SHMF : Klassik und Lieder auf Platt

Begeisterten das Publikum in Alkersum: Tai Murray (Violine) und  Silke Avenhaus (Klavier).
Foto:
1 von 2
Begeisterten das Publikum in Alkersum: Tai Murray (Violine) und Silke Avenhaus (Klavier).

Zum Auftakt des Festivals auf Föhr gab es ein wunderbares Konzert in Alkersum. Am Sonntag tritt die A-capella-Gruppe Quartonal in Boldixum auf.

shz.de von
02. August 2014, 14:15 Uhr

Nach dem furiosen Auftakt der Musikfestival-Saison auf Föhr mit dem Konzert der Violin-Virtuosin Tai Murray in Alkersum steht am morgigen Sonntag, 3. August, bereits das nächste SHMF-Konzert auf dem Programm. Ab 19 Uhr tritt das A-capella-Ensemble Quartonal in der Boldixumer St.-Nicolai-Kirche mit Werken von Mendelssohn, Vaughan Williams, Poulenc und anderen auf.

Die Welle des A-cappella-Singens hat in den letzten Jahren auch Deutschland erfasst, aber kaum eines der neugegründeten Ensembles widmet sich explizit der deutschen Mundart. „Schade“, fanden vier ehemalige Mitglieder der Chorknaben Uetersen und gründeten 2006 das Ensemble Quartonal – mit dem erklärten Ziel, sich auch dem heimischen Volkslied und dem Liedgut in plattdeutscher Sprache zu widmen. Die vier ehemaligen Chorknaben hatten sofort großen Erfolg, brachten im September 2013 ihre erste CD auf den Markt und sind nun beim SHMF mit klassischen Werken von Mendelssohn, Poulenc, Saint-Saëns, Vaughan Williams und anderen, aber eben auch mit drei plattdeutschen Volksliedern zu hören: „Lütt Anna Susanna“, „Min Jehann“ und „De Hamborger Kocksmaat“.

Mendelssohn stand auch beim Föhrer Auftakt-Konzert auf dem Programm. Tai Murray (Violine) und Silke Avenhaus (Klavier) gestalteten im großen Ausstellungssaal des Museums Kunst der Westküste den Föhrer SHMF-Auftaktabend mit Werken Felix Mendelssohns, Robert Schumanns und Franz Schuberts.

Romantiker wie Mendelssohn und Schubert, die eher dem gefälligen Stil von Mozart folgten, ihn interpretierten, und Schumann, der die strengere Kunst Beethovens weiterentwickelte – das Hinhören wurde interessant. Silke Avenhaus steht für pures Abenteuer beim Klavierspiel, dies merkt man körpersprachlich und akustisch. Neben vielen abgeräumten Preisen war sie bereits für den „Grammy Award“ nominiert.

Stets sah es allzu leicht aus, was Murray und Avenhaus von der Bühne verströmten, doch das Spiel beider Musikerinnen war exakt abgestimmt, die Konzentration präsent. Robert Schumanns „Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 d-Moll op. 121“ bildete den musikalischen Abschluss der Veranstaltung.

Karten für das Konzert am Sonntag gibt es im Vorverkauf im Föhr-Amrumer Reisebüro in der Wyker Mittelstraße und bei der SHMF-Tickethotline, ✆ 0431/237070

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen