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Einsatz im Watt : Kaputte Muffe sorgt für Stromausfälle

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Ein rund einen Meter tief eingegrabenes Seekabel zwischen Föhr und Amrum war beschädigt. Fachleute behoben den Defekt vor Ort.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2015 | 13:45 Uhr

Als jüngst kurze Störungen in der Stromversorgung auf Amrum auftraten, trafen gleich zwei Fehler zusammen, die für eines der beiden Seekabel zwischen Föhr und Amrum folgenschwer waren. Wie der Koordinator der Messstelle der Schleswig-Holstein Netz AG in Niebüll, Marten Thomsen, auf Anfrage erklärte, habe es eine Störung im Mittelspannungsbereich auf Amrum gegeben, in dessen Zuge auch eine Schadstelle im 20-Kilovolt-Seekabel auftrat. „Wir konnten mit jeweils einem Messwagen auf Amrum und auf Föhr die Leitung zwischen den Schaltstationen ehemaliges Schwimmbad Norddorf und Utersum prüfen und die Schadstelle in dem in rund einem Meter Tiefe eingegrabenen Seekabel lokalisieren“, so Thomsen.

1400 Meter von der Schaltstelle Schwimmbad und 2900 Meter von der Schaltstelle Utersum Düne entfernt war eine verbaute Muffe „hochgegangen“. Mit einem Mikrofon konnte der Messtrupp den hörbaren Überschlag, der durch das Beaufschlagen des Kabels mit einer sehr hohen Spannung provoziert wird, an der defekten Muffe ausmachen und so die zu reparierende Stelle festlegen.

Die befand sich glücklicherweise an einem gut zu bearbeitenden Ort auf dem Wattboden, so dass sich bereits einen Tag darauf die gecharterte „Catjan“ aus Wyk mit entsprechendem Gerät und dem Reparaturtrupp an der lokalisierten Schadstelle trockenfallen lassen konnte. Per Minibagger wurde das Kabel freigelegt und auf einer Länge von 80 Metern aufgetrennt. „Durch die kaputte Muffe konnte Seewasser in die Isolierung eintreten, so dass in solchen Fällen so viel Kabel herausgeschnitten wird, bis die Substanz einwandfrei ist“, erklärt Thomsen. Aufgrund des relativ kleinen Zeitfensters zwischen den Tiden zogen sich die Arbeiten über mehrere Tage hin.

Mittlerweile konnte das Seekabel an Bord der „Catjan“ mit dem rund 80 Meter langen Kabelstück zusammengemufft werden. Das zweite Seekabel zur Stromversorgung Amrums liegt mehrere hundert Meter entfernt auf einer eigenen Trasse im Meeresboden. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide Kabel zeitgleich durch Fremdeinwirkung beschädigt werden könnten, ausgeschlossen. „Zwei Mal im Jahr werden die Trassen beflogen und zusätzlich einmal im Jahr abgegangen“, so der Fachmann. Denn nicht selten würden die Meeresströmung und die damit verbundene Sedimentumlagerung dafür sorgen, dass die im Wattboden verlegten Kabel zwischen den Inseln und dem Festland freigespült werden, erläutert Marten Thomsen.

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