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St. Nicolai : Kirchturm bröckelt vor sich hin

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die evangelische Gemeinde will das Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert erhalten, benötigt dafür aber viel Unterstützung. Die Arbeiten sollen bis zum Lutherjahr 2017 abgeschlossen sein.

Der Turm der Boldixumer St.-Nicolai-Kirche ist sanierungsbedürftig. Keine ganz neue Erkenntnis, die im Sommer des vergangenen Jahres einige Gemeindemitglieder auf den Plan gerufen hat. Gemeinsam will man sich dafür einsetzen, das Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert zu erhalten.

Von bröckelnden Steinen berichtet Rupert Schreilechner, Vorsitzender des achtköpfigen Arbeitskreises, teilweise durchgerosteten Bolzen und Mauerankern, die kaum noch Verbindung zum eigentlichen Mauerwerk haben. Tatsächlich ist der weithin sichtbare Teil der Kirche eine große Problemzone. Vom Einsturz bedroht sei der Turm allerdings, wie Pastor Jörg Weißbach betont, bei einem im Schnitt eineinhalb Meter dicken Mauerwerk nicht.

Die Aufzählung, die Weißbach und Schreilechner liefern, kann sich sehen lassen. So sei die Holzverschalung unter dem Bleidach marode, das neu eingefasst werden muss. Zudem ist der Turm nicht aus einem Guss, besteht das Mauerwerk vielmehr aus den verschiedensten Materialien. „An einigen Stellen ist der Mörtel gut und der Stein schlecht, an anderen Stellen ist es umgekehrt“, berichtet Jörg Weißbach von vielen Flickereien mit den verschiedensten Steinsorten, Ergebnis diverser Bau- und Reparationsstufen mehrerer Generationen. Schließlich stellt das Abplatzen von Mauersteinen aus rund 30 Metern Höhe, insbesondere im Bereich des Blitzableiters, ein Gefährdungspotenzial dar. Hier hat man mit einer Absperrung reagiert.

Betroffen ist besonders die Ostseite des Turms. Zwar wurden in den 1990-er Jahren einige Maueranker ausgetauscht, das Gerüst allerdings, seinerzeit an der Nordwest-Seite aufgebaut, umschloss nicht den ganzen Turm, der somit nicht vollständig auf Schäden untersucht werden konnte. Dies aber müsse geschehen, so Schreilechner, dann könnte ein Gutachten Gewissheit bringen, ob die gesamte Fassade erneuert werden muss.

Im Zuge der Ausbesserung soll auch der Innenbereich des Turms repariert und nutzbar gemacht werden. Unter anderem soll die Heizung ausgetauscht und in den ersten Stock verlagert werden. Denn wie in anderen Gotteshäusern üblich, diente der Turm früher als Eingangsbereich für die Kirche. Der Sims der ehemaligen Eingangstür ist noch da, die nach den Vorstellungen des Arbeitskreises auch künftig wieder ins Kirchenschiff führen soll.

Rund 350 000 Euro werden die Arbeiten nach ersten Schätzungen des Kirchenvorstehers und Bauingenieurs Bahne Petersen kosten, der das Gebäude mit Hilfe eines Krans in Augenschein genommen hat. Geld, das die Kirchengemeinde naturgemäß nicht hat, die auf Spenden der Insulaner und auf Unterstützung etwa von der Stiftung Denkmalschutz hofft. Allein für das Gerüst wären rund 60 000 Euro zu veranschlagen, weshalb Handwerker auch ihre Arbeit spenden oder der Gemeinde im Preis entgegenkommen können. „Wir brauchen eine verlässliche Kostenprognose, noch ist das Zahlenwerk zu wackelig“, verweist Rupert Schreilechner auf das dringend benötigte Sanierungskonzept. Erstellen soll dies Pieter Martijn Dubbeldam, Architekt im Baudezernat der Kirchenkreisverwaltung.

„Wenn wir es bis dahin nicht geschafft haben, schaffen wir es sowieso nicht“, betont Pastor Jörg Weißbach, dass man 2017 Vollzug melden will. Immerhin das Reformations-Jubiläumsjahr, in dem sich zum 500. Mal der Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg jährt. Viele Veranstaltungen wird es zu diesem Anlass geben und Beitrag der Gemeinde St. Nicolai soll sein, den runderneuerten Turm zu präsentieren.

Am Sonntag, 26. Januar, soll im Anschluss an den Gottesdienst um 11.30 Uhr im Rahmen einer Gemeindeversammlung über das Vorhaben und den aktuellen Stand informiert und, geht es nach Rupert Schreilechner, „eine Aufbruchstimmung erzeugt werden“.

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erstellt am 18.Jan.2014 | 13:00 Uhr

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