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gelungene aufführung auf föhr : Jauchzen und Frohlocken

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Zum fünften Mal präsentierte die Kantorei „ihren“ Klassiker: Kurz vor dem Jahreswechsel erklangen in der Boldixumer St.-Nicolai-Kirche die Kantaten eins bis drei des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach.

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erstellt am 31.Dez.2013 | 08:00 Uhr

Zum fünften Mal präsentierte die Kantorei „ihren“ Klassiker: Kurz vor dem Jahreswechsel erklangen in der St.-Nicolai-Kirche die Kantaten eins bis drei des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach. Traditionell von Kantor Martin Bruchwitz geleitet und ebenso traditionell unterstützt durch Thomas Dahl, Organist und Kichenmusikdirektor der Hamburger St.-Petri-Kirche, das Instrumental-Ensemble „Collegium Musicum St. Petri“, den „Hamburger Bachchor“ und das Doppelquartett „Rungholt-Ensemble“.

Dass die Messlatte während der Aufführung hoch lag, dafür hatten die Akteure selbst gesorgt. Bereits der Eingangschor saß und beeindruckte, die Sänger „jauchzten und frohlockten“, dass es eine Freude war. Und auch blieb, denn das Bachsche Wechselspiel zwischen Hirten, Engeln und Gemeinde bot große Unterhaltung, für die neben den Chorsängern eine Trompeten- und Paukengruppe, Oboen, zwei Querflöten und ein Streichorchester mit je vier ersten und zweiten Violinen, drei Violen, zwei Celli und einem Kontrabass sorgten. Letztere von der „ersten Geige“ Stefan Schmidt souverän geleitet, der seiner Rolle als Konzertmeister problemlos gerecht wurde und darüber hinaus als Solist überzeugte.

Nicht der einzige Solist an diesem Abend, der seine Aufgabe hervorragend meisterte. Allen voran der Föhrer Lokalmatador Henning Klocke mit glockenheller Stimme. Dem Tenor in nichts nach standen Tanya Aspelmeier (Sopran) und Ute Weitkämper (Alt), beide dem Föhrer Publikum von früheren Auftritten bestens bekannt, und der Bass Joachim Gebhardt. Für den Franken stellte der Auftritt auf der Insel eine überaus gelungene Premiere dar. „Eine Option für die Zukunft“, zeigte sich auch Martin Bruchwitz mit dem früheren Mitglied des NDR-Chores zufrieden, der ihm von Thomas Dahl empfohlen worden war.

Gefordert war an diesem Abend auch der Kantor, der das Orchester führen und auf die Freiheiten achten musste, die sich die Solisten nahmen. Gerade das sei das Spannende an einer Live-Aufführung, nahm es Henning Klocke gelassen. Insbesondere bei den Sprechgesängen brauche es eine gewisse Freiheit. „Der Text steht im Vordergrund, die Noten sind lediglich wegweisend.“ Und Probleme hätte die freie Interpretation dem Dirigenten kaum gemacht, so Klocke, der die ruhige und von raumfüllenden Tempi geprägte Art Bruchwitz’ als angenehm empfand. „Es hatte etwas Besonderes, für mich ein interessanter Aspekt.“

„Hervorragend, das beste Weihnachtsoratorium, das wir bisher aufgeführt haben.“ Wie allen Beteiligten bescheinigte der Kantor auch seiner Kantorei eine sehr gute Leistung. Auf die man sich seit dem Sommer vorbereitet habe. „Es geht immer leichter, gerade auch die schweren Chöre“, ist Bruchwitz zu Recht stolz auf seine Sänger. Das „Ehre sei Gott in der Höhe“ etwa, oder „Lasset uns nun gehen gen Bethlehem“, beides überaus schwer zu singen und von der Kantorei auch ohne Unterstützung der Gastsänger in der Vergangenheit bereits gut bewältigt.

„Die Schöpfung“ von Joseph Haydn aufzuführen, war nach dem Konzert der Wunsch aus den Reihen der Kantorei gekommen. Durchaus machbar, so Bruchwitz, mit der Besetzung, die an diesem Abend begeisterte. Allerdings mit einem größeren Orchester und der Folge, dass die St.-Nicolai-Kirche zu klein wäre. Eine tolle Sache sei eine solche Aufführung, zu der Chor und Solisten fachlich in der Lage wären – alles andere zu ermöglichen, müssten die Inselkräfte zusammenwirken.

Auch über das Künstlerische hinaus gab es Rekorde zu vermelden. Mehr als zehn Gastsänger, 30 Musiker und 60 Sänger bezeichnete Martin Bruchwitz als „Größenordnung, die alle bisherigen Erfahrungen übertroffen hat“. Gleiches gilt für die knapp 400 Besucher in der Kirche, die mit rhythmischem Applaus auf ihre Zugabe bestanden. „Jauchzet, frohlocket, bis zur Fermate“, lautete die letzte Anweisung des Kantors an diesem Abend.

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