am Montag und am Donnerstag um 10 Uhr stattfinden. „Bei der jüngsten Veranstaltung“, berichtet sie, waren 50 Besucher da, was unsere Kapazitäten fast gesprengt hat“. Bei diesen Führungen können die Besucher auch zum Unterhalt der Station beitragen, die keine Zuschüsse erhält, sondern sich selbst finanzieren muss.

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