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neuer anlauf : Kart-Bahn noch nicht vom Tisch

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Antrag war abgelehnt und die Kart-Bahn schien vom Tisch. Nun legte Dierk Clausen einen neuen Entwurf vor und darf wieder hoffen. Im Bauausschuss stellte er seine Pläne vor.

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erstellt am 30.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Im August hatten die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses den Bebauungsplan Nummer 52 und damit den Bau einer Kart-Bahn auf dem Gelände neben dem Flugplatz zu den Akten gelegt (wir berichteten). Schnee von gestern, denn der potenzielle Betreiber Dierk Clausen legte einen neuen Planentwurf vor, der eine Verkleinerung der Fläche von 8700 auf 6300 Quadratmeter vorsieht. Die Ablehnungsgründe fallen somit weg, weshalb dem Vorhabenträger die Möglichkeit geboten wurde, sein Projekt und die genaue Planung vorzustellen.

Das tat der gebürtige Nieblumer, der, um die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen, auf dem Gelände auch einen Fahrrad-Verleih und eine Solar-Tankstelle für E-Bikes betreiben will. Keinesfalls wolle man die Kids abzocken, widersprach Clausen Vorwürfen, die zuvor aus dem Publikum laut geworden waren. Nicht jugendförderlich sei die Bahn, hieß es da unter anderem, und es werde Alkohol ausgeschenkt. Angst machten den Anwohnern darüber hinaus der befürchtete Lärmpegel sowie die Betonierung der Fläche und der damit einhergehende Eingriff in die Natur.

Jeder Elektro-Rasenmäher sei lauter, so Clausen, als die Elektro-Autos. Für die der Strom – ebenso wie für die E-Bike-Tankstelle - nach Möglichkeit selbst erzeugt werden soll. Sechs bis sieben Monate könnte die zirka 470 Meter lange Bahn betrieben im Jahr betrieben werden, auf der Alkohol nicht an Jugendliche ausgeschenkt werden soll. „Wenn die Karts auf der Bahn sind, wird kein Tropfen Alkohol ausgeschenkt, auch nicht an die Eltern.“ So soll vermieden werden, „dass Papa nach dem dritten Bier mutig seine Fahrkünste unter Beweis stellen will“.

Die Preise seien weit unter denen vergleichbarer Anlagen auf dem Festland kalkuliert, zudem sei eine Kooperation mit insularen Jugendeinrichtungen geplant. In den Monaten, in denen der Betrieb witterungsbedingt ruhe, sollen Seminare für Kinder und Jugendliche angeboten werden.

Dass der neue Antrag mit einer kleineren Fläche als der genehmigte des vergangenen Jahres auskomme, betonte Lars Schmidt (CDU). Aus seiner Sicht ein Entgegenkommen des Investors. Mehrheitlich schlug dem Vorhabenträger allerdings Gegenwind aus den Reihen der Ausschussmitglieder entgegen, denen ein städtebaulicher Vertrag im Magen liegt. Der war mit Clausen vor rund einem Jahr geschlossen worden und „auf dessen Erfüllung hat er sich verlassen“, betonte Annemarie Linneweber (SPD), weshalb es wenig fair wäre, sich nun nicht an die Zusagen zu halten. Ähnlich argumentierte Till Müller (Grüne), ebenfalls kein Befürworter des Projektes an diesem Standort: Der Beschluss sei gefasst worden und Clausen habe geplant und einen Architekten beauftragt.

„Wir dürfen nicht einfach sagen, wir wollen nicht mehr“, warb Heinz Lorenzen (KG) dafür, das Verfahren fortzusetzen und die öffentliche Auslegung abzuwarten. Ein Vorschlag, dem die Anwesenden folgten, die mit sieben Ja- und zwei Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen für die Wiederaufnahme der Planung votierten. „Wir sollten das Vorhaben heute nicht ablehnen, das können wir nach dem nächsten Schritt immer noch tun“, so Lorenzens Begründung. Für Dierk Clausen eine Entscheidung mit fadem Beigeschmack. Das Verfahren wird weiter verfolgt und kostet nun richtig Geld. In Auftrag zu geben sind ein Schallschutz-Gutachten sowie ein Umweltbericht. Nach Auskunft des Bauamtsmitarbeiters Ulrich Schmidt „ein fünfstelliger Betrag, den der Vorhabenträger bezahlen muss“.

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