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Standpunkt : Kein Konzept – Kein Plan: Alles auf Anfang

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gut fünf Jahre ist es her, dass die Stadt den Fritsch-Hof erworben hat. Ein vernünftiges Konzept für die weitere Verwendung ist seither nicht erstellt worden. Die Gebäude blieben ungenutzt und verkamen mehr und mehr. Das Haus jetzt noch bewohnbar zu machen, dürfte sich kaum rechnen. Ob ein Stadtvertreter, der aktuell Nutzer des Geländes ist, eigene Interessen mit dem politischen Auftrag verknüpft, sei dahingestellt: Otto-Eberhard Schaefer hat Recht, wenn er sagt, dass Eile angesichts der fehlenden Planung nicht nötig ist. Und sollte sich tatsächlich ein Käufer finden, würden rund 150  000 Euro Abrisskosten im Stadtsäckel verbleiben. Überzeugender kann ein Argument kaum sein. Doch auch wenn es um die Sache ging: In der Sitzung entstand der Eindruck, dass die Zukunft des Fritsch-Hofes in einen Privatkrieg zwischen Otto-Eberhard Schaefer und Paul Raffelhüschen mündet. Den Interessen der Stadt wäre damit allerdings nicht gedient. Dass der Bürgermeister nun die Ausschreibung für die Abrissarbeiten auf den Weg gebracht hat, ist rechtlich in Ordnung; das Geld war eigens für diesen Zweck in den Haushalt eingestellt worden. Mitten im Vergabeverfahren aber eine Grundsatzdiskussion zu beginnen, ist nichts anderes, als das Pferd beim Schwanz aufzuzäumen. Und der Spaß könnte teuer werden: Das Vergabeverfahren unterliegt rechtlichen Bedingungen inklusive dem Anspruch des günstigsten Anbieters. Zwar wurde die Bindefrist des Angebots auf ein Vierteljahr verlängert. Wird dann allerdings nicht abgerissen, könnten Regress-Ansprüche auf die Stadt zukommen.

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erstellt am 21.Jul.2017 | 12:30 Uhr

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