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Jugendzentrum wyk : Kaum Angebote für ältere Jugendliche

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Jugendausschuss bemängelt fehlende Konzepte der Einrichtung. Idee eines Beirates soll wieder aufgenommen und mit Nachdruck verfolgt werden.

Das Wyker Jugendzentrum (JuZ) stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Jugend-, Kultur- und Sozialausschusses der Stadt. Eine Sitzung, die mit Spannung geladen war, und in der sich Petra Christiansen mit scharfer Kritik Thomas Löwenbrücks konfrontiert sah. Dieser warf der Leiterin der Einrichtung vor, sie hätte ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Zuvor hatte Christiansen in ihrem Bericht von der erfolgreichen Arbeit und Akzeptanz seitens der Kinder und Eltern berichtet. Dies träfe auf die Mittagsbetreuung ebenso zu wie auf die Angebote, zu denen das Bauen von Seifenkisten, eine Theatergruppe, eine Holzwerkstatt oder eine Skater-Gruppe gehören. Für Löwenbrück nicht genug, der keine Projekte zu erkennen vermochte, „mit denen ältere Jugendliche auch nur ansatzweise gewonnen werden könnten“. Der Ausschuss aber habe bereits vor rund einem Jahr den Wunsch geäußert, dass Angebote für diese Zielgruppe entwickelt werden müssen.

Rund 20 Kinder und Jugendliche besuchen derzeit das JuZ, an guten Tagen sind es 30. Hauptsächlich Sieben- bis 15-Jährige und über 18-Jährige. Nicht erreicht werden demnach die Schüler ab der achten Klasse, die 16- bis 17-Jährigen. Ein Trend, der nicht inselspezifisch sei, legte Petra Christiansen dar, sondern der kreisweit zu beobachten sei. Auch würde man jederzeit auf Vorschläge Jugendlicher eingehen, so diese denn an das JuZ herangetragen würden. Allerdings müsse man wissen, was die Jugendlichen wollen.

Keine Äußerung, die die Vorsitzende Annemarie Lübcke zufriedenstellte. Sie machte noch einmal deutlich, dass der Ausschuss konzeptionelle Vorschläge von den Verantwortlichen erwartet. Nicht die Jugendlichen seien in der Pflicht. Vielmehr sollten seitens der Einrichtung Anregungen kommen und Interesse geweckt werden. Es könne kaum falsch sein, griff Lübcke einen Vorschlag Thomas Löwenbrücks auf, über den Tellerrand zu schauen und die Konzepte vergleichbarer Einrichtungen für eigene Ideen zu nutzen.

Das auch das Thema Jugendbeirat diskutiert wurde, war der Einwohnerfragestunde geschuldet. Mit Dennis Nissen und Malte Scheibe meldeten sich zwei 18-jährige Schüler zu Wort, die sich über das Thema Jugendzentrum ihre ganz eigenen Gedanken gemacht hatten. Beide hoffen auf ein Konzept, das ihre Altersgruppe nachhaltig anspricht und das Jugendzentrum für sie auch als Treffpunkt „für Gespräche und nette Abende“ attraktiv macht. Allerdings zu Zeiten, in denen schulische oder sportliche Verpflichtungen einen Besuch in der Einrichtung zulassen. „Wirklich interessant wird es für die älteren Jugendlichen erst, wenn viele da sind“, regten die Schüler die Abendstunden an. „Das Jugendzentrum ist nicht etwa überflüssig, sondern im Gegenteil wichtig“, betonte Nissen. Konzepte allerdings sollten unter Mitwirkung der Betroffenen entworfen werden.

Im Ausschuss traf der 18-Jährige mit seinen Äußerungen auf offene Ohren. Mehr als einmal hatte man versucht, die Jugendlichen ins Boot zu holen und in einem Beirat zur Mitwirkung zu animieren. Versuche, die in der Vergangenheit von wenig Erfolg gekrönt waren. Die Schuld, so Annemarie Lübcke, liege wohl auf beiden Seiten. So habe die Stadt das Thema nicht immer mit der nötigen Vehemenz verfolgt, und die Angesprochenen hätten nicht unbedingt mit großem Engagement überzeugt. Genau dieses stellten Dennis Nissen und Malte Scheibe in Aussicht, die auch mit Vorschlägen aufwarteten. Voraussetzung sei, dass die Einrichtung auch ältere Jugendliche anspräche. In der Folge könnte ein Austausch aller Altersgruppen Erkenntnisse darüber liefern, was sich JuZ-Besucher allgemein erhoffen. Diese Ergebnisse mit einem Jugendbeirat zu verknüpfen, könnte gute Angebote generieren.

Im Ausschuss kamen die Äußerungen der Jugendlichen gut an. Umso mehr, wie Heinz Lorenzen betonte, als diese sich auch einbringen wollen. Das könne etwas werden, so Lorenzen, „das ist der beste Weg“. Der mit einem neuen Namen für die Wyker Einrichtung einhergehen könnte. Diesen im Rahmen eines Wettbewerbs von den Heranwachsenden selbst suchen zu lassen, hatte Petra Christiansen angeregt. Auch ein neues Logo könnte entworfen werden, so die Leiterin, und der Sieger mit einem Preis belohnt werden.

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erstellt am 25.Apr.2015 | 09:00 Uhr

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