zur Navigation springen

Föhrer geben nicht auf : Kampf für den Kreißsaal geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Schnullerbaum feierlich eingeweiht: Die Initiative Inselgeburt hatte zu einem bunten Programm auf den Rathausplatz geladen.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2017 | 12:30 Uhr

„Wir wollen das wieder, was 150 Jahre lang auf Föhr ohne Probleme funktioniert hat: Die Frauen sollen wieder auf der Insel ihre Kinder bekommen können.“ Für die Initiative Inselgeburt machte Renate Sieck deutlich, warum die Föhrer nicht klein beigeben wollen, sondern weiterhin für ihren Kreißsaal kämpfen. Rund 300 Menschen waren der Einladung der Initiative gefolgt und versammelten sich vor dem Amtsgebäude in Wyk. Die Hauptpersonen dieses Nachmittages waren der Nachwuchs, der unter dem Motto „Föhrer Kinder für Föhrer Babys“ für ein buntes Programm sorgte.

Bei aller Fröhlichkeit stand die Veranstaltung im Schatten des „Schnullerbaumes“ und der Tafel, die die Namen der seit der Schließung des Kreißsaals Geborenen verzeichnet. Kurze Hinweise zu jedem der Säuglinge machten deutlich, wieviele unnötige Schicksalsschläge diese Entscheidung in so relativ kurzer Zeit zur Folge hatte. „Wir sind auch sehr enttäuscht von den Politikern, die viel versprechen, aber nichts davon in die Realität umsetzen“, hatte Renate Sieck bei ihrer Begrüßung deutlich gemacht. Auch Kerstin Lauterberg bewegen ähnliche Gedanken: „Hat man einen Stein für das geplante Geburtshaus aus dem Weg geräumt, werden einem gleich wieder drei neue in den Weg gelegt.“ Auch mit Schnullern hatte sich die Hebamme für diesen Aktionstag befasst: Genau 160 dieser für die Kleinen unersetzlichen Nuckelhilfen hatte sie zu einer großen Kette vereint, die nun einen der Bäume des Rathausplatzes schmückt. Sie soll möglichst dauerhaft das Anliegen der Föhrer verdeutlichen.

Alle Kindergärten der Insel waren an diesem Nachmittag in Wyk vertreten und sorgten auf vielfältige Weise für die Unterhaltung der Besucher. Dabei gelang es Silke Jensen, als Moderatorin den kleinen Künstlerinnen und Künstlern die Scheu vor dem ungewohnten Publikum zu nehmen. Dabei sparte sie auch nicht an Lob und kleinen Geschenken für die kleinen Akteure und war besonders um die Gesundheit der jungen Trachtentänzerinnen aus Oldsum besorgt. „Zieht rasch eure Jacken wieder an, damit ihr euch nicht erkältet“, mahnte sie die Mädchen, nachdem diese für die Unterhaltung der Gäste gesorgt hatten. Elli und Ella, zwei junge Oldsumerinnen, bewiesen dann auch, dass sie nicht nur tanzen, sondern auch dichten können. Sie trugen ihr Gedicht vor, mit dem sie eindringlich deutlich machten, dass die echten Föhrer nicht aussterben dürfen.

Auf dem Rathausplatz war aber auch für den Spaß der Kinder gesorgt. Karussell, Ringe Stechen und andere Wettbewerbe waren vorbereitet und wurden reichlich genutzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen