Sommersturm ohne Folgen : Keine Einsätze auf Föhr und Amrum

Trauriges Bild auf der Hüttmannwiese: Das Dorffest fiel buchstäblich ins Wasser.
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Trauriges Bild auf der Hüttmannwiese: Das Dorffest fiel buchstäblich ins Wasser.

Tief „Zeljko“ fegte über die Inseln. Feuerwehren mussten nicht ausrücken. Dorffest in Norddorf wurde Opfer der Regenmassen.

shz.de von
27. Juli 2015, 09:00 Uhr

Starker Tobak: Einen schweren Sturm mit Böen in Orkanstärke und Gewittern hatte der Deutsche Wetterdienst angekündigt und entsprechende Warnungen herausgegeben. Und Sturmtief „Zeljko“ erreichte die Inseln am Sonnabendabend gegen 21 Uhr mit Orkanböen bis zu 120 Stundenkilometern – Schäden waren allerdings weder auf Föhr noch auf Amrum zu vermelden. „42 Einsätze in 24 Stunden im gesamten Zuständigkeitsbereich, auf Föhr und Amrum kein einziger“, war gestern von der Leitstelle Nord in Harrislee zu erfahren.

„Das sind fast normale Einsatzzahlen“, zeigte sich selbst Wyks Wehrführer Kai Sönnichsen überrascht, der von einer ruhigen Nacht sprach. Auf Föhr hatte es keinen Vorarlarm gegeben, im Gegensatz zu Amrum. Hier waren die Wehren in Alarmbereitschaft und hatten insbesondere die beiden Zeltplätze im Blick. Die hätten im Ernstfall evakuiert werden und deren Bewohner in der Schule übernachten müssen, berichtete ein Feuerwehrmann, allerdings sei die Alarmbereitschaft in den frühen Abendstunden aufgehoben worden.

Doch auch wenn die Einsatzkräfte nicht ausrücken mussten, für Unannehmlichkeiten sorgte die ungemütliche Wetterlage dennoch. So fiel das traditionelle Dorffest in Norddorf am Sonnabend buchstäblich ins Wasser. Bis zur letzten Minute hatten die Veranstalter gehofft und schließlich den Kompromiss gesucht. „Um das Fest nicht ganz abzusagen, haben wir uns für eine kleine Variante entschieden, mehr war wetterbedingt nicht drin“, erläuterte Michael Hoff, Veranstaltungsleiter der Amrum-Touristik, den Plan B.

Auch auf Live-Musik musste verzichtet werden, da die mobile Konzertbühne der Amrum-Touristik aus Sicherheitsgründen nicht aufgebaut werden konnte. So bildeten rund zehn Verkaufsstände das überschaubare Ambiente auf der Hüttmannwiese. Stände, die gegen 16.30 Uhr, als der erste Starkregen einsetzte und die Vorboten des Sturms spürbar wurden, zügig abgebaut wurden. Damit ging das „Dorffest light“ innerhalb weniger Minuten zu Ende.

Auf Föhr hatten die Verantwortlichen das geplante Dorffest in Boldixum bereits am Freitag abgesagt. Zu groß die Gefahr, so die Begründung, denn auf dem Spielplatz hinter dem Feuerwehrgerätehaus sollten Zelte aufgestellt werden. Dagegen verfügt Utersum über eine komfortable Ausgangssituation, wo die Strandkorbhalle den Mittelpunkt des Sommerfestes bildet. Lediglich ein Zelt auf der Wiese vor der Halle war hier installiert worden, das abends, als die Orkanböen einsetzten, abgebaut wurde. „Notfalls fällt alles etwas kleiner aus und alle rücken ein bisschen zusammen“, hatte Bürgermeister Joachim Lorenzen am Sonnabendvormittag verkündet, das Fest nicht abzusagen.

Eine richtige Entscheidung, wie sich herausstellte, denn der Regen setzte erst nachmittags ein. Der Rundzug durch das Dorf mit den Musikfreunden Föhr-West sollte gerade beginnen, als sich alle Schleusen öffneten – und fand trotz der Dusche von oben statt. Um 19 Uhr tanzte schließlich die Utersumer Trachtengruppe und als „Zeljko“ die Insel erreichte, wurde in der Strandkorbhalle – mit Musik von DJ Thomas Strelow – längst geschwoft.

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