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Insel-Bote

16. Dezember 2017 | 06:47 Uhr

Fremdenverkehr : Keine Schuldzuweisungen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nach dem Wyker Beschluss zum touristischen Alleingang versuchen die Beteiligten, nicht noch mehr Porzellan zu zerschlagen. Wyker Vermieter können im nächsten Jahr weiter im Föhrer Gastgeberverzeichnis inserieren.

von
erstellt am 26.Mai.2014 | 11:45 Uhr

„Still ruht der See“, beschreibt Amtsvorsteherin Heidi Braun die Situation in den Föhrer Landgemeinden, nachdem Wyk den touristischen Alleingang beschlossen hat. Eine verständliche Ruhe, denn nach den positiven Abstimmungen in Wrixum, Utersum, Midlum, Oevenum, Dunsum und Oldsum müssen die übrigen Gemeinden noch über die geplante Gründung eines Zweckverbandes entscheiden.

In Wyk dagegen wird hinter den Kulissen emsig agiert. Klar ist, dass der negative Beschluss der Stadtvertretung für den Föhrer Fremdenverkehr katastrophale Folgen haben könnte – eine Lösung für das Dilemma aber scheint derzeit nicht in Sicht. Ein Fehler wäre es aus Sicht des Geschäftsführers der Föhr Tourismus GmbH (FTG), Armin Korok, in dieser Situation trotzig oder mit Schuldzuweisungen zu reagieren. Wie Heidi Braun sieht auch der Tourismus-Chef die einzige Chance darin, die verbliebenen Gemeinsamkeiten zwischen Stadt und Land zu sichern und zu versuchen, sie nach und nach wieder auszubauen.

Außerdem gelte es, auch weiterhin über die geplanten neuen Modalitäten und insbesondere über die Folgen eines Auseinanderbrechens der touristischen Strukturen zu informieren, sieht Korok Aufklärungsbedarf: „Ich habe den Eindruck, dass im Vorfeld dieses Beschlusses der Stadtvertretung einige Missverständnisse aufgetreten sind“. So zahle Wyk im laufenden Jahr nicht, wie vom Fraktionssprecher der SPD, Peter Schaper, vorgerechnet, 2,5 Millionen Euro an die FTG, sondern knapp 2,7 Millionen. Zudem werde die Stadt, die künftig für umfangreichere Leistungen rund 50 000 Euro weniger aufbringen muss als bisher, durch das neue Konzept erheblich besser gestellt.

Falsche Zahlen habe auch die Fraktionssprecherin der Kommunalen Gemeinschaft (KG), Dr. Silke Ofterdinger-Daegel, genannt. Nicht drei, so Korok, sondern vier Vertreter von Föhr-Land sitzen bisher im Aufsichtsrat der FTG sieben Vertretern der Stadt sowie zwei privaten Gesellschaftern gegenüber. Da für alle Beschlüsse bereits seit Gründung der GmbH eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich sei, habe Wyk auch bisher keine Entscheidungen im Alleingang treffen können und stets mindestens zwei weitere Aufsichtsratsmitglieder überzeugen müssen. Auch aus dieser Perspektive trete folglich keine Schlechterstellung für die Stadt ein.

Verunsichert sind derweil nicht nur die FTG-Mitarbeiter, die laut Korok seit längerem durch ein Wechselbad der Gefühle gehen. Viele Anfragen kämen von besorgten Wyker Vermietern, berichtet Armin Korok. Diese treibe angesichts der derzeit laufenden Rückgabefrist für die Anzeigen und Tabelleneinträge 2015, die am 12. Juni 2014 endet, die Sorge um, ob sie auch in Zukunft im Föhrer Gastgeberverzeichnis inserieren und am gesamtinsularen Quartierservice teilnehmen können.

„Selbstverständlich sind wir für alle Gastgeber da“, betont Heidi Braun, dass alle insularen Vermieter, egal ob aus Wyk oder von Föhr-Land, in den Genuss dieses Services kommen werden. „Für das nächste Jahr ist das in trockenen Tüchern, danach müssen wir schauen, wie es weitergeht.“

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