In Wyk : Kampf gegen das Insekten-Sterben

Eine Biene sammelt Pollen auf einer Blüte: Ohne Insekten gäbe es kein Obst und Gemüse.
Eine Biene sammelt Pollen auf einer Blüte: Ohne Insekten gäbe es kein Obst und Gemüse.

Stadtvertreter planen mehr Nutzpflanzen auf öffentlichen Grünflächen. Auch Gartenbesitzer sollen weniger Zierpflanzen aussäen.

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07. März 2018, 10:00 Uhr

Insekten werden, wenn sie auftauchen, nicht selten als störend empfunden. Doch in jüngster Zeit können Garten- und Terrassenbesitzer zunehmend ungestört im Freien sitzen. Der Bestand an Bienen, Wespen oder Mücken hat sich spürbar verringert. Umweltverbände schlagen seit Jahren Alarm und weisen auf das Sterben der Insekten, die ein unverzichtbarer Teil der Nahrungskette und zudem wichtige Schädlingsbekämpfer sind, hin.

Auch die Föhrer Grünen wollen gegensteuern. So sollen Grundstücksbesitzer künftig statt Zierpflanzen vermehrt Pflanzen aussäen, die Bienen und anderen Insekten nützlich sind. Analog soll auf öffentlichen Grünflächen vorgegangen werden. Einen entsprechenden Antrag verlas der Grünen-Fraktionssprecher Till Müller in der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung. Darin verweist die Partei auf einen Kreistagsbeschluss vom November 2017, in dem die Wichtigkeit der Artenvielfalt auch in den Insektenpopulationen hervorgehoben worden waren. Demnach sollen Maßnahmen zum Schutz des Insekten- und Bienenbestandes erarbeitet werden, und hier könnte die Stadt Wyk Vorreiter sein, so Müller. Der auch konkrete Vorschläge verlas: So könnten auf Grünflächen Hochbeete stehen, Nutz- und Fruchtbäume Alleen zieren und auf Grünflächen der Stadt Nutzpflanzen angelegt werden, die für alle Bürger zugänglich und verwertbar wären.

Die Reaktion in der Stadtvertretung war zustimmend. Kontroverse Diskussionen blieben aus, zumal das Thema bereits positiv im Hafenausschuss beraten worden war. Einigkeit herrschte darin, insbesondere die Bepflanzung auf städtischen Grünflächen so zu gestalten, dass diese ausreichend Nahrung für die Bienen und Insekten bieten. Einige Punkte des Antrags seien schnell umsetzbar, für andere sollen Ideen und Varianten formuliert und in den Ausschüssen besprochen werden. Zuständig für die Erhaltung und Pflege der städtischen Anlagen ist der Eigenbetrieb Grünbau als Betriebszweig des Hafenbetriebes. „Flächen gibt es im Stadtbereich genug, mehrere Hektar kommen in Frage“, betonte dessen Werkleiter Ulrich Koch.

Das Gremium sprach sich einstimmig dafür aus, dass bereits in der heutigen Sitzung des Bauausschusses (17 Uhr, Sitzungssaal der Amtsverwaltung) eine Liste mit geeigneten Flächen vorgelegt werden soll.

Stadtvertretung: Weitere Beschlüsse

Wie zuvor im Finanzausschuss beraten (wir berichteten):

  • Jahresabschluss 2016, Stellenplan 2018 und Wirtschaftsplan 2018 des städtischen Hafenbetriebes
  • Wirtschaftsplan 2018 des Städtischen Liegenschaftsbetriebes
  • Jahresabschlüsse 2013 und 2014 der Stadt sowie Genehmigung der über- und außerplanmäßigen Ausgaben
  • Kalkulation zur Tourismusabgabe ab 2018
  • Stellenplan 2018 der Stadt
  • Haushaltssatzung und Haushaltsplan 2018 der Stadt

Außerdem stimmten die Stadtvertreter dafür, sich an den Planungen für eine mögliche Entwicklung des Wyker Innenhafen zu beteiligen. Zustimmung gab es auch für das modellhafte Wohnungsmarktkonzept in Verbindung mit einem Konzept zur energetischen Quartiersanierung auf Föhr und Amrum.

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