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Konzert in Wyk : Irisches Lebensgefühl perfekt transportiert

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Hamelner Band „Tone Fish“ überzeugte im Kurgartensaal mit Virtuosität, Spielwitz und dem sichtlichen Spaß an der irischen Kultur.

Jeder irische Reiseführer schwärmt ausführlich über die herrlichen Landschaften, die grünen Täler und die menschenleeren Moore der irischen Tiefebene. Mit keiner Silbe allerdings ist dort erwähnt, dass es sich bei einem irischen Abend mit Live-Musik ebenso verhalten muss. Denn nur etwa 50 Personen verloren sich in den Kurgartensaal zum Konzert der Hamelner Band „Tone Fish“, die mit ihrem irischen Repertoire durchaus überzeugen konnte: Virtuosität, Spielwitz und der Spaß an der irischen Kultur konnten die vier Musiker perfekt transportieren.

Band-Chef Stefan Gliwitzky (Gitarre, Bouzouki, Gesang), Jonas Peters (Bass), Jochen Siepmann (Schlagwerk) und Michaela Jeretzky (Flöten und Gesang) waren zu professionell, als dass sie sich davon den Spaß am Spielen nehmen ließen. Sie zelebrierten emphatisch alles, was den irischen Folk ausmacht. Und das sind gemeinhin die Themen Heimweh und Auswanderung – erst an dritter Stelle stehen Alkohol und die Liebe.

So erfuhr man im Song „Bill“ vom Schicksal des einzig lebenden irischen Vegetariers, summte zur Dubliner Stadthymne „Molly Melone“ oder erinnerte sich an irische Klassiker wie „The Irish Rover“, jenes fiktiven Schiffes, das mit drei Millionen Liter Whisky auf dem Weg nach New York sank.

Ohne Stefan Gliwitzky in den Hintergrund zu stellen, war Michaela Jeretzky in bemerkenswerter Spiel- und Singlaune. Eine Stimme, zart, um Elfen zu zügeln, und stark, um ein Guiness-Fass zum Bersten zu bringen – durch sie wurde an diesem Abend der irische Geist transportiert. Wie sie es dazu noch schafft, aus zigarillogroßen Flöten eine derartige Intensität an Ton und Rhythmus zu erschaffen, bleibt ihr Geheimnis.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 09:00 Uhr

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