In Südtondern : Keine Hinweise auf Wölfe

Scheue Tiere.
Scheue Tiere.

Isegrim ist im Norden Nordfrieslands offenbar noch nicht heimisch. Fotofallen wurden deshalb wieder abgebaut.

shz.de von
25. Mai 2015, 18:15 Uhr

Mittlerweile sind die beiden Fotofallen wieder abgebaut. Wochenlang waren sie im Rahmen des Wolf-Monitorings auf Feld und Flur aufgestellt, um auch in Südtondern die Präsenz der Raubtiere nachzuweisen. Während aber in anderen Regionen sich der Wolf zeigte oder gerissene Nutztiere auf seine Anwesenheit schließen ließen, ergaben sich hierzulande keine Beweise, dass der seltene Vierbeiner regelmäßig durchs Amtsgebiet wandert. Und so kommen die teuren Fotofallen, die wie Bewegungsmelder funktionieren, vorerst nicht weiter zum Einsatz.

Die mit Hilfe der Kameras gesammelten Bildern wurden von Naturschützern regelmäßig ausgewertet und zeigten allerhand Getier – nicht aber den gesuchten Wolf, sondern Wildtiere wie Marder, Fuchs oder Rehe. Und auch DNA-Auswertungen erbrachten keinen Beleg für Wolfswanderungen durch die Region. „Den nächste standorttreuen Wolf gibt es auf der Höhe von Skærbæk auf der Insel Röm“, erklärt Jens-Uwe Matzen. Der 58-jährige Forstwirt ist Experte des Wolfsinformationszentrums Schleswig-Holstein, das dem Kieler Umweltministerium angegliedert ist und seinen Sitz im Wildpark Eekholt hat. „Weiter südlich hält er sich nicht auf, weshalb hier bislang auch keine Nutztierrisse vorkamen.“ Im Januar seien zwar unweit der Grenze zum Kreis Schleswig-Flensburg





Schafe gerissen worden. Nach Speichelproben konnten diese Vorfälle jedoch zwei Hunden zugeschrieben werden. Bei den dänischen Tieren handele es sich um Einzeltiere. Es gäbe weder ein Rudel, noch Nachwuchs, so der Experte.

Auch Jens-Uwe Matzen betont, dass im Normalfall von Wölfen keine Gefahr für den Menschen ausgehen. Die Tiere seien scheu und würden jeden Kontakt mit dem Menschen vermeiden. Matzen: „Die Wahr






scheinlichkeit, einen zu sehen, ist wie ein Fünfer im Lotto.“ Wer aber dennoch glaube, in der Natur einen Wolf entdeckt zu haben, solle sich „zuerst einmal freuen,



dann sich bemerkbar machen, damit das Tier flüchtet und anschließend unbedingt einen Wolfs-Experten informieren“.

Hinweise zu möglichen Vorkommnissen werden über das Internet (wolfsbetreuer@wildpark-eekholt.de) oder über die Nummer 0174/6330335 entgegengenommen.

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