Startschuss ist gefallen : Kein Wiedersehen auf Föhr

Rund 50 Jahre alt, ist die Brücke bald Metallschrott.
2 von 2
Rund 50 Jahre alt, ist die Brücke bald Metallschrott.

Vor dem Neubau steht der Abriss: Im Wyker Hafen wurde mit der Demontage des Anlegers 1 begonnen.

psz_300.jpg von
22. Juni 2017, 13:00 Uhr

Vor knapp drei Jahren hatte die Stadtvertretung grünes Licht für den Neubau der Alten Mole gegeben. Eine Modernisierung, in deren Zuge auch der Anleger 1 erneuert werden soll. Der, aus den 1960-er Jahren stammend, ist ebenso marode wie die Mole und für die heutigen Fähren der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) zu kurz. Weshalb die bisher 20 Meter lange Konstruktion von einem 24-Meter-Neubau abgelöst werden soll (wir berichteten).

Nun ist für den Abbau des Anlegers der Startschuss gefallen. Die Brücke wurde abgelassen, vom Strom getrennt und die Gewichte wurden entfernt. Mit dem Schweißgerät wurde dem Brückenaufbau zu Leibe gerückt, der, während die Trennschnitte gesetzt wurden, bereits stramm am Haken des Krans hing. In Millimeterarbeit setzte der Kranführer das tonnenschwere Stahlteil schließlich auf die Pier. „Die oberen Teile werden weiter zurückgebaut und die Brücke nach jetziger Planung in zwei Stücke geteilt“, schildert Projektleiterin Annett Bode die weiteren Schritte. An Land gehoben, werden alle Teile zerkleinert und enden schließlich containerreif als Metallschrott.

„Ich denke, zum Ende der Woche wird das Gröbste abgebaut sein“, schaut Bode voraus. Dann beginnen die Vorbereitungen, um den Gründungsfundamenten zu Leibe zu rücken. „Einer kommt ganz, einer teilweise raus“, so Bode. Mit einem Hydraulik-Bagger wird dafür weiteres schweres Gerät zum Einsatz kommen. Zeitnah soll dies passieren, kündigt die Projektleiterin an, allerdings stehe der genaue Termin derzeit noch nicht fest. In der Zwischenzeit sollen Anfahrdalben gezogen werden, zudem wird Beton von der Mole weggebrochen und ein Teil der Spundwände wird abgeschweißt. Der Abbruch habe derzeit Priorität, parallel wird der Neubau vorbereitet, sagt Annett Bode. In zirka fünf Wochen sollen die neuen Spundbohlen per Schiff angeliefert werden.

Für die Reederei bedeutet die Aufnahme der Arbeiten so kurz vor den Sommerferien eine herbe Einschränkung. Die WDR-Chef Axel Meynköhn allerdings gelassen nimmt. Schließlich sei die Bauphase von langer Hand geplant und vorübergehend funktioniere der Betrieb auch mit zwei Anlegern. „Wichtig ist, dass wir den Außenliegeplatz nutzen können“, so Meynköhn. Dass die Vorbereitungen dafür getroffen sind, berichtet Ulrich Koch. „Der Ruheliegeplatz wurde ausgebaggert und wird noch mit Brettdalben versehen, damit dort, wenn drei Schiffe über Nacht im Hafen sind, noch eine Fähre liegen kann“, so der Hafenchef.

Der auch berichtet, dass neben dem Anleger 3 ein mobiler Ersatzpegel eingespült wurde. Denn für Montag hat sich der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein angesagt. Dann soll das Pegelhaus am Molenkopf abgebaut werden. Nach dem Neubau des Anlegers wird der Pegel seinen Platz an gleicher Stelle in einem Leuchtturm finden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen