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Insel- und Halligkonferenz : Insulaner wettern gegen Zweitwohnungen

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Zu viele Zweitwohungen, zu wenig Dauerwohnraum: Auf Föhr, Amrum und den Halligen wollen die Einwohner sich per Resolution wehren.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 10:23 Uhr

Utersum | Auf der Insel- und Halligkonferenz auf Föhr stehen die Themen Dauerwohnraum, Küstenschutz, Klimaerwärmung und Verkehrsanbindung im Mittelpunkt. DieTagung beginnt am Donnerstag in Utersum. Es solle eine Resolution an die Bundesregierung verabschiedet werden, bei der es um die Sicherung von Dauerwohnraum auf Inseln und Halligen geht, sagt der Vorsitzende der Konferenz, Manfred Uekermann.

Die Inseln seien „ganz massiv“ durch den Anstieg bei Zweitwohnungen belastet. „Selbst auf den Halligen gibt es Druck.“ Auf den Inseln herrscht schon lange ein Mangel an bezahlbarem Dauerwohnraum für Einheimische. Vor allem Sylt habe in dieser Hinsicht Erfahrungen gemacht, doch eine Zusammenarbeit könne nun dafür sorgen, dass andere Orte nicht dasselbe erleben müssten, hofft Uekermann. Der Vorstoß zur Resolution, die auf eine Änderung des Baugesetzbuchs zielt, stammt laut Uekermann von den ostfriesischen Inseln.

Eine Neuerung auf der Konferenz ist der vorgeschaltete Jugendkongress Uthlande, auf dem Jugendliche ihre Anliegen an die Politik den versammelten Bürgermeistern präsentieren - unter anderem zu den Themen Biogasanlagen, verstärkter Fährverkehr sowie „Leben ohne Abfall“. Außerdem soll es auf Föhr um Küstenschutzmaßnahmen nach den Orkanen „Christian“ und „Xaver“ im Herbst gehen. „Wir wollen sehen, wo gibt es Handlungsbedarf?“ Ebenso spielt die Klimaerwärmung mit hinein: „Dieser Aspekt ist für uns lebensbedrohlich“, sagt Uekermann.

Auch der Umgang mit dem demografischen Wandel steht auf der Tagesordnung, im Zusammenhang mit der Schließung von Geburtshilfestationen wie auf Sylt. Dazu gebe es eine neue Arbeitsgruppe, erläutert Uekermann. Sorgen macht den Insulanern auch die Verkehrsanbindung: „Das Verkehrsangebot ist eigentlich ein Desaster“, findet Uekermann. Bei immer kürzeren Übernachtungszeiten überlegten Urlauber es sich zweimal, ob sie sich auf dem Weg in den Norden durch Staus hindurchquälen wollen.

„Es bricht ja infrastrukturmäßig alles in Schleswig-Holstein zusammen“, sagt Uekermann und verweist auf Staus und Baustellen auf der A7 und das unvermittelte Ende der A23 bei Heide. Die dreistündige Zugfahrt von Hamburg nach Sylt sei auch viel zu lang: „Das haben wir schon mit der Dampflok geschafft.“ Auf der zweimal jährlich stattfindenden Konferenz treffen sich Bürgermeister von 26 schleswig-holsteinischen Insel- und Halliggemeinden sowie der Stadt Wyk.

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