Wyk : Kleine Akrobaten leisten Großes

Bei der Menschen-Pyramide zeigten schon kleine Artisten große Körperbeherrschung.
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Bei der Menschen-Pyramide zeigten schon kleine Artisten große Körperbeherrschung.

Nach nur drei Tagen Probe: Die Mitglieder des Schüler-Zirkus „Mytilus“ zeigen atemberaubende Artistik.

shz.de von
09. Januar 2018, 16:28 Uhr

„Ich bin immer fast atemlos, wenn ich eine Aufführung des ‚Circus Mytilus‘ erlebt habe“. Dies bekannte eine Besucherin nach der jüngsten Präsentation in der Wyker Nationalparkhalle. Und recht hatte sie mit dieser Feststellung: Wahrlich atemberaubend waren die Vorführungen der etwa 50 Föhrer Artistinnen und Artisten, die die fast 400 Zuschauer an diesem Abend zu sehen bekamen.

Als Arbeitsgemeinschaft der Eilun-Feer-Skuul und der Grundschule Föhr-Land gibt es den „Circus Mytilus“ seit inzwischen mehr als acht Jahren und die jungen Artisten zwischen acht und 17 Jahren haben sich ein Repertoire angeeignet, dass sich hinter professionellen Zirkusnummern nicht verstecken muss. Dies beweisen sie immer wieder bei ihren Aufführungen.

„So ein Zirkus“ war dieses Mal das Motto der Show, die sich in einem Detail von allen bisherigen Mytilus-Vorstellungen unterschied – sie lief ohne Einfluss der Erwachsenen ab. „Wir haben diesmal nur für den äußeren Rahmen, die Bereitstellung der Nationalparkhalle, gesorgt“, berichtet Rolf Ganzel, Zirkus-Direktor seit dem ersten Tag, „und wir kannten auch das Programm nicht“.

Die Regie der Show hatte dieses Mal Emilia Ganzel gemeinsam mit Fabian Stamer übernommen. Rolf Ganzels Tochter hat nach ihrem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) Kultur beim „Circus Waldoni“ in Darmstadt angetreten und zu solch einem Jahr gehört auch die Verwirklichung eines größeren Projektes. In Emilias Fall ist es die Organisation und Durchführung einer Zirkusvorstellung.

Mit dem „Circus Waldoni“ sind die Föhrer von Anfang an fest verbunden und Mitwirkende dieses Projektes, das weit mehr ist, als ein Zirkus, arbeiten regelmäßig mit den insularen Nachwuchsartisten in Workshops zusammen. Zusammen mit Emilia Ganzel waren neun Trainer auf die Insel gekommen und haben in weniger als drei Tagen ein unglaubliches Programm auf die Beine gestellt. Musik- und Showelemente wurden dabei kombiniert mit den eigentlichen Zirkusnummern: Jonglieren, Einrad-Fahren, akrobatische Vorführungen, die in den Bau von Menschenpyramiden mündeten, wechselten sich vor den Augen der faszinierten Zuschauer ab. Als ganz neue Shownummer präsentierten die Akrobatinnen und Akrobaten das Turnen am Luftring. Alleine der Aufschwung in den Ring hätte den normalen Zuschauer vor fast unlösbare Probleme gestellt, den jungen Akteuren entlockte dieser Auftakt ihrer Luftnummern eher ein müdes Lächeln. Danach kamen die eigentlichen Übungen in recht großer Höhe.

So war es dann auch kein Wunder, dass das Publikum sich für das fast zweistündige Zirkusprogramm mit kaum enden wollendem Applaus bedankte und mit Lobesworten nicht sparte. „Ich bin erstaunt, wie professionell die Jugendlichen agieren, obwohl sie gerade einmal in der Woche trainieren“, so Rolf Ganzel. Doch viele der Mädchen und Jungen üben auch privat, weiß der Zirkusdirektor. „Nach der Show ist vor der Show“, meint er und stellt für den Sommer die nächste Aufführung des „Circus Mytilus“ in Aussicht.



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