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im Friesendom : Junge Stimmen mit alter Musik

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Stabat Mater von Giovanni Battista Pergolesi: Nachwuchsmusiker aus Doris Rethwischs Talentschmiede gaben ein beeindruckendes Konzert in der Nieblumer St. Johannis-Kirche.

Vor rund drei Jahren konzertierten die „Jungen Stimmen des Nordens“ mit Pergolesis „Stabat Mater“ noch in einer kleinen amerikanischen Kapelle im kalifornischen Malibu, nun gaben 45 Ensemblemitglieder das Meisterstück des italienischen Barock-Komponisten, der nur 26 Jahre alt wurde, erstmals im Nieblumer Friesendom zum wahrlich Besten. „Chapeau, das ist ziemlich mutig, so junge Stimmen in diesem riesigen sakralen Resonanzkörper agieren zu lassen, aber ich fand es ganz großartig“, so eine Besucherin aus Hamburg.

Zunächst allerdings hatten die Akteure noch genug Zeit, um Luft zu holen. Die nutzte Organist Dirk Kelm, um die Pfeifen der großen Nieblumer Kirchenorgel für den musikalischen Aperitif der Veranstaltung auf Betriebstemperatur zu bringen: Das Adagio in g-Moll für Streicher und Orgel stand an, klanggewaltige barocke Kirchenmusik aus der Komponistenfeder von Pergolesis Landsmann Tomaso Albinoni. Klangvolle Streicherunterstützung fand Kelm an der Friesendom-Orgel mit seiner Ehefrau Angelika (1. Geige), Tochter Marianne (2. Geige) sowie Laura Mach (Bratsche), Henrike Petter (Violoncello) und Daniel Stritzke (Kontrabass).

Nach Albinonis wunderbarer Mixtur aus Wucht und melodiöser Harmonie stand mit Pergolesis Stabat Mater das Leiden, die Qual und der Schmerz der Mutter Christi auf dem nachmittäglichen Programm. Die Themen des zwölfteiligen Librettos wurden von den „Jungen Stimmen des Nordens“ vocalistisch in recht beeindruckender Art getragen: Sina Berkemeier (Alt), Lisa Rethwisch (Mezzosopran) und Maria Rethwisch (Sopran) sowie der rund 40-köpfige Chor zeigten im Querschiff des Friesendoms einmal mehr Talent, erarbeitetes Können und Vielseitigkeit.

Leiterin Doris Rethwisch zeigte sich nach dem donnernden Schlussapplaus mehr als zufrieden: „Da sieht man wieder die Vorzüge einer Stimmbildung auf klassischer Grundlage“. Ob schwerere Brocken wie das Stabat Mater oder eben leichtere Kost wie ein Musical, junge Stimmen profitieren in vielen Genres davon. Als gelungenes Beispiel für derlei Vielseitigkeit steht der 24- jährige Daniel Stritzke. Der ehemalige Föhrer Gymnasiast durchlief mit großem Erfolg Rethwischs Talentschmiede, absolvierte in Hamburg ein erfolgreiches Jazz-Studium, ist Bassist bei „Stanfour“ und komplettierte ganz nebenbei mit seinem Kontrabass das klassische Orchester der Nieblumer „Stabat mater“- Aufführung. Wenn das nicht vielseitig ist . . . Und so herrschte denn auch im Publikum überwiegend Einigkeit: „Einfach nur schön“.

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