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Entscheidung vertagt : Keine Poller in dieser Saison

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Ausschuss für öffentliche Einrichtungen rudert zurück. Über die Saison sollen Erkenntnisse gesammelt und dann beurteilt werden, ob eine Gefährdungslage vorliegt.

Das Hin und Her um die Frage, ob die Fußgängerzone außerhalb der Lieferzeiten durch Poller abgesperrt werden soll, geht weiter. Einem Antrag von Jürgen Huß (Kommunale Gemeinschaft) und Bernd Wigger (Handels- und Gewerbeverein Föhr) folgend, wurde das Thema in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen erneut diskutiert. Nötig geworden war dies, nachdem die Stadtvertretung einen früheren Beschluss des Gremiums pro Poller wieder kassiert hatte (wir berichteten). Neue Argumente kamen an diesem Tag nicht auf den Tisch. Ein Manko, das durch die lebhaft und emotional geführte Diskussion ausgeglichen wurde. Denn viele Einwohner, Geschäftsleute und Lieferfahrer waren dem Aufruf gefolgt, ihre Meinung zur derzeitigen Situation und eigene Lösungsvorschläge zu äußern.

Ob Stefan Peetz, Bernd Wigger oder Antje Boetius, sie alle befürchten eine geschäftsschädigende Auswirkung der Sperrung. Verursacht durch die Tatsache, dass die Geschäfte nicht mehr ausreichend mit Waren versorgt werden können. Auf wenig Verständnis stieß bei den versammelten Zuschauern zudem, dass die Wilhelmstraße weiterhin als Schlupfloch zur Verfügung stehen soll. Als Folge würde der Verkehr dort stark zunehmen, das Gefahrenpotenzial lediglich verlagert werden und die Kraftfahrer kämen künftig unfreiwillig in den Genuss einer Stadtrundfahrt.

Vielmehr sollte nach einer Lösung gesucht werden, die den unberechtigten Autoverkehr kontrolliert und eindämmt und die Lieferanten nicht ausbremst. Dass diese erst dann sinnvoll gesucht werden kann, wenn Problem und Ziel klar definiert seien, auch das gaben die Anwesenden zu bedenken. Und der Gefahr für die Fußgänger könnte man im Rahmen der ohnehin beabsichtigten Neuplanung der Innenstadt begegnen. Blumenkübel könnten so aufgestellt werden, schlug Stefan Peetz vor, dass die Autofahrer gezwungen werden, Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Und Antje Boetius regte an, Geh- und Fahrradwege durch eine unterschiedliche Pflasterung zu trennen.

Vorschläge, denen die Forderung folgte, von der Sperrung abzusehen und einen Kontrolleur einzustellen, auch wenn der sich nach der Rechtslage auf den ruhenden Verkehr beschränken müsse. Denn man war sich einig, dass die derzeitige Regelung ausreichen würde, gäbe es keine schwarzen Schafe. Als die wurden jene Kraftfahrer ausgemacht, die insbesondere in den Vormittagsstunden zur Sparkasse fahren, um dort ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Würde hier in den dann ruhenden Verkehr eingegriffen und einige Wochen Präsenz gezeigt, wäre das Problem aus Sicht der Einwohner beseitigt.

Ein Vorschlag, der bei Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen (CDU) auf wenig Gegenliebe stieß. Bisherige Erfahrungen mit einem Kontrolleur seien negativ gewesen, der sich anpöbeln lassen musste und sogar angespuckt worden sei. Zudem habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass trotz intensiver Suche sowohl auf der Insel als auch auf dem Festland niemand bereit sei, diesen Job zu übernehmen. Eine fadenscheinige Argumentation, befand Antje Boetius, schließlich mache jede Politesse den gleichen Job.

„Wir brauchen jemanden, der konsequent kontrolliert. Das ist abschreckend und zeigt auf Dauer Wirkung“, befand Bernd Wigger. Und auch Heinrich Heymann, Anwohner in der Großen Straße, warb eindringlich für diese Lösung: „Lassen sie es ohne Poller, aber mit einem Kontrolleur. Wenn sie zu wenig Geld haben, will ich ihnen für diesen Sommer 3000 Euro geben“, allerdings müsse der Kontrolleur vom Festland kommen.

Am Ende einigte sich der Ausschuss darauf, den Status Quo zu belassen. Über die Saison sollen Erkenntnisse gesammelt und dann beurteilt werden, ob eine Gefährdungslage vorliegt.

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erstellt am 11.Jun.2016 | 17:00 Uhr

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