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Sambaklänge auf dem Sandwall : Keine Angst vorm schwarzen Mann

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Besondere Aktion zum Jahreswechsel: Nordfriesische Schornsteinfeger waren in Wyk unterwegs, um dem Niebüller Hospiz Spenden-Glück zu bringen.

Der Schornsteinfeger ist ja eigentlich ein Glücksbringer. Er bewahrt das Haus vor Bränden durch einen verrußten Rauchabfluss und hat dabei immer noch einen netten Schnack auf Tasche. Am vergangenen Donnerstag hat er jedoch bei einer Sache versagt: Für den jährlichen Spendenlauf der Schornsteinfeger in Wyk hätte es sicherlich passendere Wetterlagen gegeben. Vieles wäre wahrscheinlich besser gewesen als der Nieselregen und der frische Wind, die die Männer im Schwarzen Dress von Festland erwarteten. Aber der Föhrer Schornsteinfeger Joachim „Aschi“ Christiansen nahm auch das mit Humor: „Das wird kalt genug“, meinte er, als er am Hafen seine Kollegen erwartete. „Aber wir sind ja alle keine Gutwetterfeger. Und Schnee und Eisregen wären noch schlimmer.“

So machte er sich mit etwa zwölf seiner Kollegen aus Nordfriesland auf den Weg durch die Stadt. Musikalische Begleitet wurden sie dabei von der Trommlergruppe „Policia do Samba“ aus Flensburg. Mit ihren rhythmischen Trommel- und Paukenschlägen sorgten sie für ein bisschen karibisches Flair im Winter der friesischen Karibik. Und die Menschen waren begeistert von der Musik, die die Truppe mitbrachte. Schnell bildete sich eine große Traube um die Sambapolizei, wurden kleine Erinnerungsfilmchen und -bilder gemacht.

Währenddessen sorgten die Schornsteinfeger auf dem Sandwall ebenfalls für Spaß. Mit Ruß schmierten sie jedem Passanten eine Art Kriegsbemalung ins Gesicht, sobald ein paar Euro in der Spendenbüchse gelandet waren. Diese Spenden kommen dann dem Wilhelminen-Hospiz in Niebüll zugute, für das die Schornsteinfeger schon seit sechs Jahren auf Föhr sammeln. „Vorher waren wir auch einige Male auf Sylt und in anderen Städten, aber das läuft nirgendwo so gut wie hier auf Föhr. Deshalb kommen wir immer wieder gerne.“

Ein Highlight der Spendenaktion war die traditionelle Versteigerung von Glücks-Hufeisen. Euro um Euro wurde dort geboten, ums einen der fünf begehrten schmiedeeisernen Halbkreise zu ergattern.

Gegen 14 Uhr ging es dann für die Schornsteinfeger wieder nach Hause, damit auch sie mit ihren Familien in das neue Jahr feiern konnten.

Für Joachim Christiansen war die Aktion ein voller Erfolg: „Es ist schon klasse, wenn man da über den Sandwall läuft und mit den Leuten ins Gespräch kommt. Die Stimmung war bestens und von unserer Seite aus hat alles gut geklappt.“ Besonderen Dank sprach er an die Tourismus GmbH (FTG) aus, die wie immer Material zur Verfügung stellte und für das Wohlergehen der Schornsteinfeger sorgte. Wenn alles gut läuft, dann werden auch in diesem Jahr die Gesichter am Sandwall wieder schwarz angemalt. Dann hoffentlich bei besserem Wetter, vielleicht sogar bei Sonnenschein und Minusgraden.

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