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Artist in Residence : „Kabelsalat“ aus dünnem Sperrholz

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Kieler Künstler Uwe Tiemann arbeitete zwei Monate im Atelier des Alkersumer Museums. Zum Abschluss gab er Kunstliebhabern einen Einblick in sein Schaffen.

„Die Idee zu diesen Projekten wäre mir wahrscheinlich sowieso nur hier gekommen, das ist eben kein fertiges Arbeiten, sondern einfach erstmal ins Blaue gemacht“. Uwe Tiemann, Kieler Bildhauer, Objekt- und Konzeptkünstler, hatte während seiner Zeit als „Artist in Residence“ im Föhrer Museum Kunst der Westküste rund zwei Monate Zeit zum Experimentieren. Der Alkersumer Süderweg war in dieser Zeit künstlerische Heimat, abschließend gewährte Tiemann als „Bildhauer, der auch mit Holz arbeitet“ Kunstinteressierten einen Einblick in sein temporäres Föhrer Atelierschaffen.

Tiemann ist Absolvent der Muthesius-Kunsthochschule in Kiel, nach künstlerischem Lernen an vielen Ecken und Enden des Globus stellt der 50-jährige Kreative mittlerweile seine Installationen und Objekte in Einzel- und Gruppenausstellungen überwiegend in Norddeutschland aus. Und sieht sich und seine auf Föhr entstandene Kunst unter dem Motto „Von Anordnung und Klarheit“.

Die Sache mit dem „ins Blaue gemacht“ stimmte so nicht, denn an den strahlend weißen Atelierwänden kringelten sich dem Besucher so etwas wie grüne Elektrokabel entgegen. Doch was auf den ersten Blick wie unsachgemäß verlegte Leitungen aussah, entpuppte sich als diverse dünne Sperrholzschichten, vom Künstler zusammen geleimt und als zunächst unvollendetes Kunstwerk noch ohne großartige Farbigkeit in verschiedenen Größen an Wänden oder Decke angebracht. Beim Publikum sorgten sie für Diskussionen: Besucherin Annelie Gerhardt zum Beispiel hätte eine Tiemannsche Riesenspirale gern als Kunstobjekt im Midlumer Friesenhaus. Allein: „Meine Decke ist leider zu niedrig“. Und Uwe Jensen, Chef der Alkersumer Museumstechnik, warf als gelernter Tischler auch einen interessierten Blick auf die künstlerische Kringelung von „Anordnung und Klarheit“, um festzustellen: „In der Kunst ist ja alles erlaubt, hier eine mal gänzlich andere und spannende Art, mit Holz umzugehen“.

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