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schärfere Kontrollen geplant : Keine Poller in der Fußgängerzone

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Viele Insulaner können sich noch an die Zeiten erinnern, als die Zufahrten zur Fußgängerzone durch Poller abgesperrt waren. Nun wurde erneut diskutiert, das Autofahren außerhalb der Lieferzeiten, das längst zu einer Art Föhrer Volkssport geworden ist, zu unterbinden.

Viele Insulaner können sich noch an die Zeiten erinnern, als die Zufahrten zur Fußgängerzone durch Poller abgesperrt waren. Nun wurde erneut diskutiert, das Autofahren außerhalb der Lieferzeiten, das längst zu einer Art Föhrer Volkssport geworden ist, zu unterbinden. Doch im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und später auch in der Satdtvertretung stieß das Ansinnen auf wenig Sympathie, lieber will man das Überwachungspersonal aufstocken.

Von 7 bis 11 Uhr dürfen Lieferfahrzeuge in die Fußgängerzone einfahren, an- und abreisende Gäste können jeweils für eine Stunde ihre Autos direkt vor dem Ferienquartier abstellen. Und außerdem gibt das Ordnungsamt auf Antrag rote Plaketten aus, die zum Befahren der Fußgängerzone berechtigen. 92 solcher Plaketten, so erfuhren die Politiker, seien derzeit im Umlauf und würden von etlichen Besitzern als Freibrief missverstanden.

Insgesamt sei das Fahrzeugaufkommen während der regulären Sperrzeiten gestiegen, eine wirksame Kontrolle kaum möglich. Aus diesem Grund wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen zur Diskussion gestellt, die Fußgängerzone an den Zufahrten Große Straße/Badestraße, Hafenstraße/Königstraße sowie am Ende des Sandwalls jeden Morgen um 11 Uhr durch Poller abzusperren. Für Notfälle und für Anlieger mit eigenen Garagen oder Parkplätzen sollte die Zufahrt an der Wilhelmstraße geöffnet bleiben.

„Wir werden kaum Zeiten finden, wo nicht reger Autoverkehr in der Fußgängerzone herrscht“, hatte Ordnungsamtsleiter Jörg Michelsen den Antrag begründet. Doch ob Poller der Weisheit letzter Schluss seien, daran schieden sich die Geister.

Seine Fraktion habe sich dafür ausgesprochen, es ein Jahr probeweise mit Pollern zu versuchen, berichtete der Ausschussvorsitzende Ulrich Herr (CDU). Die alleinige Zufahrt über die Wilhelmstraße sei zwar umständlich, aber Handwerker, die tagsüber in der Fußgängerzone zu tun hätten, hätten im allgemeinen auch Vierkantschlüssel dabei, mit denen die Poller geöffnet werden können. „Die gibt es für 17 Euro in einem Wyker Baumarkt“, so Herr.

„Mit der vorgeschlagenen Lösung halten wir im Jahr vielleicht zwei Fahrzeuge ab“, meinte Sabine Gilleßen (SPD), während Dirk Hartmann (Grüne) daran erinnerte, dass die Poller-Lösung seinerzeit gut funktioniert habe. Keine Poller, weil der Weg über die Wilhelmstraße für Gäste zu umständlich sei, aber auch keine roten Plaketten mehr, lautete der Vorschlag von Holger Frädrich (SPD).

Die Abschaffung der roten Plaketten hatte sich auch Ordnungsamtsleiter Jörg Michelsen gewünscht. Stattdessen, so seine Idee, müssten Firmen im Ordnungsamt anrufen, wenn sie außerhalb der Lieferzeiten in die Fußgängerzone einfahren wollen. „Das macht die Überwachung leichter, weil unser Mitarbeiter dann weiß, wer fahren darf“, so Michelsen.

Dieser Vorschlag wurde als mit zu hohem Verwaltungsaufwand verbunden verworfen, zumal, wie Heinz Lorenzen (KG) anmerkte, nicht Handwerker das Problem seien, „sondern die Leute, die Tag und Nacht einfahren und sich nicht darum scheren, dass das eine Fußgängerzone ist“. Und das seien neben den Auto- genauso auch Radfahrer. Im Lauf der Diskussion kristallisierte sich dann immer mehr das als Konsens heraus, was Volker Stoffel (KG) gefordert hatte: „Wir brauchen keine Poller, sondern mehr Kontrolleure“. Lediglich für den Sandwall wurde eine Absperrung als sinnvoll erachtet.

Bei einer Enthaltung empfahlen die Ausschussmitglieder schließlich der Stadtvertretung, künftig den Sandwall an der Mittel- und an der Feldstraße außerhalb der Lieferzeiten abzusperren und für eine höhere Bewachungsdichte zu sorgen. Dem schloss die Stadtvertretung sich an.

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erstellt am 19.Mai.2014 | 08:00 Uhr

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