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Orkantief „Xaver“ : Inseln wappnen sich

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Schulen, Kindergärten und Fährverbindungen fallen am Donnerstag aus. Die Deichläufer stehen „Gewehr bei Fuß“. Auf Amrum wurden bereits vorsorglich Sandsäcke gefüllt.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 20:09 Uhr

Die Warnungen der Wetterdienste waren heftig und so sind die Vorbereitungen auf das Tief „Xaver“, das morgen auf den Inseln erwartet wird, bereits heute angelaufen. Sämtliche Einsatzkräfte auf Föhr und Amrum stellten sich bereits auf einen „Großkampftag“ am Donnerstag ein. „Wir bereiten uns gründlich auf alles mögliche vor“, hatte nicht nur Amtsvorsteherin Heidi Braun heute Nachmittag neben dem Orkan auch die angekündigte schwere Sturmflut im Blick, die nach heutigen Berechnungen mit zweieinhalb Metern über Normal auflaufen soll. Während die Föhrer Sandsack-Füllmaschine startklar gemacht wurde, waren auf Amrum für den Spätnachmittag bereits Feuerwehrleute zum Sandsack füllen gerufen worden.

Amtswehrführer Joachim Christiansen machte dabei weniger das Nachmittags-Hochwasser Sorgen als das in der Nacht zum Freitag. „Spätestens dann bekommen wir Probleme“, fürchtet Christiansen, und berichtet, dass die Deichgänger bereits in Alarmbereitschaft versetzt worden seien.

Abhängig von den Wasserständen wird der Katastrophenstab voraussichtlich morgen im Lauf des Vormittags seine Arbeit im Wyker Feuerwehrgerätehaus aufnehmen. Von dort werden die Einsätze auf Föhr koordiniert. Aber auch alle anderen Gerätehäuser auf der Insel werden dann besetzt sein, kündigt Heidi Braun an. Sollte es zu Stromausfällen kommen oder das Telefonnetz zusammen brechen, könnten die Bürger in Notfällen dann auch direkt zu den Spritzenhäusern kommen, so Braun. Allerdings, so betont sie, wird es bei Einsätzen eine klare Prioritätenliste geben. „Menschenrettung geht vor Sachrettung“, so Braun, „und die Feuerwehrleute dürfen sich nicht selbst in Gefahr bringen“.

Nicht in Gefahr gebracht werden sollen auch die Inselkinder. Nicht nur die Schulen, auch die Kindergärten werden auf beiden Inseln morgen einen „Ruhetag“ einlegen.

Auf Föhr und Amrum werden morgen keine Schulbusse der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) fahren. Und auch der Fährverkehr soll am Vormittag komplett eingestellt werden. „Wenn es doch nicht so schlimm kommt, werden die Karten neu gemischt“, kündigte WDR-Chef Axel Meynköhn heute an. Und auch, ob und wie die Fähren zwischen Inseln und Festland am Freitag fahren, soll morgen im Lauf des Tages entschieden werden. Fest stand heute dagegen bereits, dass der Fährverkehr zu den Halligen morgen und Freitag ausfallen wird. „Wir haben darüber mit den Halligleuten schon vor zwei Tagen gesprochen“, berichtet Meynköhn. Es bedürfe immer nur weniger Telefonate und die ganze Hallig wisse Bescheid und könne sich auf die Situation einstellen.

WDR fährt nur am Morgen
Die Fähren der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) werden morgen nur am frühen Morgen zwischen den Inseln und Dagebüll verkehren. Die WDR gibt folgende Abfahrtszeiten bekannt: Ab Föhr: 6.10 und 7.15 Uhr nach Dagebüll, 8.20 Uhr nach Amrum.
Ab Amrum: 6 Uhr nach Föhr und Dagebüll.

Ab Dagebüll: 6.10 und 8.25 Uhr nach Föhr, 7.20 Uhr nach Föhr und Amrum.

Nach dem 8.25-Uhr-Schiff ab Dagebüll wird der Fährverkehr komplett eingestellt. Auf Grund des vorhergesagten Orkantiefs „Xaver“ und der Sturmflut kann es auch am Freitag zu Fahrplanunterbrechungen oder -ausfällen kommen.

Kunstmuseum bleibt geschlossen
Das Museum Kunst der Westküste bleibt am Donnerstag wegen des angekündigten Orkans geschlossen. Damit entfällt auch die Führung, die sonst donnerstags um 15 Uhr stattfindet.

Training muss ausfallen
Orkantief „Xaver“ beschert auch den Rettungsschwimmern eine Auszeit. Das DLRG-Traning am Donnerstag ab 17 Uhr im Wellenbad wurde abgesagt.

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